September – November 2011
Titelbild

Hokusai: Die große Welle vor der Küste bei Kanagawa. Aus der Serie 36 Ansichten des Berges Fuji
Quelle: https://www.berlinerfestspiele.de © Sumida City

Gut ist der Herr, eine feste Burg am Tag der Not.
Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm.

Nahum 1,7 (Monatsspruch November 2011)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

die Welt ist näher zusammengerückt. So scheint es jedenfalls zu sein. Große Entfernungen sind kein Hindernis mehr. Mit dem Flugzeug überbrücken wir Distanzen, für die man früher Monate oder Jahre brauchte. Manche unternehmen eine Weltreise in zwei bis vier Wochen. Alexander von Humboldt benötigte dagegen für seine Amerikareise fünf Jahre (1799–1804).

Ereignisse, die in weiter Ferne passieren, sind uns heute durch Fernsehbilder plötzlich ganz nah. Nicht nur Nachrichtensendungen halten uns da auf dem Laufenden. Auch schreckliche Ereignisse von (fast) überall auf der Welt erfahren wir auf diese Weise. So sahen wir die Bilder der islamistischen Terroranschläge vom 11. September 2001. Zehn Jahre ist dies nun her. Viele sahen die Bilder direkt in ihrem Wohnzimmer. Und überall dort, wo ein Fernsehgerät eingeschaltet war. Jetzt wurden und werden diese Bilder wieder gezeigt.

Die Bilder von der entsetzlichen Naturkatastrophe in Japan am 11. März vor einem halben Jahr erreichten uns auch direkt. Wir können uns diesem Eindruck eigentlich nicht entziehen. Hinzu kommen noch die vielen anderen Schreckensmeldungen von Unfällen, Terroranschlägen, Kriegen und Naturkatastrophen. Es wird immer wieder gezeigt und wir erfahren davon. So wird uns die Bedrohlichkeit ständig vor Augen geführt. Wie schnell kann etwas passieren. Auch getroffene Sicherheitsvorkehrungen bieten keinen vollkommenen Schutz. Naturgewalten wie Tsunamis, Erdbeben oder Vulkanausbrüche können eine unvorstellbare Zerstörung anrichten.

Diese Gefahren sind aber nicht neu. Auch früher gab es Katastrophen und Kriege, Schon immer waren Menschen davon betroffen und suchten nach Schutz. Das Erdbeben von Lissabon 1755, bei dem fast die ganze Hauptstadt zerstört wurde, hat nicht nur Goethe tief berührt, sondern auch die anderen Schriftsteller, Philosophen und Zeitgenossen. Auch wenn das Wort damals in Europa nicht bekannt war, wurden die Überschwemmungen nach dem Erdbeben von Lissabon ebenfalls durch einen Tsunami verursacht.

Auf dem abgebildeten Farbholzschnitt von Hokusai aus dem Jahr 1831 können Sie Menschen in ihren Booten erkennen, die von Wellen umtost werden. Die Wellen türmen sich scheinbar höher auf als der Berg Fuji im Hintergrund. Manche haben auch hierin die Darstellung eines Tsunami gesehen. Die zur Zeit laufende Hokusai-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau war lange vor dem 11. März 2011 geplant worden. Aber sie ist jetzt ein halbes Jahr später von einer bestürzenden Aktualität. Menschen, die angesichts der Gefahren nach Schutz suchen.

In der Bibel finden wir Formulierungen, die vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse manchmal so klingen, als ob sie deswegen so formuliert wurden. Sie scheinen genau das auszudrücken, was wir empfinden und sind dabei ganz ehrlich. Sie finden Worte für unsere Betroffenheit und Furcht.

So benennt der Monatsspruch aus Nahum 1, 7 die Tatsache, dass es Tage der Not gibt. Zugleich spricht er aber auch von Hoffnung. Dass Menschen gerettet werden, dass Menschen geholfen wird, ist ebenfalls eine Erfahrung. Kriege und Gewalt können beendet werden. Frieden und Versöhnung sind möglich.

Der Monatsspruch aus Nahum 1 klingt wie ein Gebet. Gut ist der HERR, eine feste Burg am Tag der Not. Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm.

Wir haben als Menschen diese Sehnsucht. Dietrich Bonhoeffer hat es in einem seiner 1944 im Gefängnis verfassten Gedichte so formuliert: „Menschen gehen zu Gott in ihrer Not“.

Gerade weil es Nöte und traurige Ereignisse gibt und Dinge, die wir nicht verstehen, will der Monatsspruch in Nahum 1 uns Mut machen. Martin Luther hat genau dies gemeint als er als Liedtext schrieb: Eine feste Burg ist unser Gott.

In diesem Sinne wünscht Ihnen eine gesegnete Zeit

ganz herzlich

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

– Orgel – Originell – Original

Bei unserem Gemeindefest am 25. Juni 2011 ging es um die Orgel in unserer Kirche, ihren gegenwärtigen Zustand und unsere Pläne, sie so bald wie möglich zu restaurieren. Der Familiengottesdienst, der Orgelpfeifentanz der Tanzgruppe des Kindergartens, die Einleitung der Spendenaktion, die Orgelbesichtigung mit dem Orgelbauer Rainer Wolter und Herrn Pfr. Kaehler – alles hat sich an diesem Nachmittag um die Orgel und das Singen der Gemeinde bewegt. Auch das Serenadenkonzert am Abend hat sich dem angeschlossen. Die Gesamtkollekte dieses Konzertes in der Höhe von 220,10 € wurde dem Orgelkonto zur Verfügung gestellt. Die Spenden am Nachmittag ergaben die Summe von 236,40 €, so dass das Orgelkonto am Gemeindefest um die Summe von insgesamt 456,50 € wuchs.

Am liebsten hätte die Gemeinde und mit ihr der Orgelbauer längst mit den Arbeiten an der Orgel begonnen. Wir vermissen sie in den Gottesdiensten und hätten gern auch die Möglichkeit für weitere musikalische Angebote. Es ist zwischen der Gemeinde und dem Orgelbauer alles vorbereitet und abgesprochen. Vorher müssen jedoch noch technische Probleme gelöst werden, die mit der jetzigen Kirchenheizung zusammenhängen. Die Heizung im Zusammenspiel mit dem flachen Gewölbe der Kirche könnte einer restaurierten Orgel bald wieder Schaden zufügen. So wird es unsere Aufgabe sein, eine geeignete und dabei finanzierbare Heizungsmöglichkeit zu finden. Um diese Fragen werden wir uns nach der Sommerpause auch verstärkt kümmern.

Daneben laufen unsere anderen Orgelaktivitäten weiter.

Am 24. September, 2011 um 19:30 Uhr soll das nächste Benefizkonzert in der Kirche stattfinden. Frau Ursula Kelch, uns bekannt als kompetente Blockflötistin, wird als Solistin (begleitet von Frau Anita Keller) und mit ihren Blockflöten-Consort Weißensee dieses Konzert gestalten. Wir freuen uns sehr darauf.

Alle Einnahmen kommen wieder dem Orgel–Konto zugute.

Nachlese zum 50-jährigen Dienstjubiläum von Kantor Wolfgang Hensel

... Durch die vielfältigen Beziehungen aus seinen früheren Tätigkeitsfeldern (in unterschiedlichen künstlerischen Positionen in der damaligen Hauptstadt der DDR) wirkten in der neu gegründeten Kantorei von Anfang an neben Gemeindegliedern Musiker aus anderen Stadtteilen mit, die ihm und der Kantorei zum Teil bis heute die Treue halten. Zu denjenigen, die vor 50 Jahren schon dabei waren und es noch heute sind, zählen Christa Thurmann (Sopran) und Lothar de Maizière (Viola). Damit wurde die Kantorei das, was ihre Identität bis heute bestimmt – eine musikalische Gemeinschaft, die Wirken und Mitwirkende nicht auf die Gemeinde beschränkt, sondern die einen Ort für Musiker aus der ganzen Stadt bietet und auch weit über Heinersdorf hinaus wirkt. Wolfgang Hensel, der immer wieder sein Anliegen betont, Musik zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Menschen zu machen, hat die musikalische Arbeit der Kantorei somit auch zu einer missionarischen Aufgabe gemacht ...

... Nach dem Vorbild des Kreuzchores führte Wolfgang Hensel eine musikalische Liturgie für das Kirchenjahr in der Gemeinde ein, deren Elemente wir bis heute nicht missen möchten. Dazu zählt unter anderem das Kurrende-Singen zur Christvesper am Heiligen Abend, das Generationen von Chorkindern geprägt hat, aber auch die Musik in der Christnacht, die Meditation an der Krippe zwischen Weihnachten und Silvester, die musikalischen Gottesdienste an Karfreitag und Ewigkeitssonntag und an allen anderen Höhepunkten des Kirchenjahres sowie das sommerliche Serenadenkonzert ...

... Die wohl wichtigste Partnerschaft vor allem in der Zeit des geteilten Deutschlands war die mit der Kantorei der Heinersdorfer Partnergemeinde Bad Oeynhausen. Sie wurde über intensive persönliche Kontakte jahrelang getragen und war bis zum Mauerfall der wichtigste Motor für die Gemeindepartnerschaft, die in diesem Jahr ebenfalls 50 Jahre alt wird.

(aus einer Würdigung des Wirkens von Wolfgang Hensel von Uwe Müller)

Wer zu Weihnachten in unserer Heinersdorfer Kirche zum Gottesdienst gekommen ist, wird sie noch in den Ohren haben: Die jubelnde, üppig verzierte Orgelbegleitung des Schlussliedes „O du fröhliche, O du selige gnadenbringende Weihnachtszeit“ durch unseren Kantor und Organisten Wolfgang Hensel. Hier zeigte sich in besonderer Weise, worum es ihm ging: um lebendigen Ausdruck der Freude über die gute Nachricht des Christfestes und ein fröhliches Gotteslob.

Dieser souveräne Umgang mit dem Tasteninstrument gehört zu Wolfgang Hensels besonderen Begabungen. Besonders der Chor bewundert es, wie er noch heute aus schwierigen Klavierauszügen anspruchsvoller Werke am Flügel spielt und parallel dazu das Singen des Chores kontrolliert, korrigiert und führt.

Gertraud Döhle

50 Jahre Partnerschaft Wichern–Gemeinde Bad Oeynhausen – Kirchengemeinde Heinersdorf

Dieses Jahr 2011 ist ein Jahr der Jubiläen: Am Wochenende vom 23. bis 25. September feiern wir das 50–jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen der Wicherngemeinde Bad Oeynhausen und der Kirchengemeinde Heinersdorf. Eine Gruppe aus Bad Oeynhausen wird uns aus diesem Grund besuchen.

50 Jahre sind eine lange Zeit, und viele Jüngere können gar nicht mehr ermessen, was diese Partnerschaft in den Jahren nach dem Bau der Mauer für unsere Gemeinde und als Einzelne bedeutet hat. Dass Menschen ihre Verbundenheit mit uns praktizierten, sich jährlich mindestens einmal zu uns auf dem Weg machten, die befremdlichen Grenzübergänge auf sich nahmen, finanzielle Opfer brachten – das hat uns gut getan, hat uns gestärkt und ein Stückchen geholfen, in unserer Situation zu leben. Seitdem wir die Besuche erwidern können, ist für manchen die persönliche Beziehung zur anderen Gemeinde und Einzelnen noch lebendiger geworden.

Wir bitten Sie, wenn es Ihnen möglich ist, in den beiden Nächten vom 23.09. bis 25.09. einen Gast oder auch ein Ehepaar zu beherbergen (und sich dann auch in besonderer Weise zu den gemeinsamen Unternehmungen eingeladen zu fühlen). Melden Sie sich bitte bei Herrn Pfr. Kaehler (47 240 35) oder bei Frau Döhle (47 245 32)

Wir laden Sie zu diesen gemeinsamen Tagen herzlich ein.

Mit Liebe schenken, Freude bereiten! Durch die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

„Weihnachten im Schuhkarton“ ist ein Projekt des Vereins „Geschenke der Hoffnung e.V.“, der in Berlin seinen Sitz hat. Diese internationale Aktion will Kindern in schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen eine Weihnachtsfreude bringen. Sie leben in Heimen, Krankenhäusern, Flüchtlingslagern, Slums oder in sozial schwachen Familien. Daran beteiligen sich neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Großbritannien, Irland, die Niederlande, Finnland, die USA, Kanada und Australien. Um Transportwege möglichst kurz zu halten, gehen die Weihnachtspäckchen aus dem deutschsprachigen Raum vor allem nach Ost- und Südosteuropa.

Bald ist es wieder soweit: Bereits zum sechzehnten Mal bringt „Weihnachten im Schuhkarton“ in diesem Jahr Not leidenden Kindern ein liebevolles Weihnachtsgeschenk. Im vergangenen Jahr gingen aus Deutschland 511.009 Weihnachtspäckchen auf die Reise. 3.190 davon kamen aus meiner Sammelstelle, die diesmal bereits zum dreizehnten Mal in meinem Wohnhaus eingerichtet sein wird. Machen Sie in diesem Jahr mit! Packen Sie für einen kleinen, bedürftigen Menschen einen schönen Schuhkarton, gefüllt mit nützlichen Geschenken! Aufgrund strenger Einfuhr- und Zollbestimmungen der Empfängerländer dürfen nur neue Waren und keine geliermittelhaltigen Süßigkeiten wie Gummibärchen importiert werden, auch keine Lebensmittel (z.B. Kekse, Kuchen, Nudeln). Trotzdem ist Schenken ganz einfach: Nehmen Sie einen leeren Schuhkarton – bitte keinen Stiefelkarton. Sie können ihn mit Geschenkpapier bekleben, Schachtel und Deckel getrennt. Legen Sie Spielsachen, Bekleidung, Schulsachen, Hygieneartikel (bitte keine flüssigen oder parfümierten Artikel wie Seife, Shampoo, Duschbad) und Süßigkeiten (z.B. Bonbons, Lutscher, Kaugummis, Traubenzucker, Pfefferminz oder Vollmilchschokolade) in das Päckchen! Verschließen Sie bitte Ihren Schuhkarton mit einem Gummiband und geben ihn bis zum 15.11.2011 im Pfarramt Heinersdorf oder direkt in meiner Sammelstelle in Blankenburg ab (Mittelstraße 30, 13129 Berlin, Tel. 47 43 531, Öffnungszeiten im November: Mo, Mi, Fr 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung).

Mit freundlichen Grüßen aus Ihrer Sammelstelle

Anita Bernhard

„Worauf wir bauen können“

unter diesem Thema fand am Sonntag, den 21. August 2011 um 10:00 Uhr unser diesjähriger Schulanfängergottesdienst in Heinersdorf statt.

Viele Eltern, Kinder, Großeltern sowie Gemeindeglieder kamen zum Gottesdienst.

Rund um den Altar standen Gefäße mit Wasser, Sand und Morast. Außerdem lagen auch schwere und große Steine dabei.

Passend zum Thema gab es dann ein Anspiel der Kindergartenerzieher. Ein Mann wollte ein Haus bauen und suchte in der Zeitung nach Anzeigen. Er brauchte schließlich einen passenden Untergrund. Und er entschied sich dann für die Steine/ Felsen.

Was passiert, wenn man auf Sand baut, hörten wir in dem Lied, welches ich mit der Gemeinde übte und dann alle gemeinsam sangen.

„Bau nicht dein Haus auf den losen Sand, bau nicht zu nahe am Strand.
Sieht´s vielleicht auch ganz chic aus, mußt Du doch bald wieder raus,
denn dein Haus hält nie und nimmer stand.“

Doch besser: Bau dein Haus auf einen Fels,
legt ein Fundament auf einen festen Grund.
Wenn dann Stürme kommen und geh´n,
bleibt dein Haus doch felsenfest stehn.

Auch in der Predigt, welche Frau Seifert hielt, hörten alle Großen und Kleinen, worauf sie bauen dürfen. Und nicht nur die Schulanfänger fanden sich dort wieder.

Letztere wurden später im Gottesdienst von den Christenlehrekindern und mir begrüßt.

Das alljährliche Ritual, die Brücke, durch welche die Erstklässler getragen wurden, durfte natürlich auch nicht fehlen.

Die Kindergartenzeit ist vorbei und ein neuer Lebensabschnitt beginnt!

Das Überreichen der kleinen Geschenke durch die Christenlehrekinder und der Segen, welcher den Schulanfängern von Herrn Pfarrer Kaehler zugesprochen wurde, war allen Erstklässlern sehr wichtig.

Doreen Kohlstock

Christenlehre in Heinersdorf

In unserer Gemeinde gibt es an den Nachmittagen für Schulkinder das Angebot der Christenlehre. Für je eine Stunde treffen sich 3 Mal wöchentlich die Sechs- bis Zwölfjährigen in ihren Gruppen. Die Gruppen sind altersgemischt. Zur Zeit besuchen 26 Mädchen und Jungen die Christenlehre. Die Kinder kommen aus unterschiedlichen Schulen.

Christenlehre I

Da sich die Wasserturmschule in der Nähe befindet, hole ich die Kinder Dientags und Mittwochs von dort ab.

Den Kindern wird, in einem extra für sie bereitgestellten Raum, ein Kennenlernen des christlichen Glaubens auf unterschiedliche Weisen ermöglicht. Wir singen, spielen, malen und basteln zu verschiedenen Themen aus der Bibel. Ein Besuch der Kirche findet auch des Öfteren statt.

Die Christenlehrekinder beteiligen sich an Festen und Veranstaltungen der Kirchengemeinde. Das nächste „Auftreten“ wird bei der Adventsfeier am 27. November sein. Wenn Sie möchten, kommen Sie einfach dazu und lernen Sie mich dort kennen!

Christenlehre II

Jeder, der gerne möchte, darf bei uns rein schnuppern. Wann wir uns treffen, entnehmen Sie bitte dem Gemeindebrief! Wenn Sie telefonisch mit mir in Verbindung treten möchten, dann rufen Sie mich einfach an.

Doreen Kohlstock

Heinersdorfer Vorträge im Rückblick
Prof. Dr. Regine Witkowski gibt die Organisation der Vortragsreihe ab

Seit mehr als fünf Jahren gehören sie als fester Bestandteil zum Gemeindeleben und haben sich als regelmäßige und überaus vielfältige Veranstaltungsreihe in Heinersdorf etabliert, die immer wieder zahlreiche Interessierte anlockte und begeisterte. Die Rede ist von den Heinersdorfer Vorträgen. Sie wurden im Sommer 2005 von Frau Professor Dr. Regine Witkowski ins Leben gerufen und dank ihres beständigen Einsatzes und ihrer zahlreichen Kontakte über die Jahre hinweg am Leben erhalten und immer wieder neu mit Leben gefüllt.

Mit einem Vortrag zum Thema "Was ist Gentechnik?" eröffnete Dr. Hartmut Peters am 13. September die Reihe. Das Heinersdorfer Gemeindeglied ist Mitarbeiter am Institut für Medizinische Genetik der Charité, das Professor Witkowski selbst gegründet hatte und bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 1999 leitete. Seither war der zweite Dienstag des Monats fest im Heinersdorfer Veranstaltungskalender gebucht. In den folgenden Jahren fanden fast 50 Heinersdorfer Vorträge statt, bei denen vor allem ausgewiesene Wissenschaftler unterschiedlichster Fachgebiete, aber auch Pfarrer, Künstler und viele andere Referenten ihre Einsichten einem aufmerksamen und wissbegierigen Publikum vortrugen.

Immer wieder standen medizinische und biologische Themen im Mittelpunkt, ging es beispielsweise um genetische und hormonelle Einflüsse beim Menschen, um embryonale Stammzellen oder um Dinosaurier. Auch die Musik hatte einen festen Platz im Vortragsprogramm. So kam der Musikwissenschaftler Dr. Jan Brachmann gleich zweimal nach Heinersdorf, um über die Bedeutung von Glockenklängen bei Sergej Rachmaninow und über Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms zu sprechen. Die Kantorin Uta Dreßler stellte und führte historische Musikinstrumente vor. Es gab Vorträge über Dante, Paul Gerhardt, Jochen Klepper, Wilhelm Busch, Wichern und Goßner, über Archäologie in Georgien und im Sudan, die Pilgerstätte in Lourdes, Religiöse Bräuche in Israel, Holzkrippen in Süddeutschland, Emporenbilder in Brandenburg, Siebenbürger Sachsen in Rumänien und vieles mehr. Auch gesellschaftliche Themen wie Flüchtlingshilfe, Sterbebegleitung oder Erinnerungsarbeit standen auf dem Programm.

Unvergessen sind nicht zuletzt die theologischen Themen – etwa die beiden Vorträge von Oberkirchenrat i.R. Helmut Tschörner über starke Frauen und über Propheten im Alten Testament, die Einführungen in die alt- und neutestamentarischen Apokryphen durch Johannes Mehlhorn aus Weißensee und die Betrachtungen über den Sinn des Lebens aus christlicher Sicht von Professor Dr. Eberhard Winkler. Der landeskirchliche Sektenbeauftragte Thomas Gandow war zu Gast, ebenso der inzwischen emeritierte Professor Richard Schröder, einst SPD-Fraktionsvorsitzender in der letzten Volkskammer der DDR. Auch er kam zweimal – einmal mit einem Vortrag über Märtyrer, Ende 2009 dann mit Betrachtungen über das 20. Jubiläum des Mauerfalls.

Zuletzt kamen am 8. März 2011 der inzwischen 101-jährige frühere Zirkuspfarrer Martin Schaaff und dessen Frau, die ehemalige Eisbärendompteuse Doris Schaff-Arndt, in den Margaretensaal, um gemeinsam aus ihrem bewegten Leben zu erzählen. Der Applaus des begeisterten Publikums fiel entsprechend herzlich aus und ließ – ganz wie im Zirkus – nicht bis zum Schluss auf sich warten: Selten wurde bei einem Heinersdorfer Vortrag auch zwischendurch so viel geklatscht!

Professor Dr. Regine Wirkowski

Dass es auch ganz am Schluss noch einmal Anlass zu – wenn auch wehmütigem – Applaus gab, ahnte zunächst noch kaum jemand. Denn dies war zugleich der letzte Vortrag, den Frau Professor Witkowski organisiert hat, wie sie anschließend bekannt gab. Das wurde allgemein bedauert, denn mit ihrem Engagement hat sie in den letzten fünfeinhalb Jahren jede Menge Kultur und Wissenschaft nach Heinersdorf geholt. Das kann nicht hoch genug geachtet werden und ist ihr herzlich zu danken!

Uwe Müller

Diesem Votum aus der Gemeinde von einem häufigen Besucher der Heinersdorfer Vorträge schließt sich der Gemeindekirchenrat gern an. Wir möchten unseren ausdrücklichen Dank aussprechen für den Einsatz von Frau Prof. Witkowski bei der Organisation der Heinersdorfer Vorträge, aber auch in anderen Bereichen des Gemeindelebens – etwa bei der Mitarbeit im Gemeindekirchenrat, beim Büchertisch oder beim Abholdienst für ältere und gehbehinderte Gemeindeglieder.

Die Heinersdorfer Vorträge waren eine Bereicherung für uns und eine Spezialität unserer Gemeinde. Darum möchten wir sie nicht ganz aufgeben und bemühen uns weiterhin um Fachleute mit interessanten Themen. Leider wird es nicht bei der gewohnten Regelmäßigkeit bleiben können, sondern es wird sporadische Angebote geben. So freuen wir uns, für die nächsten Monate zwei Vorträge ankündigen zu können:

  1. Am Dienstag, dem 18.10.2011 um 19:30 Uhr hält der Dipl. oec. Gerhard Schröter einen Dia–Vortrag über seine Reise in die Mönchsrepublik „Heiliger Berg Athos“ im März 2011, im kleinen Gemeinderaum hinter der Kirche.
  2. Am Dienstag, dem 08.11.2011 um 19:30 Uhr spricht Frau Dr. Fabricius aus der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie der Charité Campus Virchow-Klinikum zum Thema Altern aus zellbiologischer Sicht, kleiner Gemeinderaum hinter der Kirche.