Dezember 2012 – Februar 2013

In unserer Heinersdorfer Kirche.

Ein ungewöhnlicher Ausschnitt. Warum fotografiert man das?

Am Heiligen Abend und in der Weihnachtszeit ist an dieser Stelle mehr zu sehen. Dann ist da keine kahle Wand. Dann steht an dieser Stelle die Heinersdorfer Krippe.

Ein Foto ist kein Ersatz für das, was man dann sieht, wenn man sich die Krippe im Original anschaut.

Gott ist in Jesus Christus in unsere Welt gekommen. Das muss man erlebt und gesehen haben. Wie kann man das heute konkret spüren?

Es ist vielleicht sogar einfacher, als man denkt. Probieren Sie es aus. Kommen Sie in unsere Gottesdienste. Zum Beispiel an Heilig Abend ...

Bis dahin Ihr

Andreas G. Kaehler

Titelbild

Foto: Andreas G. Kaehler (November 2012)

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!
Jesaja 60, 1 (Monatslosung Dezember 2012)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

womit beginnt eigentlich die Weihnachtsgeschichte? Was ist das für eine Frage? Ein einfacher Satz. Viele kennen ihn sogar auswendig. In der Übersetzung Martin Luthers klingt er so (Lukas 2, 1): „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“

Kaiser Augustus wollte es wohl ganz genau wissen. Wollte er alles erfassen, was es auf der Welt gibt? Alle Menschen, alle Reichtümer, alle Gebäude, alle Ackerflächen, alle Straßen, alle Entfernungen ...? So etwas wie die Vermessung der Welt zur Zeit des antiken Rom? Aber das geht doch gar nicht. Man kann unmöglich alles genau erfassen und genau darüber Buch führen. Es bleibt immer unvollständig, Fehler schleichen sich ein. Selbst wenn man genau vorginge und Computer zur Verfügung hätte, die es damals noch nicht gab, wäre es immer nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit.

Vielleicht handelte es sich bei dem, was Lukas hier beschreibt, nur um eine Art Volkszählung oder Steuerschätzung, vielleicht auch nur in einem Teilgebiet des damaligen Römischen Imperiums, die während der Regierungszeit des Kaisers Augustus stattgefunden hat. Auch heute ist es immer noch so, dass es trotz neuester Computertechnik und raffinierter mathematischer Rechenformeln auch für Volkswirtschaftler, Politiker oder Finanzspezialisten praktisch unmöglich ist, das Steueraufkommen der nächsten Jahre oder die Entwicklung der Wirtschaft genau im Voraus zu berechnen. Wie problematisch so etwas sein kann, erleben wir ja gerade am Beispiel von Griechenland, wo die Zahlen ständig nachgebessert werden müssen und der Schuldenberg steigt.

Es wäre also ein Irrtum, zu meinen, dass Lukas mit dem ersten Satz der Weihnachtsgeschichte sagen wollte, dass Augustus in der Lage gewesen wäre, die ganze Welt zahlenmäßig zu erfassen. Schon im ersten Buch der Bibel (1. Mose 13, 16b) finden wir die Frage: „Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen?“

Ich habe jedenfalls bisher noch niemanden gesehen, der versucht hat, die Sandkörner am Strand zu zählen. Der Blick aufs Meer hinaus bringt vermutlich mehr Erholung oder auch die Beobachtung eines Sonnenaufgangs am Meer. Was wirklich wichtig ist, lässt sich nicht in Zahlen (er)fassen. Und wenn wir den ersten Satz der Weihnachtsgeschichte kennen, dann wissen wir damit noch nicht, worum es geht. Wir erfahren hier nur, wann das besondere Ereignis passiert ist, das die Welt verändert hat. Vor über 2000 Jahren kam Jesus als Mensch geboren in unsere Welt. So feiern wir an Weihnachten seine Geburt. Die Kerzen am Adventskranz und die Lichter am Weihnachtsbaum symbolisieren etwas von dem Licht, das mit Jesus Christus in die Welt gekommen ist.

In einer Welt voller schlechter Nachrichten ist plötzlich die gute Nachricht zu hören: Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr!

Selbst die Hirten auf dem Feld – mitten in der Nacht – waren überrascht. Es kommt eine Wärme in unsere kalte Welt, die uns nicht kalt lässt. Dieses Licht möchte es auch bei uns heller machen. Auch bei uns soll und darf sich etwas ändern. Der Monatsspruch für den Dezember ermuntert uns: Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! (Jesaja 60, 1).

Wir sind gefragt. Jesus Christus ist als Mensch geboren worden. Er zeigt uns Gottes Liebe. So dürfen wir uns – nicht nur zur Weihnachtszeit – fragen: Wie wichtig ist uns Gott? Denn nicht Zahlen sind das wichtigste in unserem Leben. Ist es nicht wohltuender, etwas von Gottes Liebe zu spüren als Statistiken, Bilanzen oder Börsenkurse zu lesen? Wie ernst nehmen wir, dass Gott in Jesus Christus in unsere Welt gekommen ist? Und wie begegnen wir anderen Menschen, die alle, so wie wir selbst, Gottes Geschöpfe sind, so dass etwas von Gottes Liebe spürbar wird? So könnte man die Aufforderung: Mache dich auf, werde licht! verstehen. Denn Jesus ist in unsere Welt gekommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr 2013

ganz herzlich,

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Unsere Gemeinde im Rückblick
Besuch bei der Wichernkirchengemeinde, unserer Partnergemeinde, in Bad Oeynhausen vom 21. bis 23. September 2012

Eine muntere Truppe von acht Personen machte sich bei strahlendem Sonnenschein per IC auf den Weg Richtung Westfalen. Es war eine angenehme und kurzweilige dreistündige Zugfahrt.

In Bad Oeynhausen wurden wir von Pfarrer Mengel und quartiergebenden Gemeindemitgliedern herzlich in Empfang genommen und in unsere Gastquartiere gefahren. Alle freuten sich auf das Wiedersehen und hatten eine Menge zu erzählen.

Als Neulinge in der Runde hatten wir natürlich erst einmal viele Fragen an unsere Gastgeberin. Es war ein interessanter Beginn bei einem leckeren Abendessen.

Zu 19.30 Uhr waren wir von der Wicherngemeinde zum „Konzert für Amazonien“ in die Auferstehungskirche am Kurpark eingeladen. Es war ein abwechslungsreicher Abend mit wunderschöner lateinamerikanischer Musik, lyrischen Vorträgen und ökologischen Appellen an das Publikum zur Erhaltung dieses einzigartigen Lebensraumes. Das ganze wurde untermalt von einer Art Overhead-Projektion mit Zeichnungen, Licht- und Farbspielen auf einer großen Leinwand. Die Bildgebung trat, solange Licht durch die Scheiben fiel, in Konkurrenz mit den wunderschönen Glasfenstern in der Apsis.

Koptische Kirche I   Koptische Kirche II

Am Sonnabend hatten wir ein besonderes Erlebnis. Unsere Gastgeber fuhren uns in Fahrgemeinschaften durch das sonnige, frühherbstliche westfälische Bergland zum Kloster Brenkhausen bei Höxter.

Das Kloster ist der Sitz von Generalbischof Anba Damian, dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche für Deutschland. Die Klosteranlage wurde bis 1993 unterschiedlich genutzt. Die Gemeinde Brenkhausen wusste sie bei den Kopten in guten Händen und verkaufte ihnen das Kloster 1994 gegen Auflagen zu einem symbolischen Wert von einer D-Mark. Seitdem restauriert die koptische Gemeinde das Anwesen denkmalgerecht mit großem Aufwand. Es ist bewundernswert, was bisher in Eigenleistung entstanden ist. Wir nahmen an einer Andacht teil, die der Bischof Damian für alle Besucher hielt.

Nach dem spirituellen Teil, beendet mit einem Weihrauchnebel, erklärte er uns die sehr schön hergestellte Kapelle mit Wandgemälden und dem Allerheiligsten hinterm Vorhang sowie dem Taufraum mit zwei Tauchbecken für Erwachsene und für Kinder. Zur Restaurierung und der fachmännisch ausgeführten Instandsetzung mit dem Nachbau originaler Teile durch Handwerker aus dem Umland und auch aus Ägypten konnte er uns gute Einblicke geben.

Im Anschluss wurden wir im Refektorium mit einem opulenten und köstlichen Mittagsmahl von den koptischen Mitarbeitern des Klosters bewirtet.

Dann gab es eine Führung durch instand gesetzte und in Renovierung befindliche Gebäudeteile und wir sahen eine liebevoll zusammengestellte Ausstellung von Bibeln aus aller Welt und diversen christlichen und jüdischen historischen Ausstellungsstücken.

Koptische Kirche III   Heiliggeist-Kirche Bad Oeynhausen

Aufschlussreich war ein Gespräch mit Bischof Damian zu aktuellen Problemen, denen koptische Christen in Ägypten durch radikale islamistische Strömungen ausgesetzt sind. Seitens der Politik gibt es keine Hilfsangebote, da das ein Problembewusstsein der entsprechenden Behörden vor Ort voraussetzen würde. Also geht es dort ungestraft weiter mit der Unterdrückung, Verletzung oder gar Ermordung von koptischen Christen. Schockierend, die Narben einer solchen Verletzung am Unterarm einer jungen Mitarbeiterin beim Servieren zu sehen.

Der katholischen Kirche, die zum Bauensemble gehört, mit ihrer schönen Innengestaltung, statteten wir auch einen Besuch ab.

Die Kaffeetafel war für uns liebevoll im Landhaus des beschaulichen Ortes Schieder gedeckt, in dem sich auch ein kleines Schlösschen mit Garten befindet, dem Sommersitz der Lippeschen Herzogsfamilie (das kommt für uns Berliner gleich nach den Märchen aus Tausendundeiner Nacht!).

Am Samstagabend saßen wir im Gemeindesaal der Wicherngemeinde an hübsch gestalteten Tischen und genossen das gemeinsame Abendessen, teils von Gemeindemitgliedern mitgebracht, teils vor Ort zubereitet. Es war ganz lecker und verführte zu größeren Portionen, weil man jede Speise kosten wollte. Dazu gab es einen regen Gedankenaustausch mit den Tischnachbarn.

Mit einer Powerpoint-Präsentation berichtete der Gemeindepädagoge Aktuelles aus der Jugendarbeit der Gemeinde. Weitere Themen zum derzeitigen Gemeindeleben unserer Gastgeber sowie das Schwelgen in alten Erinnerungen mit Fotos von vorangegangenen Besuchen zwischen den Partnergemeinden schlossen sich an. Gemeinsam sahen wir uns noch einen französischen Film über die Pilgerreise von drei zerstrittenen Geschwistern in den besten Jahren nach Santiago de Compostela an.

Am Sonntag erlebten wir den Gottesdienst in der Kirche der Wicherngemeinde, geleitet von Pfarrer Matthias Mengel und Pfarrer Andreas Kaehler. Dazu gab es sehr schönen Chorgesang unter der Leitung von Frau Mengel. Das war in diesem großen, modernen und akustisch wunderbar ausgewogenem Raum ein besonderes Erlebnis. Wie auch das gesamte Ensemble von Gebäuden auf dem Kirchgelände, erbaut unter der Leitung von Architekt Ochs im Jahr 1960, ein Beispiel für gelungenen integrierten Sakralbau darstellt.

Unaufgeregt, flink und fast wie von Geisterhand zauberten die Frauen der Gemeinde ein ganz tolles Mittagessen auf den Tisch, dem alle Anwesenden gut zusprachen. Wir erfuhren noch vom Umzug des Kindergartens innerhalb des Hauses und Nutzungsänderungen in den Sozialräumen im Kellergeschoß (mit Besichtigung). Dann folgten die Gruppenbilder, herzliches Dankeschön zur Verabschiedung und die Fahrt zum Bahnhof.

Auf der Rückfahrt hatte man drei Stunden Zeit, sich die einzelnen Erlebnisse und Begegnungen noch einmal vors geistige Auge zu holen.

Auf diesem Wege noch einmal vielen herzlichen Dank an alle, die uns dieses schöne, gemeinsame Wochenende vorbereitet und gestaltet haben und uns ein schönes Dach über den Kopf gaben.

Wir freuen uns auf den Gegenbesuch im September 2013 und hoffen, ihnen genauso gute Gastgeber zu sein.

Ursula Kretzschmar (Fotos: Wolfgang Happach)

Der e-Gemeindebrief ist da ...

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser.

Im Zeitalter der neuen Medien gibt es auf den Onlineportalen der anderen Kirchengemeinden die Möglichkeit, eine Vielzahl von Dokumenten als PDF runterzuladen oder „neudeutsch“ zu downloaden.

Seit längerer Zeit kam auch bei uns immer wieder die Anfrage, ob es unseren Gemeindebrief, wie in anderen Gemeinden üblich, als PDF zum Download gibt, ... „es wäre doch schön für ehemalige Gemeindemitglieder die weggezogen sind, – oder wenn dieser mal in die Papiertonne gelangt ist, – oder einfach, weil ich ihn nicht erhalten habe ...“ solche oder ähnliche e-Mails haben wir bekommen.

Das vollständige Gemeindeblatt in der Druckfassung (als PDF-Datei) Online zu stellen, finden wir aus Datenschutzgründen (Geburtstage, Amtshandlungen etc.) sehr bedenklich und wir möchten es auch nicht.

Mit Erscheinen dieses Gemeindebriefes gibt es aber die Möglichkeit, unser vollständiges Gemeindeblatt in der Druckfassung (PDF) per e-Mail zu bekommen.

Bitte senden Sie einfach eine Mail mit Namen, Vornamen und Ihrer e-Mailadresse an: gemeindeblatt@gemeinde-heinersdorf.de.

Es wurde ein Verteiler eingerichtet, so dass Interessenten den Gemeindebrief immer mit seinem Erscheinen automatisch erhalten.

Für das Redaktionsteam Roland Formum

34. Deutscher Evangelischer Kirchentag

Vom 01. bis 05. Mai 2013 findet der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg statt. Er steht unter dem Motto: So viel Du brauchst (2.Mose 16, 18). Nähere Informationen erhalten Sie im Internet unter http://www.kirchentag.de. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Pfarrer Kaehler (Tel.: 4724035) oder direkt beim Kirchentag.

Heilig Abend in unserer Heinersdorfer Kirche

Heinersdorfer Krippe
Foto: Uwe Müller

Gottesdienst mit Krippenspiel
Foto: Mathias Christiansen