Gemeindeblatt

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November 2016 – Januar 2017
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Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. (2. Petrus 1, 19)

Foto: Lisa Vogel 2016

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.
(2. Petrus 1, 19)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

in den vor uns liegenden Monaten haben Licht und Finsternis für uns eine besondere Bedeutung. In der „dunklen Jahreszeit“, wenn es spät hell und früh dunkel wird, erfahren wir eindrücklich, wie sehr wir auf das Licht angewiesen sind. Es ist ein Baustein unseres Lebens. Ohne Sonnenlicht gäbe es kein Wachstum, kein Leben auf der Erde. Wenn es fehlt, werden wir krank. Der Zusammenhang zwischen Lichtmangel und Depression in den Herbst- und Wintermonaten ist inzwischen bekannt. An Tagen im Winter, an denen die Sonne scheint, zieht es uns geradezu hinaus ins Freie, damit wir Sonnenlicht „tanken“.

Die Symbolik von Licht und Finsternis prägt diese Zeit auch in unseren Kirchen. Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine Zeit des Lichts: Wir schmücken Häuser und Kirchen mit Sternen, Kerzen und Lichterketten. Der 2. Petrusbrief, aus dem der Monatsspruch für den November kommt, vergleicht das prophetische Wort, das Wort von Jesus Christus, mit dem Licht. Er betont damit die Le-bensnotwendigkeit des göttlichen Wortes: Wie das Licht für die Gesundheit unseres Körpers, so brauchen wir das Wort für unseren Geist. Schon die Propheten des Alten Testaments kündigten mit dem Symbol des Lichtes das Kommen Gottes an: „Dein Licht kommt“, heißt es in Jesaja 60,1. Das Glaubensbekenntnis von Nicäa-Konstantinopel aus dem 4. Jh. beschreibt Jesus Christus als „Gott von Gott, Licht vom Lichte“. Und als in der Kirche, ebenfalls im 4. Jh., der Termin für das Fest der Geburt Christi festgelegt wurde, wählte man bewusst die dunkelste Zeit des Jahres, in der auch zuvor schon die Rückkehr der Sonne gefeiert wurde. Einen Anhaltspunkt für das „echte“ historische Geburtsdatum Jesu haben wir nicht. Doch der Glaube daran, dass Christus für die Menschen Heilbringer und „Sonne der Gerechtigkeit“ war, konnte durch die Datierung wirkungsvoll mit dem Sonnenzyklus verbunden werden: Er ist der Morgenstern, der in der Dunkelheit der Welt für uns aufgeht.

In den Versen vor dem Monatsspruch erinnert Petrus an die Verklärung Jesu. Seine Jünger, die mit ihm auf dem Berg waren, konnten seine Herrlichkeit mit eigenen Augen sehen. Gern wären sie auf dem Berg geblieben, mit Jesus zusammen, doch er sandte sie wieder hinab, ins Tal und zu den Menschen, damit seine Botschaft zum Licht für viele würde.

Wenn in Dunkelheit und Trübheit unser Sehen schwach ist, so wird uns das Wort, das wir hören, zum Licht. Wenn wir Vergänglichkeit wahrnehmen und die Not der Welt uns bedrückt, hören wir umso mehr die Geschichte von der Liebe Gottes, die uns in Jesus Christus erscheint. Wir hören, und wir halten fest.

Das Licht wird kommen, das uns geweissagt ist; schon jetzt geht es auf in unseren Herzen. Aus der kalten Erde wird ein Reis hervorgehen, und wunderbarer Rat, ewiger Friede wird der verzagten Schöpfung zuteil.

Auch wir tun gut daran, darauf zu achten, wie Petrus uns ans Herz legt: auf das Wort wie auf ein Licht. Auf das, was unter uns möglich ist, wie auf die Sonne, die unser Leben nährt. In unseren Gottesdiensten, in den Kirchen, wenn wir in Jesu Namen zusammenkommen, dann hüten wir das Licht. Wir lassen es leuchten, indem wir von Jesus, seinen Worten und Taten, erzählen. Gott ist verlässlich, seine Verheißung gewiss. Traurige Herzen sollen getröstet, Dunkelheiten erhellt werden. Unsere Worte geben das Licht Gottes weiter.

Eine freundlich leuchtende, Mut machende Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Pfarrerin Dr. Anne-Kathrin Finke