Jahr 2008

Begegnung an der Krippe (10. Dezember 2008)
Im Rahmen der Heinersdorfer Vorträge sprach Karl-Heinz Barthelmeus am 9. Dezember über das Thema Begegnung an der Krippe – Die Madonna und der Herrgottschnitzer. Dabei stellte er anhand zahlreicher Dias das Werk des österreichischen Krippenschnitzers Norbert Roth vor, das auch bereits als Grundlage für ein von ihm verfasstes Buch gedient hatte. Gemeinsam mit dem Bühnenfotografen Günter Linke hatte er dafür zahlreiche Krippen in Vilz, Roths Tiroler Heimatort, und der weiteren Umgebung besucht und sie sich in vielen Fällen auch von dem heute 95jährigen Künstler selbst erklären und interpretieren lassen. In seinem Vortrag brachte er ganz unterschiedliche Krippen und Krippenfiguren zu Gesicht – angefangen von kleinen und teils sehr kompakten Hauskrippen bis hin zu der großen Kirchenkrippe von Wels, die Roth in den Jahren 1961 bis 1971 im Auftrag der dortigen Herz-Jesu-Gemeinde gefertigt hatte. Für Barthelmeus, der eigentlich als Schauspieler und Regisseur arbeitet, war das Schreiben des Buches "Begegnung vor der Krippe" zugleich eine Missionsaufgabe, wie er selbst sagt, indem er seinen Leserinnen und Lesern über den künstlerischen Zugang etwas über die Weihnachtsgeschichte erzählt. Er hat den knapp 20 Zuhörerinnen und Zuhörern einen spannenden und zugleich sehr sinnlichen Abend bereitet und sie "dem Weihnachtsfest ein großes Stück näher gebracht". –um.





Adventskonzert (8. Dezember 2008)
Am Sonnabend, dem 6. Dezember, lud die Heinersdorfer Kantorei zu ihrem Adventskonzert in die Kirche ein, das von Kantor Wolfgang Hensel geleitet wurde. Auf dem Programm stand zuerst die Kantate 61 "Nun komm, der Heiden Heiland" von Johann Sebastian Bach, bei deren Aufführung neben dem collegium musicum und dem Chor auch der Kinderchor mitwirkte. Anschließend dirigierte Sebastian Hensel seine eigene Komposition – ein Konzert für Fagott und Streichorchester – das damit gleichzeitig zur Uraufführung kam, bevor der Abend durch das Concerto Grosso von Arcangelo Corelli – das so genannte Weihnachtskonzert – beschlossen wurde. Das nächste Konzert der Heinersdorfer Kantorei ist die traditionelle Musik zur Christnacht am Heiligen Abend um 23 Uhr. –um.



Adventsfeier in der Gemeinde (30. November 2008)
Mit der tradtionellen Adventsfeier wurde am 30. November in der Heinersdorfer Gemeinde die Adventszeit eingeläutet. Sie stand in diesem Jahr unter dem Thema "Einziehen – Umziehen" und begann um 15.30 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Kirche. Zu Beginn zogen denn auch die Kinder aus dem Kindergarten in die Kirche und durch einen geschmückten Bogen in den Altarraum ein - das Adventslied "Wir sagen euch an den lieben Advent" auf den Lippen. Später hatten auch alle anderen Gottesdienstbesucher Gelegenheit, selbst in der Kirche umherzuziehen und die unterschiedlichen Bilder zu betrachten, die an mehreren Stellen in der Kirche an die Wand projiziert waren. Nach dem feierlichen und musikalisch begleiteten Umzug in den Margaretensaal folgte dort das gemeinsame Kaffeetrinken mit Singen und einer weiteren Bildbetrachtung. Außerdem gab's einen Infostand über die Kindernothilfe, den die Junge Gemeinde betreute, und einen Büchertisch. –um.





Gottesdienst zum Pogromgedenken (11. November 2008)
Spiegelscherben im Altarraum, das Geräusch eingeworfener Fenster, das sich in fröhliche Klezzmer-Musik mischt, die Verlesung dutzender Namen ermorderter Juden aus der unmittelbaren Umgebung unserer Gemeinde. Die Ausdrucksmittel der Erinnerung an diesem Sonntag waren vielfältig und oft drastisch gewählt. Anlässlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht fand am 9. November in der Heinersdorfer Kirche ein Gedenkgottesdienst für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus statt, der von der Jungen Gemeinde vorbereitet und gestaltet wurde. Mit Berichten über die Ereignisse jener fatalen Novembernacht und über das, was in den Jahren danach noch folgte, mit Gedichten und Liedern wurde der unzähligen Menschen gedacht, die in Deutschland und in ganz Europa dem Rassenwahn zum Opfer fielen. Zum Zeichen des Gedenkens aber auch als Hinweis darauf, dass die Auslöschung des Volkes Gottes trotz der vielen Millionen Toten letztlich nicht erreicht wurde, konnten die Gottesdienstbesucher Teelichte entzünden und nach vorne bringen. –um.

Rüstzeit der Jungen Gemeinde (8. Oktober 2008)
Vom 2. bis 5. Oktober fuhr die Junge Gemeinde Heinersdorf wieder auf eine Wochenend-Rüstzeit nach Zeestow im Havelland. Dank des günstig gelegenen Feiertags ging's diesmal schon am Donnerstagabend los - noch mehr Zeit also, gemeinsam zu spielen, zu singen und zu klönen, gemeinsam zu essen, das Essen vorzubereiten und vielen mehr. Als Thema stand Vergebung!? im Mittelpunkt des Wochenendes. Es ging darum, wozu Vergebung überhaupt gut ist, wann wir vergeben können und wann nicht, welche Geschichten sich dazu in der Bibel finden und wie das eigentlich mit der Vergebung der Sünden durch die Kreuzigung Jesu ist. Zwischendurch konnte das nagelneue Heinersdorfer JG-Spiel ausprobiert werden, und abends begab man sich auf die nicht ganz erfolgreiche Suche nach dem Brieselanger Licht. Abschließender Höhepunkt war der Erntedankgottesdienst am Sonntagvormittag mit multimedialer Foto-Story, die das Thema des Wochenendes nochmals aufgriff, selbst gebackenem Erntebrot und einem eigens komponierten und getexteten Erntedanklied. –um.







Partnerschaftswochenende in Bad Oeynhausen (30. September 2008)
Pünktlich um 20.20 Uhr kam eine kleine Delegation der Heinersdorfer Gemeinde im Kurort Bad Oeynhausen an, wo sie bereits freudig erwartet wurde: Die Gastgeber der Wicherngemeinde hatten sich auf dem Bahnsteig versammelt, um die Heinersdorfer zu begrüßen. Vom 19. bis 21. September kamen beide Gemeinden wieder zu ihrem traditionellen Partnerschaftswochenende zusammen. Ein gemeinsamer Ausflug führte am Samstag ins benachbarte Herford - in "dat hillige Herwede", wie es wegen seiner vielen Kirchen und Kapellen auch heißt. Bei herrlichem Spätsommerwetter gab's sachkundige Führungen unter anderem durch die St. Marien-Kirche Stift-Berg, eine westfälische Hallenkirche, und durch MARTa, ein Museum für zeitgenössische Kunst. Abends wurde Wissenswertes über die Geschichte Oeynhausens berichtet. Nach einem leckeren Abendessen im Gemeinderaum erzählte Hermann Ovesiek, ehemals Pfarrer im benachbarten Babbenhausen-Oberbecksen, wie es zur Gründung, Entwicklung und Namensgebung des Ortes kam. Fazit: "Ohne Berlin gäbe es kein Oeynhausen!" Mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche und dem anschließenden Mittagessen endete das Partnerschaftswochenende. Im kommenden Jahr werden die Oeynhauser dann wieder zu Gast in Heinersdorf sein. –um.









Gottesdienst zum Schuljahresanfang (11. September 2008)
Mit einem feierlichen Gottesdienst wurden am 7. September, einen Tag nach der "richtigen" Einschulung die Schulanfänger dieses Jahres begrüßt. In einer symbolischen Handlung wurden die Fünf- und Sechsjährigen dabei von ihren Eltern aus der Obhut des Kindergartens am Eingang der Kirche vorbei an den gut gefüllten Bankreihen zur Christenlehre getragen, die am Altar mit etwa 20 Kindern der zweiten bis sechsten Klasse gemeinsam mit der Katechetin Doreen Kohlstock Platz genommen hatte und auf die Neuankömmlinge wartete. Zur Begrüßung gab's kleine Geschenke und die herzliche Einladung zur Christenlehre. Anschließend richtete auch die Religionslehrerin an der Heinersdorfer Grundschule, Daniela Glaser, noch einige Worte an Kinder und Eltern. Der Familiengottesdienst, der Große und Kleine in gleicher Weise mit einbezog wurde von Hildegard Seifert geleitet, die auch die Predigt hielt. Er stand unter dem Motto Cool sein, stark sein, austeilen – Warm sein, schwach sein, austeilen und nahm damit auf die unterschiedlichen Charaktere und Situationen Bezug, auf die sich die Kinder in der Schule einstellen müssen. –um.
Fußball-EM im Margaretensaal (30. Juni 2008)
Vier Wochen lang drehte sich in Europa alles um den Fußball. Und auch in Heinersdorf konnte man die Europameisterschaft im Rahmen des so genannten Public Viewing, das die EKD ermöglichte, auf großer Leinwand verfolgen - im Margaretensaal. Auch wenn's zum Schluss mit dem Titel nicht ganz geklappt hat, fieberten fast jeden Abend viele Fans mit dem deutschen Team und mit anderen Mannschaften (hier das Halbfinale am 25. Juni). Auch für die Jugendlichen sprang dabei etwas heraus: Die Gemeinde schaffte ein Kickerspiel an, das sich bereits großer Beliebtheit erfreut. –um.



Sommerfest der Gemeinde (30. Juni 2008)
(K)einer weiß, wohin die Reise geht. Unter diesem Motto, das zur Sommerzeit ebenso passt wie auf die Geschichte des wandernden Gottesvolkes im Alten Testament, stand das diesjährige Gemeindefest, das am 28. Juni in Heinersdorf stattfand. Nach einer kurzen Andacht in der Kirche, in der es um die Wanderung des Stammvaters Abraham ging, wurde das Fest wegen des wechselhaften Wetters im Margaretensaal fortgesetzt. Nach Kaffee und Kuchen gab's ein Bibelquiz zum Reisen (mit einem Tankgutschein als Hauptgewinn), ein Bastelprogramm für die Kinder und Stände einzelner Gemeindegruppen. Wenn es gerade nicht regnete, standen draußen sportliche Angebote bereit. Mit dem traditionellen Serenadenkonzert der Heinersdorfer Kantorei ging das Gemeindefest am Abend weiter. Auf dem Programm standen unter anderem Lieder der Romantik, die der Chor intonierte, und das a-moll-Konzert für Geige und Streichorchester von Johann Sebastian Bach. Unter der Leitung von Sebastian Hensel spielte das collegium musicum auch die Uraufführung des Klagelieds der Antigone für Sopran und Streichorchester, das von ihm selbst komponiert wurde. Der Abend klang bei Bier und Rostwurst und fast ohne Regen im Pfarrgarten aus. –um.







Nacht der offenen Kirchen (13. Mai 2008)
Mit einem Besucherrekord ging die diesjährige Nacht der offenen Kirchen in Heinersdorf zu Ende. Während der fünf Stunden, in denen die Heinersdorfer Kirche in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag geöffnet war, kamen insgesamt mehr als einhundert Menschen in die von innen und außen angestrahlte und mit Kerzen beleuchtete Kirche. Die meisten Besucher kamen nicht nur, um sich das Gotteshaus einmal von innen anzusehen, sondern nahmen auch an einer oder mehreren der stündlich stattfindenden besonderen Angebote teil, die diesmal das gemeinsame Motto "... dann hör' ich ein Rufen vom Himmel" miteinander verband. Auf dem Programm standen unter anderem eine Glockenführung auf dem Kirchturm, ein kleines Kammerkonzert, die Vorführung der Orgel mit Choralimprovisationen und eine Taizéandacht. Zwischendurch gab's bei Erfrischungen und kleinen Snacks die Möglichkeit für Gespräche und stille Meditation. Die Nacht der offenen Kirchen fand in Berlin und Brandenburg bereits zum achten Mal statt. Die Gemeinde Heinersdorf beteiligte sich zum vierten Mal an der Initiative. –um.



Konfirmation 2008 (12. Mai 2008)
Am Pfingstsonntag, dem 11. Mai, fand in der Heinersdorfer Kirche wieder Konfirmation statt. Fünf Jugendliche im Alter von 14 Jahren bekannten sich damit vor Gott und vor der Gemeinde zu ihrem Glauben und zu ihrer Taufe. Die feierliche Einsegnung bildete das Ende der etwa eineinalbjährigen Konfirmandenzeit, während derer die Konfirmanden auch zu einer gemeinsamen Wochenendfahrt mit der Jungen Gemeinde unterwegs waren. Die Junge Gemeinde lud denn zum Schluss des Gottesdienstes auch zu ihren wöchentlichen Treffen im Jugendraum ein. Der Gottesdienst, in dem auch das Abendmahl gefeiert wurde, wurde durch die Kantorei musikalisch ausgestaltet. –um.



Trödelmarkt in der Kita (4. Mai 2008)
Bei schönstem Sonnenschein und herrlichen Temperaturen war auch der diesjährige Frühlingströdelmarkt der Kita Heinersdorf ein voller Erfolg. Während die Kinder rutschten, buddelten und sich am reichhaltigen Kuchenbuffet gütlich taten, konnten die Erwachsenen an zahlreichen Trödelständen tolle Kinderkleidung und Spielzeug erstehen oder die Zeit zu einem ausgiebigen Plausch nutzen. Das von Standmiete und Kuchenverkauf eingenommene Geld soll dem Kindergarten für die Anschaffung eines neuen CD-Players zur Verfügung gestellt werden. Nun freuen wir uns schon auf den nächsten Trödelmarkt im Herbst. –cl.



Fusion beschlossen (14. April 2008)
Am Ende stimmten die Synoden der drei Kirchenkreise Wedding, Weißensee und Pankow mit großen Mehrheiten zu, als es am 12. April in der Weißenseer Stephanus-Stiftung um die Bildung eines gemeinsamen Kirchenkreises ging. Zuvor wurde in der mehr als fünfstündigen Debatte in der geschichtsträchtigen Friedenskirche um viele Einzeheiten und um manche Formulierung gerungen. Im selben Raum hatte 1950 die erste Nachkriegssynode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stattgefunden. Die Sitzung wurde von den Präsides der drei Synoden gemeinschaftlich geleitet. Als Gast war auch der Generalsuperintendent von Berlin, Martin-Michael Passauer mit dabei, der am 15. Mai in den Ruhestand geht. Wenn die Kirchenleitung der Fusion noch zustimmt, wird der neue Kirchenkreis mit dem Namen Evangelischer Kirchenkreis Berlin Nord-Ost vom 1. Mai an an die Stelle der bisherigen drei Kirchenkreise treten. Der gemeinsamen Synodaltagung mit dem Fusionsbeschluss war ein etwa einjähriger Prozess vorausgegangen, in dem eine so genannte Steuerungsgruppe und vier thematisch bezogene Teilprojektgruppen die Einzelheiten des Zusammenschlusses aushandelten. Dem neuen Kirchenkreis gehören 46 Gemeinden mit insgesamt mehr als 73.000 Gemeindegliedern an. Die konstituierende Synode tritt am 14. Juni zusammen. Dann soll auch entschieden werden, wo sich die Superintendentur des neuen Kirchenkreises und das geplante kreiskirchliche Zentrum befinden sollen. –um.



Vortrag von Prof. Richard Schröder (9. April 2008)
Am 8. April sprach Prof. Dr. Richard Schröder im Rahmen der Heinersdorfer Vorträge zum Thema Märtyrer. Der Philosoph und Theologe, der in diesem Jahr 65 Jahre alt wird, leitet den Lehrstuhl für Philosophie in Verbindung mit Systematischer Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Märtyrer (aus dem Griechischen Zeuge, Zeugnis geben) werden Menschen bezeichnet, die um ihres Glaubens und dessen Bekenntnisses willen sterben. Zum Ausgangspunkt für seinen Vortrag vor den etwa 40 Zuhörerinnen und Zuhörern im Margaretensaal wählte Schröder das christliche Märtyrer-Verständnis, ging auf dessen biblische Ursprünge sowie jüdische (hier vor allem in der Zeit der Makkabäer) und griechische Vorläufer (beispielhaft am Tod des Sokrates) ein und setzte es in den politischen Gesamtzusammenhang der ersten Jahrhunderte nach Christus. Anschließend schlug er einen Bogen zu den christlichen Kreuzzügen bis hin zum Heldengedenken in der Neuzeit, beispielsweise nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 und dem ersten Weltkrieg. Schließlich kam Schröder zum Märtyrertum im Islam, über das im Koran zwar noch nichts gesagt, von dem aber bereits in den prophetischen Schriften die Rede ist. In engem Zusammenhang dazu ist der Begriff des Jihad (wörtlich: Anstrengung auf dem Wege Gottes, Kampf) zu sehen, der innerhalb des Islam durchaus unterschiedlich interpretiert wird und dessen Bedeutung entsprechend umstritten ist. Islamistische Selbstmordattentäter, die sich auf das Märtyrertum berufen, entfernen sich laut Schröder in dreierlei Hinsicht von dessen klassichem Verständnis: Sie sind selbsternannt, nehmen den Tod unbeteiligter bzw. neutraler Dritter billigend in Kauf und übertreten zudem das strenge Tabu des Selbstmords. Neben einer Erklärung für diese sehr neue Entwicklung, die die Wahrnehmung des Islam heute maßgeblich prägt, wies der Referent abschließend darauf hin, dass die Idee von Selbstmordattentätern nicht als typisch für den Islam bezeichnet werden könne und auch nicht ausschließlich auf diese Religion zurkzuführen sei. Zusammenfassend meinte Schröder, dass die Gefahren, die heute von islamistischen Strömungen ausgingen, keinesfalls verharmlost werden dürften, er warnte aber auch vor einer Angstmache in Bezug auf den Islam und dessen Ausbreitung. –um.



Jugendkreuzweg (17. März 2008)
Wer in der Nacht vom 14. zum 15. März gegen ein Uhr in Heinersdorf unterwegs war, konnte sich vielleicht über die ungewöhnliche Prozession wundern, die sich da in Richtung Kirche bewegte. Da waren die knapp 100 Jugendlichen aus den Kirchenkreisen Pankow und Weißensee allerdings erst ziemlich am Anfang des traditionellen Jugendkreuzweges, der immer am Freitag vor Palmsonntag stattfindet und eine ganze Nacht lang dauert. Heinersdorf war die zweite Station dieses Kreuzweges, der in der Hoffnungskirche in Pankow begonnen hatte und mit dem Wort Menschensohn überschrieben war. Mit diesem alten biblischen Titel für den Retter, den Messias knüpft der Kreuzweg an die Hoffnungen des Volkes Israel auf Gerechtigkeit und Frieden an - Hoffnungen, die auch für uns lebendig sind. Illustriert wurde der Kreuzweg in diesem Jahr durch den Künstler Hans-Hilmar Seel. Das Thema der Station in Heinersdorf war Last tragen (siehe Bild), und das konnten alle Anwesenden auch gleich ganz körperlich erfahren, indem sie schwere Steine durch die Bänke gaben. Was den Mitgliedern der Heinersdorfer Jungen Gemeinde zu dem Thema eingefallen war, zeigten sie in einer Pantomime und einem kurzen Anspiel. Anschließend machten sich die Jugendlichen wieder auf und zogen zur nächsten Station nach Blankenburg, von wo es über die katholische und die evangelische Kirche in Buchholz und die Kirche in Alt-Karow bis zum Gemeindezentrum in Karow-Nord ging. –um.





Vortrag über Brahms (11. März 2008)
Mit einem besonderen Highlight wurden am 11. März die monatlich stattfindenden Heinersdorfer Vorträge fortgesetzt: Bereits zum zweiten Mal war der Musikwissenschaftler Dr. Jan Brachmann zu Gast, der diesmal vor dem vielzählig erschienen und begeisterten Publikum über das Thema Johannes Brahms - Ein Deutsches Requiem: Biblisch, nicht christlich referierte. Das Werk, dessen Uraufführung sich in diesem Jahr zum 140. Mal jährt, zählt zu den bedeutendsten Kompositionen des Romantikers. Brachmann, Autor des 2003 erschienenen Buches Kunst - Religion - Krise: der Fall Brahms, ging in seinem Vortrag vor allem auf die Texte ein, die im Brahms'schen Requiem vertont wurden. Dabei handelt es sich um Bibelstellen des Alten und Neuen Testaments, womit das Deutsche Requiem entegen der traditionellen Totenmusiken keine liturgische Messe ist. In seinen Forschungen war Brachmann unter anderem der Frage nachgegangen, wie Brahms zu dieser Textauswahl kam: Wohl unter Zuhilfenahme der Querverweise in seiner gründlich mit Markierungen und Marginalien versehenen Bibelausgabe der Hamburg-Altonaer Bibelgesellschaft, nicht nachgewiesermaßen vielleicht auch auf Anregung weiblicher und geistlicher Zeitgenossen. Seine Bibelfestigkeit jedenfalls war schon zu Brahms' Lebzeiten immer besonders betont worden - wohl unter anderem deshalb, weil sie für bildungsnahe Städter seiner Zeit bereits als äußerst untypisch galt. Im Hinblick auf das Requiem ist vor allem eine Frage von besonderem Interesse - nämlich, warum der direkte Bezug zu Jesus Christus im gesamten Werk fehlt - wie übrigens auch in Brahms' sonstigen Vertonungen religiöser Texte. Brachmann rückte diese Problematik und vor allem die in der Brahms-Forschung gern vertretene Schlussfolgerung einer antischristlichen oder atheistischen Grundhaltung des Komponisten in den historischen Kontext und die besondere gesellschaftliche und politische Situation im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er stellte auch die besondere Bedeutung der Bibel als das große Buch über und für den Menschen für Johannes Brahms heraus. Seine musikalischen Werke - und allen voran das Deutsche Requiem - waren für ihn immer auch Ausdruck des persönlichen Glaubens. Und in diesem Glauben hatte Christus wohl zumindest keinen festen Platz, weshalb Brahms darüber lieber schwieg. Jan Brachmann betonte allerdings, dass Brahms mit seinem Requiem jedoch keineswegs den Zugang zu Christus verbauen, sondern den Trost, den das Werk vermittelt, möglichst überkonfessionell wirksam lassen werden will. –um.





Johannes-Passion in Weißensee (9. März 2008)
Am Sonnabend, dem 8. März musizierte die Heinersdorfer Kantorei gemeinsam mit der Kantorei der Gemeinde Weißensee die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. Die beiden Chöre, die das Werk bereits vor vier Jahren gemeinsam gesungen hatten, brachten es in der schwach besetzten Pfarrkirche in Weißensee zusammen auf fast 60 Sängerinnen und Sänger. Auch das Orchester setzte sich zu großen Teilen aus Musikern der Heinersdorfer Kantorei zusammen. Als Solisten sangen Ricarda Vollprecht (Sopran), Elke Redmann (Alt), Heie Erchinger (Tenor), Rüdiger Scheibl (Bass - Pilatus und Arien) und Hermann-Eike Keller (Bass - Christus). Am Pult stand diesmal Thomas Lanz, Kantor der Weißenseer Gemeinde. Der Heinersdorfer Kantor Wolfgang Hensel, der im Juni 81 Jahre alt wird, verfolgte die Aufführung aus der ungewohnten Perspektive der ersten Reihe. Er hatte zuvor einen großen Teil der Einstudierung des Werkes mit dem Chor übernommen. Auch wenn er diesmal nicht die Leitung inne hatte, will sich Wolfgang Hensel noch lange nicht aufs Altenteil begeben: Neben vielen kleineren Konzerten und der musikalischen Begleitung besonderer Gottesdienste steht im November die Aufführung des Mozart-Requiems an. Im Advent folgt das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. –um.
Gottesdienst zum Weltgebetstag (9. März 2008)
Wie in jedem Jahr fand auch 2008 wieder am ersten Freitag im März der Weltgebetstag statt, dessen Ordnung in diesem Jahr von Frauen aus Guyana vorbereitet wurde. Und auch in Heinersdorf wurde aus diesem Anlass wieder ein Gottesdienst gefeiert, der mit seiner besonderen Atmosphäre immer mehr Gäste anzieht: Der Stuhlkreis im Gemeinderaum, der um den liebevoll dekorierten Altar aufgestellt worden war, war an diesem 7. März bis auf den letzten Platz besetzt. Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung lagen in den bewährten Händen von Gisela Nowitzki. In den Texten, die abwechselnd von Frauen aus der Gemeinde gelesen wurden, ging es viel um die Situation der Frauen in dem südamerikanischen Land, um ihre Schwierigkeiten und Probleme, um ihre Hoffnungen und ihren Glauben. Im Mittelpunkt der Liturgie stand das Thema Weisheit. Der Vers aus dem Buch Hiob "Die Furcht vor dem Herrn, das ist Weisheit, das Meiden des Bösen ist Einsicht." lag auch in großen Buchstaben in der Mitte des Raumes. Um diesen alttestamentarischen Text und um die Begegnung Jesu mit Maria und Martha, von der im Lukasevangelium berichtet wird, ging es auch in der Predigt, die in diesem Jahr von Barbara Bresch gehalten wurde. Für die musikalische Begleitung der ungewohnten und rhythmisch anspruchsvollen Lieder sorgte Gerd Müller. –um.



Jugendfahrt nach Zeestow (18. Februar 2008)
Vom 15. bis 17. Februar fuhr die Heinersdorfer Junge Gemeinde wieder gemeinsam auf eine Wochenendrüstzeit nach Zeestow bei Berlin. Unter den 15 Teilnehmern waren auch fast alle Konfirmanden, die am Pfingstsonntag dieses Jahres eingesegnet werden sollen. Das Wochenende stand unter dem Thema Grenzenlos!?. Persönliche Grenzen, deren Ursachen, Überwindung bzw. Einhaltung spielten dabei ebenso eine Rolle wie rechtliche, politische und ethische Grenzziehungen. Jesus Christus als Überwinder der vormals doch recht hohen Grenze zwischen Himmel und Erde - zwischen Gott und den Menschen also - hat in seinem Leben wiederum viele Grenzen neu gesetzt oder ganz aufgehoben. In einem Gottesdienst, in dem ein gemeinsames Agapemahl gefeiert wurde, ging es um die Liebe als das ewig Bleibende und um die Begrenztheit unserer hiesigen Erkenntnis (1. Korinther 13). Am Samstagabend sorgte das Spiel ohne Grenzen für Unterhaltung und einen sportlich-kreativen Vergleich in den unterschiedlichsten Disziplinen. Für die kulinarische Versorgung am Wochenende sorgten die Jugendlichen wie immer selbst: Vom Einkauf am Tag der Abreise bis zum gemeinsamen Kochen und Zubereiten der Mahlzeiten legten sie selbst Hand an und machten das Wochenende somit wieder zu einem rundum gemeinschaftlichen Gruppenerlebnis. –um.









Rüstzeit des Gemeindekirchenrates (28. Januar 2008)
Vom 25. - 27. Januar fuhr der Gemeindekirchenrat zu seiner jährlichen Rüstzeit nach Lobetal. Der GKR hatte sich für diese Fahrt vorgenommen, sich mit dem Perspektivprogramm der EKBO mit dem Titel "Salz der Erde" zu befassen. Eine erste Erfahrung zum Thema waren Frau Döhles unterschiedlich gesalzenen Kekse. Eine Bibelarbeit und die anschließende Gruppenarbeit zum Perspektivprogramm führten zu ersten Ergebnissen, die den Mitgliedern der Heinersdorfer Gemeinde auf der Gemeindeversammlung am 10. Februar präsentiert werden sollen. Am frühen Abend wurde es dann besonders sportlich: der GKR verfolgte das EM-Halbfinalspiel im Handball. Nach einer Sitzung des GKR und dem Gottesdienst in der Lobetaler Kirche am Sonntag fuhren wir wieder nach Hause.
Das Perspektivprogramm kann von der Website der EKBO heruntergeladen werden. http://www.ekbo.de/Dateien/EKBO_Perspektivprogramm.pdf –sh.
Don Kosaken in Heinersdorf (10. Janaur 2008)
Am 9. Januar war es wieder so weit: Die bereits zu Stammgästen gewordenen Maxim Kowalew Don Kosaken sangen in Heinersdorf und begeisterten ihr Publikum wie immer. Das klatschte nicht nur zwischen den einzelnen Stücken, sondern zuweilen auch im Takt zu denselben. In der noch weihnachtlich geschmückten Kirche gaben die sieben sangeskräftigen Männer zumeist unterstützt von einem Akkordeon vor allem traditionelle russische Weisen zum Besten. Gegen Ende wechselten die Don Kosaken dann ihre Muttersprache doch noch gegen die deutsche und das ansonsten dominierende stimmgewaltige forte gegen ein fast gehauchtes piano aus, als sie das Volkslied Guten Abend, gut' Nacht in der bekannten Fassung von Johannes Brahms erklingen ließen. Der Aufforderung zum Mitsingen der zweiten Strophe entzogen sich zumindest einige textsichere Zuhörer denn auch nicht. Nach neunzig Minuten ging das traditionell ausgerichtete Programm mit dem (zumindest für deutsche Ohren) wohl bekanntesten russischen Volklied zu Ende: Kalinka. –um.