Mai – August 2012
Titelbild

Magnolie im Pfarrgarten
Foto: R. Formum

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.
1. Thimotheus 4,4 (Monatslosung Mai 2012)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

auch bei kurzen, auf den ersten Blick klaren Zitaten oder Sprichwörtern ist nicht immer sofort klar, was gemeint ist. Auch bei manchen Versen aus der Bibel stellt sich bisweilen dieser Eindruck ein.

Besonders, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen werden. Will der diesjährige Monatsspruch für den Mai wirklich sagen, dass alles gut ist, und es nichts Problematisches auf der Welt gibt? Wir erleben doch immer wieder: Es ist nicht alles gut. Wie eben auch nicht alles schlecht ist.

Wir reden von Gottes guter Schöpfung. Im ersten Kapitel der Bibel lesen wir zum Beispiel: Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war (1. Mose 1, 3-4). Das Licht also und die anderen Dinge und Geschöpfe waren sehr gut.

Aber wir wissen aus unserer Erfahrung in der Kaufhalle oder im Supermarkt: Ein guter Apfel – frisch und lecker eingekauft – kann schlecht werden. Man müsste sogar genauer sagen: Ein frischer Apfel wird irgendwann, wenn man entsprechend lange wartet, schlecht werden.

Die Geschichte von dem Sündenfall, also von der Schlange, die den ersten Menschen eine Frucht zum Verzehr anbietet, schildert diesen tiefen Einschnitt. Von Apfel steht hier nichts. Aber da früher die Maler, die diese Szene malten, meistens Äpfel malten, hat sich einbürgert, hier von einem Apfel zu sprechen. Die Menschen haben hier begonnen, sich nicht mehr an dem zu orientieren, was Gott ihnen gesagt hatte. Das Böse war so in der Welt.

So bleibt festzuhalten, dass Gott die Welt ursprünglich gut geschaffen hat. Aber es gibt nun auch das Böse. So wird es wichtig, Gut und Böse zu unterscheiden und genau hinzusehen.

So ist nicht alles, was natürlich ist damit automatisch gut. Und nicht alles, was Menschen (künstlich) hergestellt haben ist damit automatisch schlecht.

Genauso, wie nicht alles, was man in der Natur findet, gegessen werden kann.

Es gibt zum Beispiel Giftpilze und giftige Stoffe, die ganz natürlich sind.

Paulus stellt diese Erkenntnis überhaupt nicht in Frage. Aber manchmal werden Lebensmittel schlecht gemacht, die überhaupt nicht gesundheitlich problematisch sind oder besondere Speisevorschriften oder Vorstellungen, was man essen sollte oder nicht essen sollte, machen manchmal ein schlechtes Gewissen.

Meines Erachtens möchte Paulus einladen, etwas gelassener mit manchen von diesen Fragen umzugehen und sich den Appetit nicht verderben zu lassen, aber mit den Dingen, die wir haben, verantwortungsvoll umzugehen und dankbar zu sein. So formulierte Matthias Claudius in einem seiner berühmten Lieder: „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn." (Nr. 508 im Evangelischen Gesangbuch).

Da würde es passen zu sagen: "Guten Appetit." Oder: "lassen Sie es sich schmecken." Und übrigens sind auch die Zeiten der Erholung, die Ferien und der Urlaub etwas, das man dankbar annehmen darf.

In diesem Sinne wünscht Ihnen allen eine schöne gesegnete Sommerzeit

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Vierzig Jahre im kirchlichen Dienst an Kindern

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts lernte ich Hildegard Dietrich – heute Seifert – kennen. Wir trafen uns bei einem Arbeitstreffen von Dozenten aus kirchlichen Ausbildungsstätten für Erzieherinnen in evangelischen Kindergärten in der DDR. Mir als Neuling in diesem Kreis fiel auf, mit welchem Freimut und welcher Sicherheit sich dieser noch so junge Mensch im Kreis der gestandenen älteren Kolleginnen bewegte. Sie war damals nach einigen Jahren praktischer Arbeit im Kindergarten Dozentin für Methodik / Didaktik im Weißenseer Seminar für kirchlichen Dienst. Wir haben später zehn Jahre lang in diesem Seminar zusammen gearbeitet, und kurz nach der Wende wechselte sie wieder in die Praxis und ist seitdem Leiterin unseres evangelischen Kindergartens in Heinersdorf. Im August werden es insgesamt vierzig Jahre, die sie im kirchlichen Dienst an Kindern verbrachte. Wir waren uns damals einig und sind es bis heute, dass wir die evangelischen Kindergärten als integrierten Teil der Gemeinde sehen, in denen Kinder vom christlichen Glauben geprägtes Zusammenleben erfahren können. Der Gemeindekirchenrat Heinersdorf ist dankbar dafür, dass es Frau Seifert gelingt, zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen die pädagogische Arbeit und die gesamte Atmosphäre im Kindergarten von diesem Anliegen her zu gestalten. Es bleibt ihr und uns gerade auch in der heutigen Zeit wichtig, den Kindern so eine tragfähige Grundlage für ihr Leben mit auf den Weg zu geben. Auch durch ihre Ausbildung und Einsegnung zur Diakonin ist Frau Seifert in ihrer Person ein Verbindungsglied zwischen Kindergarten und Gemeinde, indem sie von Zeit zu Zeit den Predigtdienst in unserer Kirche übernimmt.

Hildegard Seifert

Wir danken Frau Seifert herzlich für ihren langjährigen, engagierten Einsatz und wünschen ihr weiterhin Gottes Segen, Phantasie und Freudigkeit für ihre Arbeit sowie genügend Kraft und Durchhaltevermögen für die letzten Dienstjahre. Es wäre für uns ein großes Geschenk, wenn es ihr gelänge, den weiteren Weg des Kindergartens in seiner jetzigen Ausprägung zu ebnen.

Für den Gemeindekirchenrat
Gertraud Döhle

Der Umbau des Kindergartens geht weiter

Es ist auf dem Margaretenhof und im Garten nicht zu übersehen und heute auch nicht zu überhören: Es tut sich wieder etwas auf der Baustelle Kindergarten. Eine Entsorgungsfirma ist mit ihren Gerätschaften angereist und saugt mit Hilfe eines langen, dicken Schlauches, der wie eine Riesenschlange hinter dem Margaretenhaus entlangläuft, die kontaminierte Schüttung aus dem Dachboden des Kindergartens heraus. Damit wird der Weg frei für einen gefahrlosen Ausbau des Dachgeschosses für erweiterte Spielräume und des Treppenhauses als zweiten Rettungsweg, wie der Brandschutz es verlangt. Mit dem Ausbau verbunden sind auch die Bearbeitung und der teilweise Austausch von kontaminierten Balken und die Durchführung notwendig gewordener Reparaturen. Nachdem nun auch die unerwartet angestiegene Finanzierung gesichert werden konnte, soll der Bau jetzt zügig weitergehen. Wenn – hoffentlich! – nichts weiter dazwischen kommt, soll der Betrieb des Kindergartens in seinem eigentlichen Gebäude nach der Schließzeit ab Anfang August wieder möglich sein.

Kindergarten Heinersdorf

Wir möchten als Kindergarten und gesamte Gemeinde dieses Ereignis dann gebührend feiern und werden darum unser diesjähriges sommerliches Gemeindefest in den August verlegen. Den Termin hierfür geben wir Ihnen rechtzeitig bekannt. Sie können sich aber trotzdem den gewohnten Juni-Termin reservieren: Das Sommerkonzert der Kantorei mit anschließendem Grillen im Garten wird am Sonnabend, dem 16. Juni 2012, um 18:00 Uhr stattfinden.

Konzert der Heinersdorfer Kantorei

Mit der Johannes-Passion von Johann Sebastiam Bach, einer der wohl bekanntesten und beeindruckendsten Vertonungen der Leidensgeschichte Jesu, gab die Heinersdorfer Kantorei am 17. März ihr erstes größeres Konzert in diesem Jahr. Unter der Leitung ihres fast 85-jährigen Kantors Wolfgang Hensel führten Solisten, Chor und collegium musicum das fast zweistündige Werk auf. Es erzählt die letzten Stunden im Leben Jesu Christi von seiner Gefangennahme im Garten Gethsemane bis zu seinem Tod am Kreuz und der anschließenden Grablegung. Die fortscheitende und sich bis zur Verurteilung und Kreuzigung zuspitzende Handlung wird vom Evangelisten (Tenor-Solo) erzählt. In ihrem Kern steht die Verhandlung, die Pontius Pilatus (Bass-Solo) leitet. Er wird durch die Hohepriester und das aufgepeitschte Volk (Chor) immer weiter vor sich hergetrieben – von der Überantwortung an den Statthalter ("Wäre dieser nicht ein Übeltäter"), über die Ablehnung der Freigabe Jesu ("Nicht diesen, sondern Barrabam!"), seine Verspottung ("Sei gegrüßet, lieber Judenkönig"), der Drohung gegen Pilatus ("Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht") bis hin zur Forderung nach dem Kreuzestod ("Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn!"). Pilatus, der zwischendurch auch immer wieder mit dem angeklagten Jesus Christus (Bass-Solo) spricht, zeigt sich wankelmütig und gibt der Hysterie der Massen schließlich nach. Als Kontrapunkt unterbricht Bach die Handlungserzählung immer wieder durch Choräle und Arien, die das Geschehene kommentieren und reflektieren und die verstörenden Ereignisse in die Heilsgeschichte einordnen, die mit dem Leben und Sterben Jesu Christi begründet wurde. Die Solisten der Aufführung waren Yoonkyung Shin (Sopran), Mechthild Sauer (Alt), Heie Erchinger (Tenor), Hermann Eike Keller (Bass, Christus und Arien) und Stefan Kotzur (Bass, Pilatus). Ihnen und allen anderen Mitwirkenden galt der lang anhaltende Applaus, mit dem auch das große Engagement des Heinersdorfer Kantors und die hohe musikalische Qualität gewürdigt wurde, die hier seit vielen Jahrzehnten bei stets freiem Eintritt geboten wird.

Uwe Müller

Aufführung der Johannes-Passion in der Heinersdorfer Kirche

Jesus – Die Tür zum Leben

... so hieß das Thema unserer diesjährigen Kinderrüstzeit, welche vom 22. bis 25. März 2012 in Waldsieversdorf stattfand. Gemeinsam mit Kindern aus Blumberg und Eiche verbrachten die Heinersdorfer Christenlehrekinder die Tage in der Märkischen Schweiz. Die Tage standen unter den Themen: BARTIMÄUS und PAULUS. Für beide wurde JESUS DIE TÜR ZUM "NEUEN" LEBEN.

  • Was waren das für Menschen?
  • Was erlebten sie?
  • Wie veränderte sich ihr Leben?

Kinderrüstzeit Waldsieversdorf I

Kinderrüstzeit Waldsieversdorf II

Gemeinsam mit den Kindern überlegten wir, was es hieß Jesus zu begegnen. Wir spielten, hörten Geschichten, bastelten, stellten Brettchen / Schlüsselbrettchen her und sangen Lieder. Natürlich gab es auch viel Zeit für jeden selbst. Das Wetter verwöhnte uns alle und lud zu vielen Erkundungen im Freien ein.

Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch einmal ganz herzlich bei den Eltern der Christenlehrekinder bedanken, die eine gute An- und Abreise ermöglicht haben.

Ich freue mich schon auf die nächste Kinderrüstzeit mit Ihren Kindern.

Doreen Kohlstock

mission impossible – oder – mission possible?

Mission: "geistlicher Hausfriedensbruch" – oder – Mission: "Auftrag" zu dem Gott uns "sendet"?

In Afrika sind viele Kirchen aus deutscher, skandinavischer und amerikanischer Missionsarbeit – u.a. auch des Berliner Missionswerkes – hervorgegangen. Diese jungen Kirchen wachsen, unsere Kirchen schrumpfen – zahlenmäßig.

Woran liegt das? Wo liegen die Unterschiede? Was können wir von den missionarischen Kirchen Afrikas lernen?

Der Afrikareferent des Berliner Missionswerkes, Pfarrer Dr. Kees, berichtet mit Bildern aus der Mekane-Yesus-Kirche von deren Verkündigen in Wort und Tat und gibt Anregungen für missionarisches Christsein bei uns heute.

Pfarrer Dr.Reinhard Kees

Heinersdorfer Vortrag am Dienstag, 15. Mai, 19.30 Uhr.
Pfarrer Dr. Reinhard Kees (Berliner Missionswerk): Mission in Afrika – und was wir davon lernen können
im kleinen Gemeindesaal hinter der Kirche

Berlin Taizé

Einige von Ihnen waren am Ende des letzten Jahres dabei, als wir Andachten und die Gottesdienste in der Silvesternacht und am Neujahresmorgen mit den Freunden und Geschwistern aus vielen Ländern feierten, die mit zehntausenden anderen Jugendliche aus ganz Europa und von den anderen Kontinenten zum 34. Europäischen Jugendtreffen nach Berlin gekommen waren. 50 von ihnen hatten ein Quartier in Heinersdorf gefunden. Wir bedanken uns bei den Gastgebern sehr herzlich für die – zum Teil sehr großzügige – Bereitstellung von Übernachtungsmöglichkeiten.

Weltgebetstag 2012

Am 2. März 2012 feierten wir im kleinen Heinersdorfer Gemeindesaal den Weltgebetstag. Er wird wie bei uns in 170 Ländern begangen.

Lieder und Gebete dieses Gottesdienstes haben Frauen aus Malaysia vorbereitet.

Sie beschreiben, wie das Zusammenleben in einer multikulturellen und multreligiösen Gesellschaft gelingen kann und welcher Reichtum in dieser lebendigen Vielfalt liegt. Mutig benennen sie auch Probleme, Spannungen und Ungerechtigkeiten, zu denen sie als Christinnen nicht schweigen wollen.

Das Motto des diesjährigen Weltgebetstages "Steht auf für Gerechtigkeit" es geht sehr stark auch uns an.

Motiv Weltgebetstag 2012

Motiv Weltgebetstag 2012 Malaysia: "Justice", Hanna Cheriyan Varghese,
Bildrechte bei Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.
Quelle: http://www.weltgebetstag.de/index.php/de/service/downloads/malaysia-2012