Jahr 2009

Richard Schröder zum 20. Jubiläum der Friedlichen Revolution (10. Dezember 2009)
Zur letzten Veranstaltung im Rahmen der Heinersdorfer Vorträge in diesem Jahr referierte am 8. Dezember Richard Schröder zum Thema 20 Jahre Mauerfall – Eine Bilanz. Der inzwischen emerierte Professor der Theologie hatte die Zeit der friedlichen Revolution in der damaligen DDR als aktiver Politiker miterlebt – unter anderem als Vorsitzender der SPD-Fraktion in der ersten frei gewählten und zugleich letzten Volkskammer der DDR. In seinem Vortrag, der von persönlichen Erinnerungen ebenso geprägt war wie von detaillierten historischen Tatsachen, räumte Schröder unter anderem mit weit verbreiteten Ansichten und Formulierungen auf, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten im Hinblick auf diese weltverändernde Zeit etabliert haben. So war der Mauerfall zwar das mit Abstand prägendste Ereignis des Herbstes 1989, zu würdigen seien aber vor allem die bereits Monate vorher zutage getretenen Aktivitäten der Oppositionsbewegung, die zur Öffnung der Grenzen überhaupt erst geführt hätten. Insofern wurde die Freiheit durch diese Menschen in der DDR erkämpft und nicht, wie vielfach behauptet, durch die Einheit Deutschlands ermöglicht. Die Zeit des Umbruchs in der DDR, die zumeist als Wende bezeichnet wird – ein Begriff, der seinerzeit von Egon Krenz geprägt wurde – sieht Schröder denn auch treffender mit der Vokabel Herbstrevolution beschrieben – auch wenn bei dieser Revolution jedenfalls seit der Großdemonstration am 9. Oktober in Leipzig kein Blut geflossen ist. Schröder ging auch auf den Vereinigungsprozess ein – auf den dazu notwendigen Beschluss der Volkskammer und auf die Vorbehalte aus dem Ausland, die stärker als heute oft vermutet von den europäischen Westmächten kamen. Verwundert zeigte er sich schließlich auch über die gern strapazierte Frage nach der Vollendung der Einheit. Politisch sei sie längst erreicht, und was die nach wie vor bestehenden Unterschiede zwischen Ost und West betrifft, seien sie nicht dramatischer als solche innerhalb der alten Bundesländer. In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um verklärnde Nostalgie im Hinblick auf die DDR und um das Verhältnis der SPD zur Linkspartei. Im Hinblick auf die aktuellen Geschehnisse in der Brandenburger Landespolitik sprach sich Schröder dafür aus, Menschen, die zu DDR-Zeiten Schuld auf sich gelanden haben, durchaus eine zweite Chance einzuräumen. Verwerflich sei aus heutiger Sicht vor allem, wenn zu eigenen Verwicklungen mit der Stasi 20 Jahre lang geschwiegen worden sei. –um.





Adventsfeier im Margaretensaal (3. Dezember 2009)
Am Sonntag, dem 29. November – also am 1. Advent – fand wieder die traditionelle Adventsfeier der Heinersdorfer Gemeinde statt – und viele Gemeindeglieder kamen. Sie begann um 15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche, den Kinder aus der Christenlehre mitgestalteten. Anschließend ging's im benachbarten Margaretensaal bei Kaffee und Kuchen weiter. Außerdem wurde gesungen, gebastelt und erzählt. Die Junge Gemeinde informierte mit einem Stand über ihr Patenkind in Bolivien. Und ein Thema gab's in diesem Jahr auch wieder: Mit dem Stern unterwegs. –um.





Veranstaltungen zum Martinstag (12. November 2009)
Wie schon in den vergangenen Jahren gaben sich die Teilnehmer gleich zweier Umzüge anlässlich des Martinstages am 11. November praktisch die Klinke der Kirchentür in die Hand: Das Lied Der Mond ist aufgegangen, das von Kita-Kindern, Eltern und Erzieherinnen zum Abschluss ihres Martinsumzuges auf dem Pfarrhof angestimmt worden war, war noch nicht ganz verklungen, als es - diesmal mit Orgelbegleitung - in der Kirche erneut erklang. Hier wurde das Abendlied von Schulkindern, Eltern und Lehrern gesungen und anschließend gleich mit einem herzlichen Applaus bedacht. Diese Veranstaltung wurde wieder gemeinsam von der Kirchengemeinde und der Grundschule am Wasserturm organisiert. Gegen 18 Uhr wurde in der vollen Kirche ein Martinsspiel von den Schülern der dritten Klassen aufgeführt. Dabei wurden alle Anwesenden zum Teilen eingeladen. Nach Gesang und Segen ging es auf der Straße mit dem Martinsumzug weiter, der von der Polizei und der freiwilligen Feuerwehr begleitet wurde. Auf dem Schulhof der Grundschule gab es neben selbstgebackenen Martinshörnchen und einem Trödelmarkt zugunsten der Arche in Hellersorf auch das traditionelle Martinsfeuer. –sh/um.









Partnerschaftswochenende in Heinersdorf (5. Oktober 2009)
Seit nunmehr 20 Jahren – seit es also dank dem Fall der Mauer möglich ist – treffen sich Vertreter aus der Wicherngemeinde in Bad Oeynhausen und der Heinersdorfer Gemeinde im Herst zu einem Partnerschaftswochenende. Nachdem die Heinersdorfer 2008 Gäste im ostwestfälischen Kurort sein durften, waren sie vom 18. bis 20. September dieses Jahres wieder die Gastgeber einer Gruppe von insgesamt 17 Reisenden, die am Freitagabend am Berliner Hauptbahnhof ankam und freundlich in Empfang genommen wurde. Das 20. Jubiläum des Mauerfalls bestimmte denn auch das Thema des gemeinsamen Wochenendes. Der Mauerbau im Jahr 1961 war es ja, der die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden der Wicherngemeinde ursprünglich entstehen ließ. Und dank des Mauerfalls 28 Jahre später können die jährlichen Partnerschaftswochenenden nun in der bekannten Weise überhaupt stattfinden. Am Samstag, dem 19. September, besuchten wir gemeinsam zunächst die Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße und anschließend die auf der anderen Straßenseite gelegene Kapelle der Versöhnung. Diese war vor wenigen Jahren dort entstanden, wo – genau auf dem Mauerstreifen gelegen – einst die Versöhnungskirche stand, die noch 1985 durch die Behörden der DDR gesprengt worden war. Nach einer Führung durch die Kapelle und das umliegende Gelände nahmen wir noch an der Mittagsandacht in dem beeindruckenden Ovalbau teil. Anschließend ging's zum Alex, wo wir in den Rathauspassagen Mittag aßen und danach die Open-Air-Ausstellung zum Jubiläum der Friedlichen Revolution besichtigten. Während des abendlichen Beisammenseins im Margaretensaal berichtete Stephan Neuß, Mitglied der kirchlichen Oppositionsbewegung in der Vorwendezeit, in einem spannnenden Vortrag über seine Erlebnisse. Auch in der vom Oeynhauser Pfarrer Lassen gehaltenen Predigt während des Gottesdienstes am Sonntag war der Mauerfall noch einmal Thema. Nach einer kurzen Verabschiedung fuhren die Gäste dann kurz nach dem Mittag wieder gen Heimat – mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck. –um.











Serenadenkonzert (29. Juni 2009)
Zu ihrem traditionellen Sommerabschluss lud die Heinersdorfer Kantorei am 27. Juni in die Heinersdorfer Kirche ein. Chor und das durch Schülerinnen und Schüler des Händel-Gymnasiums verstärkte collegium musicum gestalteten gemeinsam das Serenadenkonzert. Nach einem Klavierkonzert von Jospeh Haydn, einer Sinfonie von Allesandro Scarlatti und mehreren Chorsätzen aus unterschiedlichen Jahrhunderten bildete die Uraufführung des Konzerts für Fagott und Streichorchester von Sebastian Hensel den Höhepunkt des Abends. Der 18jährige Komponist spielte in dem Konzert selbst die erste Geige. Die Fagott-Solopartie übernahm Martin Heinze. Die Leitung des Konzerts hatte Kantor Wolfgang Hensel. Im Anschluss an das Konzert bat die Junge Gemeinde noch zu frisch Gegrilltem und kalten Getränken in den Pfarrgarten. Auf einer Schautafel stellte sie auch die Kindernothilfe und ihre Patenschaft für ein bolivianisches Kind vor, das sie seit einem Jahr regelmäßig unterstützt. Und trotz gegenteiliger Vorhersagen blieb auch das Wetter freundlich und verschonte die Gäste von einer kalten Dusche. –um.



GAW-Jahresfest in Heinersdorf (25. Juni 2009)
Am Sonntag, dem 21. Juni, feierte die Heinersdorfer Gemeinde gemeinsam mit dem Gustav-Adolf-Werk (GAW) der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dessen Jahresfest, das unter dem Thema Glauben verbindet stand. Das Jahresfest, das in diesem Jahr das traditionelle Gemeindefest ersetzte, begann mit einem Gottesdienst in der Kirche, vor deren Türen bereits der Posaunenchor der Weißenseer Stephanus-Stiftung die Besucher begrüßte. Der Präsident des Gustav-Adolf-Werks, Dr. Wilhelm Hüffmeier, hielt die sehr lebendige und eindrückliche Predigt über das Fest, zu dem die eigentlich Eingeladenen absagen und zu dem der zornige Hausherr dann die "Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen" und schließlich auch noch die Landstreicher einlädt (Lukas 14, 16-24). Bereits zuvor hatten sich alle Anwesenden symbolisch mit bunten Tüchern miteinander verbunden und gemeinsam ein brasilianisches Lied einstudiert. Nach der Predigt zeigten die kleinen Besucher des Kindergottesdienstes mit einer Art Spontan-Demo ihre Interpretation des Gottesdienstthemas. Viele der Gottesdienstbesucher folgten anschließend der Einladung in den Margaretensaal, wo neben einer Ausstellung über die Projekte des Gustav-Adolf-Werks bereits das Mittagessen wartete. Danach sprach der Generalsekretär des GAW, Pfarrer Hans Schmidt, über Evangelische in Südafrika und berichtete dabei von einer Reise durch viele Länder dieses eindrucksvollen Kontinents, wo Protestanten in Einwanderer- und Einheimischenkirchen in der Diaspora leben. Währenddessen hatten die Kinder Gelegenheit, sich auf dem Hof mit allerlei kreativen Basteleien zu beschäftigen. Nach dem Kaffeetrinken, zu dessen Gelingen ein reichliches Kuchenbuffet bereitstand, beschloss der Superintendent des Kirchenkreises Berlin Nord-Ost, Martin Kirchner, gegen 15 Uhr das Jahresfest mit einer kleinen Andacht und einem Segen.
Das GAW wurde im Jahre 1832 in Erinnerung an den schwedischen König Gustav II. Adolf gegründet, der durch sein Eingreifen in den Dreißigjährigen Krieg eine weitgehende Auslöschung des Protestantismus verhindert hat. Es versteht sich als Diasporahilfswerk und widmet sich vor allem der Ermöglichung von Gemeindeleben evangelischer Christen und dem Aufbau und der Pflege von Kontakten zwischen den weltweiten Gemeinden und Projekten. –um.












Vortrag über Emporenbilder (11. Juni 2009)
Am 9. Juni sprach Pfarrer Dr. Ulrich Schöntube im Rahmen der Reihe Heinersdorfer Vorträge über Emporenbilder-Zyklen in der Mark Brandenburg. Schöntube, der einerseits Pfarrer im Entsendungsdienst in der Gemeinde Weißensee ist und seit 2007 außerdem als Direktor der Gossner Mission arbeitet, hatte dieses Thema für seine Doktorarbeit untersucht, die er 2006 fertiggestellt hat. Dazu war er nicht nur in Dutzende Orte im gesamten Gebiet des ehemaligen Kurfürstentums Brandenburg gereist, um die Emporenbilder in den dortigen Kirchen zu studieren. In vielen Fällen bestimmte er auch die literarischen Quellen der Abbildungen, deren theologisch begründete Abwandlungen und die dahinter stehenden Aussagen. Emporen waren in der Regel erst nach der Reformation in die alten Dorf- und Stadtkirchen eingebaut worden und erhielten entsprechend im 16. bis 18. Jahrhundert ihre Bemalung. Vor seinem leider recht spärlich besetzten Auditorium ging Schöntube in einem anspruchsvollen Vortrag unter anderem darauf ein, warum bestimmte biblische Motive und Begebenheiten häufig gemalt wurden, wie sie der lutherischen Theologie angepasst wurden, auch wenn sie beispielsweise calvinistisch geprägter Literatur nachempfunden waren und welches Gedanken- und Lehrgebäude den Bildern entsprach. Anders als heutige Betrachter das möglicherweise vermuten würden, waren die Zyklen jedenfalls weniger als Kunstobjekte und somit zur Erbauung gedacht, sondern spiegelten vielmehr die Alltagstheologie ihrer Zeit wider, die in Standardauslegungen und -predigten oder beispielsweise in den Katechismen Luthers und anderer Kirchenlehrer ihre Entsprechung fand und den regelmäßigen Besuchern der Kirchen vertraut war. Die Dissertation von Ulrich Schöntube ist auch als Buch erschienen und kostet 86 Euro: Schöntube, U. (2008): Emporenbilderzyklen in der Mark Brandenburg – Ein Beitrag zum lutherischen Bildprogramm des 16.-18. Jahrhunderts. Frankfurt: Peter Lang. –um.





Nacht der offenen Kirchen 2009 (5. Juni 2009)
Nacht der offenen Kirchen 2009 Es ist schon fast zur Tradition geworden, dass die Pforten der Heinersdorfer Kirche in der Nacht vom Pfingstsonntag zum Pfingstmontag anlässlich der "Nacht der offenen Kirchen" offen stehen und zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für alle Sinne einladen. Wie immer erstrahlte der Altarraum in leuchtendem blau und die Sterne glitzerten am Kirchenhimmel – unzählige Kerzen tauchten den Innenraum der Kirche in anheimelndes Licht. Dieses Jahr stand die Nacht unter dem Motto "Wenn andere schon schlafen". Die Kirche wurde für die Besucher um 19 Uhr geöffnet und sie kamen! Als um 19.45 Uhr die Glocken den Beginn der Veranstaltungen einläuteten, saßen alle schon erwartungsvoll in den Kirchenbänken und genossen sichtlich die entspannte Atmosphäre. Den Auftakt bildete um 20 Uhr eine Führung über den alten, historischen Friedhof an der Kirche. Zu diesem Spaziergang hatten sich viele Interessierte eingefunden; viele blieben auch gleich noch nächsten Programmpunkt, denn um 21 Uhr gab es dann Näheres zur Heinersdorfer Kirche zu erfahren. In den Zeiten zwischen den Veranstaltungen gab es Gelegenheit zu Gesprächen und zur Besichtigung der Kirche. So manche Besucher waren an diesem Abend schon weit herum gekommen; sie nutzten diese Nacht, um sich in den verschiedenen Kirchen, die sich an der Aktion von Berlin und Brandenburg "Nacht der offenen Kirchen" beteiligten, umzusehen und die verschiedensten Veranstaltungen zu besuchen. In unserer Kirche wurde jeweils zur vollen Stunde ein anderer Programmpunkt angeboten. So konnten wir uns um 22 Uhr an geistlichen Abendliedern und musikalischen Zwischenspielen erfreuen und um 23 Uhr in einer Meditation mit Musik darüber nachsinnen, wie Gott den Menschen zur Zeit des Alten Testamentes begegnete und wie er es auch heute noch tut! Um Mitternacht klang die Veranstaltung mit einer sehr innigen TaizAndacht aus und entließ uns alle mit einem überreich mit Segen angefüllten Herzen in die Nacht und in den zweiten Pfingsttag. –bb.



Konfirmation (5. Juni 2009)
Wie in jedem Jahr fand auch an diesem Pfingstsonntag in Heinersdorf wieder eine Konfirmation statt. Während des Gottesdienstes wurden zwei Jugendliche feierlich eingesegnet – Anne Wolff und Louisa Lange. Der Gottesdienst wurde durch den Kinderchor der Gemeinde und Mitglieder der Kantorei Heinersdorf musikalisch ausgestaltet. –um.

Vortrag über biologische Waffen (15. Mai 2009)
Vor etwa 15 Zuhörerinnen und Zuhörern sprach Dr. Erhard Geißler am 12. Mai im Rahmen der Heinersdorfer Vorträge über das Thema Biologische Kriegsführung gestern, heute und morgen?. Der Genetiker und Abrüstungsexperte war unter anderem Lehrstuhlinhaber in Rostock und seit 1992 zuletzt Leiter der Forschungsgruppe Bioethik am neu gegründeten Max-Delbrück-Centrum in Berlin-Buch, wo er – offiziell bereits im Ruhestand – auch heute noch arbeitet und forscht. In einem weit gefassten geschichtlichen Abriss, den er mit der Hypothese über den Ursprung der Pestepidemie im ausgehenden Mittelalter und einem Bericht über bewusst eingeschleuste Pockenerreger zum Kampf gegen die Ureinwohner Amerikas im 19. Jahrhundert begann, gab Geißler einen umfassenden Überblick über die Entwicklung und den Einsatz biologischer Waffen. Während die Deutschen im Ersten Weltkrieg versuchten, mit gegen Tiere (vor allem Rinder und Pferde) gerichtete Krankheitserreger die Gegner zu schwächen, verzichteten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg auf die Methoden der biologischen Kriegführung. Dagegen setzte vor allem Japan dieses Mittel ein und verursachte dadurch die bislang mit Abstand höchsten Opferzahlen biologischer Waffen. Abgsehen davon ist die Thematik seit den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts vor allem dadurch geprägt, dass über die tatsächlichen Aktivitäten gegnerischer Staaten Falschinformationen kursierten oder bewusst gestreut wurden, wie Geißler in einem großen Bogen eindrucksvoll darstellte. So bereiteten Franzosen und Briten im Zweiten Weltkrieg in der irrigen Annahme, Deutschland habe ein aktives B-Waffen-Programm, ebenso eigene Abwehr- und Angriffsmaßnahmen vor, wie die Fehlinformation, der Irak verfüge über biologische Kampfstoffe, 2003 zum Einmarsch amerikanischer und verbündeter Truppen in den Golfstaat führte. In seinem Vortrag kam Geißler zu dem Schluss, dass die Gefahr im Zusammenhang mit biologischen Waffen vor allem in der Psychologischen Kriegsführung zu suchen ist – also in der massiven Verunsicherung in der Bevölkerung durch die bloße Möglichkeit, dass Krankheitserreger in Umlauf gebracht werden könnten. Deutlich machte er dies unter anderem an den spektakulären Anthrax-Briefen, die 2001 in relativ geringer Stückzahl in den USA versandt wurden, und den entsprechenden Reaktionen darauf. Insgesamt entließ Geißler das interessierte Publikum damit mit einem vorsichtig optimistischen Fazit, was die tatsächlichen Gefahren anbetrifft, die von biologischen Waffen heute – bzw. in Anlehnung an den Titel des Vortrags – morgen ausgehen. –um.

Jugendkreuzweg (7. April 2009)
In der Nacht vom 3. zum 4. April fand der diesjährige Ökumenische Jugendkreuzweg im Kirchenkreis Berlin-Nord-Ost statt. Er stand diesmal unter dem Motto Siehst du mich?, begann um 23.45 Uhr mit der ersten Station in der Kirche St. Paul an der Badstraße im Wedding und führte dann über insgesamt sieben Stationen bis nach Weißensee, wo gegen 7 Uhr das Frühstück auf diejenigen wartete, die den ganzen Weg über durchgehalten hatten. Nach dem Lutherhaus, den Kirchen in Niederschönhausen und Alt-Pankow und der Hoffnungskirche folgte als sechste Station Heinersdorf. Für die kurze Andacht, die die Jungen Gemeinden Blankenburg und Heinersdorf in der Kirche gemeinsam gestalteten, stand ein Bild mit dem Titel Ich bin das Leben im Mittelpunkt. Die Jugendlichen erarbeiteten daraus ein Schattenspiel, das vor und hinter der Schattenwand gleichzeitig stattfand. Nach der Verlesung des Bibeltexts über Jesu Todesstunde ("... der Vorhang im Tempel zerriss ... ") zerteilte sich auch die Schattenwand und die wahren Gesichter der Figuren kamen zum Vorschein. Knapp hundert junge und ältere Menschen machten sich anschließend auf den Weg durch die laue Nacht und in den erwachenden Morgen. –um.

Geistliche Abendmusik der Kantorei (25. März 2009)
Am Sonnabend, dem 21. März, lud der Chor der Heinersdorfer Kantorei zu einer geistlichen Abendmusik in die Kirche ein. Auf dem Programm stand unter anderem die Messe in G-Dur von Franz Schubert. Außerdem sang der Chor einige kleinere Chorlieder zur Passionszeit. Das Konzert wurde durch zwei Schemelli-Lieder von Johann Sebastian Bach abgerundet, die Hermann-Eike Keller vortrug. Die Leitung des Abends hatte Kantor Wolfgang Hensel. –um.



Kinderrüstzeit in Heinersdorf (25. März 2009)
Vom 19. bis 22. März fuhren Christenlehrekinder unserer Gemeinde in ein kleines Dorf namens Heinersdorf, das sich bei Müncheberg (Landkreis Oder-Spree) befindet. Die Fahrt wurde zusammen mit den Gemeinden aus Ahrensfelde und Blumberg durchgeführt, so dass sich insgesamt 24 Menschen auf den Weg machten, um gemeinsam ein paar schöne Tage zu verbringen. Inhaltlich ging's um die Geschichte von den Arbeitern am Weinberg. Hier konnten die Kinder sich und ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema Gerechtigkeit einbringen. Unter anderem gab's ein Rollenspiel, wo die Kinder selbst in die Rolle der Familien der Weinbergarbeiter schlüpfen sollten. Auch in den Bildern für das Fastentuch, das am Wochenende hergestellt wurde, ließ sich dann die Geschichte wiederfinden. Während des Gottesdienstes am Sonntag ging's dann um eine weitere Bibelgeschichte - um die Speisung der Fünftausend. Bereits am Abend zuvor duftete das selbst gebackene Brot aus der Küche. Das Highlight der Fahrt war wohl die Nachtwanderung, die selbst die Erwachsenen etwas gruseln ließ. Am Sonntag nach dem Mittagessen ging's dann wieder zurück in die einzelnen Gemeinden. Und natürlich freuen sich die Kinder schon auf die nächste Fahrt im kommenden Jahr ... –dk.







Vortrag über Intelligenz (16. März 2009)
Im Rahmen der Heinersdorfer Voträge sprach am 10. März Dr. Volkmar Weiss, Humangenetiker und Bevölkerungswissenschaftler aus Leipzig, über das Thema Gene und Intelligenzentwicklung. In seinem knapp gehaltenen Vortrag, den er mit einem umfangreichen Handout ergänzte, führte Weiss vor den etwa 25 Zuhörerinnen und Zuhörern anhand empirisch durchgeführter Forschungen aus, dass Intelligenz, wie sie durch den so genannten Intelligenz-Quotienten (IQ) beschrieben wird, offenbar in hohem Maße vererbbar ist. Als Beispiele dabei dienten ihm unter anderem Studien, die er unter Hochbegabten in der früheren DDR durchgeführt hatte und die darauf hindeuten, dass letztlich einzelne Gene für die Intelligenz der Menschen verantwortlich sind. Weiss, der seit 2008 im Ruhestand ist, hat mit umstrittenen Büchern wie Die IQ-Falle und Das Reich Artam in den letzten Jahren immer wieder für Aufsehen gesorgt. Dass sich seine Thesen durchaus hinterfragen lassen, zeigte auch die anschließende lebhafte Diskussion, in der unter anderem die psycho-soziale Komponente der Intelligenzentwicklung betont wurde. –um.



Weltgebetstag 2009 – Papua Neuguinea zu Gast in Heinersdorf (8. März 2009)
Auch in diesem Jahr fand im Heinersdorfer Gemeindesaal ein Gottesdienst zum Weltgebetstag statt. Unter dem Thema "Viele sind wir, doch eins in Christus" stand in diesem Jahr das Land Papua Neuguinea im Mittelpunkt. Dieser drittgrößte Inselstaat, der etwas größer als Deutschland ist, liegt nördlich von Australien und umfasst mehr als 600 Inseln im Pazifischen Ozean. Trotz seiner Größe leben in diesem Land nur etwa 5,5 Millionen Einwohner, deren große Mehrheit der Christlichen Religion angehört.
Für dieses Jahr haben Frauen aus Papua Neuguinea den Weltgebetstag vorbereitet und Textvorschläge gemacht. Zum Gottesdienst war der Gemeindesaal in Heinersdorf dann wieder wunderbar dekoriert, sodass man sich schon anhand verschiedener Früchte, typischer Landessymbole und farbenfroher Stoffe einen Eindruck von diesem Land machen konnte. Natürlich konnte man nicht nur sehen, sondern auch schmecken: einige der exotischen Früchte standen zum Kosten bereit, genauso wie ein Bananenkuchen nach Originalrezept.
Der Weltgebetstag in Heinersdorf wurde von mit wieder mit viel Einsatz und guten Ideen von Frau Nowitzki vorbereitet, der für alle Gäste und Beteiligten einen eindrücklichen und interessanten Ausflug nach Papua Neuguinea darstellte. –gm.


Einhundert Jahre selbständige Gemeinde – Gemeindeversammlung im Margaretensaal (22. Februar 2009)
Vor einhundert Jahren erhielt die Heinersdorfer Kirchengemeinde ihre Selbstdigkeit zurück. Eine Ausstellung dazu soll das Sommerfest bereichern. Wie diese aussehen und wer bei der Erstellung beteiligt werden könnte, waren Themen bei der diesjährigen Gemeindeversammlung.
Wie jedes Jahr wurde direkt nach dem Gottesdienst eingeladen, gemeinsam über die Vorhaben des Jahres zu sprechen, Pläne vorzustellen und sich gegenseitig über die Geschehnisse der vergangenen Monate zu berichten. So konnten die Mitarbeiterinnen des Kindergartens den etwa 30 Gemeindegliedern von anstehenden Umbauarbeiten berichten, Pfarrer Kaehler stelle ein Planungsverfahren für ein neues Energiekonzept für das Gemeindegrundstück vor, und Frau Döhle erläuterte kurz einige der zahlreichen Veranstaltungen, die in diesem Jahr in der Gemeinde stattfinden werden. Ein Höhepunkt wird dabei sicherlich das gemeinsame Sommerfest der Heinersdorfer Gemeinde mit dem Gustav-Adolf-Werk sein.
Natürlich war auch ein reichhaltiges Mittagsbuffet wieder Bestandteil der Gemeindeversammlung. Eine Besonderheit war dabei die Glückssuppe von Frau Kaehler, die nach einem alten Heinersdorfer Rezept zubreitet war. Anschließnd hatten die Besucher die Möglichkeit, bei einer Führung durch den Kindergarten und das Margaretenhaus die Gebäude des Gemeindegrundstücks näher kennen zu lernen. –gm.


(K)ein Wunder!? – Jugendfahrt (16. Februar 2009)
Vom 13. bis 15. Februar fuhr die Junge Gemeinde Heinersdorf wieder auf eine Wochenendrüstzeit ins havelländische Zeestow. Konfirmanden waren entgegen der sonstigen Tradition diesmal leider nicht mit dabei, und so blieb die gut miteinander vertraute Gruppe unter sich. Das Thema des gemeinsamen Wochenendes lautete (K)ein Wunder!? Wundergeschichten sind uns aus der Bibel ja vertraut – sowohl aus dem Alten wie auch aus dem Neuen Testament, und das Dilemma, das die dort beschriebenen Wunder bei heutigen Lesern oft hervorrufen, war schnell erkannt: Vieles scheint misteriös und lässt sich mit unserem Verstand nur schwer in Einklang bringen; versucht man jedoch logische Erklärungen für das eine oder andere Geschehnis zu finden, ist es eben kein Wunder mehr. Wunder wollen auch eher unser Herz ansprechen als unseren Verstand, ob wir mit ihnen etwas anfangen können, hängt eng mit unserer Fähigkeit des Staunens zusammen. Über das große Wunder des Lebens lässt es sich staunen, auch wenn es zu großen Teilen – wenn auch nicht vollständig! – wissenschaftlich erklärbar ist. Und so führte das Thema, das mit unserer heutigen Zeit scheinbar so wenig zu tun hat, schnell zum Wunder unseres eigenen Daseins und fand seinen Abschluss in einem gemeinsam gefeierten Gottesdienst am Sonntag, aus dem jede und jeder einen Briefumschlag voller einzelner Zettel mitnehmen konnte, auf denen stand, was die anderen an ihr oder ihm wunderbar finden. Zwischendurch wurde gesungen, bis in die Nacht gespielt, gekocht, gegessen – unter anderem Skatbrot und Schoko-Fondue – und wie immer wenig geschlafen ... –um.





Vortrag über Apokryphen (12. Februar 2009)
Im Rahmen der Heinersdorfer Vorträge sprach am Dienstag, dem 10. Februar, Herr Johannes Mehlhorn über das Thema Apokryphen II. Mehlhorn ist Mitglied der Nachbargemeinde Weißensee und war bereits zum zweiten Mal zu einem Vortragsabend in Heinersdorf zu Gast. Während er bei der letzten Veranstaltung einen Überblick über Apokryphen des Alten und des Neuen Testaments gab, ging es diesmal detailliert um früchristliche Schriften, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Nachdem er eingangs auf die Entstehung der Evangelien, Briefe und sonstigen Schriften einging, die zu unserer heutigen Bibel gehören, weil sie auf der Provinzialsynode von Hippo im Jahr 393 offiziell ins Neue Testament Eingang gefunden haben, kam der Referent anschließend auf einzelne apokryphe Evangelien zu sprechen. Sie entstanden teilweise im selben Zeitraum wie die vier biblischen Evangelien – also zum Ende des ersten Jahrhunderts, teilweise aber auch deutlich später und bis ins 16. Jahrhundert und haben einen sehr unterschiedlichen Umfang. Im Thomas-Evangelium etwa, eine Zusammenstellung aus 114 Sprüchen Jesu, kommen viele bekannte Gleichnisse vor, die etwas anders erzählt werden, aber auch Geschichten, die aus den anderen Evangelien nicht bekannt sind. Mehlhorn sprach hier von einer Art neuen Exegese der altbekannten Geschichten. Im Evangelium nach Philippus kommen die fünf Sakramente zur Sprache, die in der katholischen Kirche noch heute gültig sind. Wie schon beim ersten Teil erlebten die etwa 15 Zuhörerinnen und Zuhörer auch diesmal wieder einen überaus interessanten Abend mit einem spannend vorgetragenen Thema. –um.