Dezember 2010 / Januar 2011

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Jesaja 9, 1.5

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.
Lukas 2, 10-11a

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

große Feste brauchen in der Regel eine entsprechende Vorbereitung. Natürlich kommt Weihnachten auch so. Aber es ist doch schön, wenn alles, was zum Gelingen der Festtage dient, auch erledigt wurde. Dazu gehört das Aussuchen der Geschenke. Das Basteln in der Adventszeit. Das Plätzchenbacken. Das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Und vieles mehr. Es soll doch ein schönes Fest werden.

Auch die Vorbereitung der Gottesdienste gehört dazu. Wer als Kind zum Beispiel bei einem Krippenspiel mitmacht oder dies als Eltern oder Großeltern erlebt, bekommt einen noch genaueren Einblick, was alles dazu gehört.

Dieses Fest feiern wir immer wieder, so ähnlich wie sich ein Geburtstag jedes Jahr wiederholt. Und da braucht es ja auch so manche Vorbereitungen. Weihnachten feiern wir, weil Jesus Christus als Mensch geboren wurde. Gott kommt in Jesus zu uns. Er kommt in unsere Welt. Wir Menschen werden dadurch beschenkt. Das haben die Engel gemeint, wenn sie von der großen Freude sprachen, die allem Volk widerfahren soll. Alle sind eingeladen, sich mitzufreuen. Und da passt es sehr gut dazu, wenn versucht wird, aus diesem Anlass auch anderen Menschen eine Freude zu machen. Viele Traditionen und Bräuche haben sich im Zusammenhang mit diesem Fest entwickelt. Dazu gehören auch jene in dicke rote Mäntel gewickelten Männer (und manchmal auch Frauen), welche Geschenke bei sich haben und denen wir in der Adventszeit in Fußgängerzonen und in Einkaufszentren begegnen und die manche auch zur Bescherung am Heiligen Abend in die Wohnung einladen.

Unser jüngster Sohn beschreibt dieses Phänomen mit einer eindrücklichen Bezeichnung. Denn das Wort Weihnachtsmann ist für ein Kind, das sprechen lernt, wirklich schwer auszusprechen. Er sagt daher, das sind "Geburtstagsmänner".

Das ist sehr treffend ausgedrückt. Diese "Geburtstagsmänner" kommen, weil vor über 2.000 Jahren Jesus geboren wurde. Das ist Grund zur Freude und lädt uns ein, mit offenen Augen zu entdecken, dass Gott uns reichlich beschenken möchte und schon reichlich beschenkt hat. Denn uns ist der Heiland geboren worden, welcher ist Christus der Herr.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2011

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Heinersdorfer Vorträge

Am Dienstag, dem 14. Dezember 2010 spricht Herr Professor Dr. Dr. Otto Fiedler (Rostock/Kritzmow) über Brücken zwischen Wissen und Lebens- und Glaubenswelt. Weiter geht es dann am zweiten Dienstag im Februar mit dem Vortrag in Wort und Bild eines Zirkuspfarrers i. R. über seine Arbeit und Erlebnisse.

"Es ist mir genug, diese Geheimnisse (dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht...), staunend zu ahnen und zu versuchen, von der erhabenen Struktur des Seienden nur ein mattes Abbild zu erfassen. Ich bin zwar Jude, aber das strahlende Bild Jesu des Nazareners hat auf mich einen überwältigenden Eindruck gemacht." – Albert Einstein

Die Bibel ist kein Biologie- oder Physiklehrbuch, und Glauben ist nicht gleich Wissen. Aber es gibt Brücken zwischen den beiden Ebenen, auch und besonders im Lichte moderner Forschung. Ganz unwillkürlich vergleichen wir Bibelstellen mit unserem Wissen und suchen umgekehrt in neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen Übereinstimmungen mit Aussagen der Bibel. Dabei gilt, "...nur was wir glauben, wissen wir gewiss."

(F. Rückert). Nach der Wissenschaftsgläubigkeit des vorigen Jahrhunderts "...stützt sich das Wissen auf Tatsachen und Beweise, der Glaube aber nur auf Ahnungen und Vermutungen" (W. Weitling). Unser Wissen, etwa über die Gene oder den Weltraum ist angewiesen auf Kenntnis von dem, was die Wissenschaft als Tatsachen verkündet, ohne dass wir es selbst auch als Wissenschaftler und Kollege nachweisen können. Von dem, was vor 50 Jahren zu Beginn meiner Tätigkeit als Genetikerin als sicher galt, ist wenig geblieben. Abgesehen von Fälschungen gab es immer wieder Irrtümer, Veränderungen, neue Erkenntnisse, Erklärungen und Schlussfolgerungen verbunden mit dem notwendigen Zweifel und der Vorsicht hinsichtlich der Erkenntnisse, die die Wissenschaft hervorbringt.

Herr Professor Fiedler ist ein ausgewiesener und mehrfach geehrter Physiker. Wir können gespannt sein, was er uns zu diesem Thema zu sagen hat.

Regine Witkowski

Gemeindekirchenratswahl am 31. Oktober

Am 31. Oktober wurde wie in vielen anderen Gemeinden der Landeskirche ein Teil des Gemeindekirchenrates der Gemeinde Heinersdorf neu gewählt. In der Zeit von 9 bis 14 Uhr waren die etwa 780 wahlberechtigten Gemeindeglieder aufgerufen, vier der insgesamt sieben Ältesten im Gemeindekirchenrat neu zu wählen. Fünf Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich zur Wahl gestellt. 110 Gemeindeglieder beteiligten sich an der Wahl – das entspricht einer Wahlbeteiligung von etwa 14,1% (2007: 17,0%). Folgende Stimmanteile entfielen auf die einzelnen Bewerber:

Frau Ragnhild Pescheck: 82 Stimmen
Frau Ruth Quicker: 62 Stimmen
Frau Eva-Maria Schröter: 76 Stimmen
Frau Dr. Regine Witkowski: 72 Stimmen
Herr Michael Wolff: 98 Stimmen

Damit sind (in der Reihenfolge ihrer jeweiligen Stimmanteile) Herr Michael Wolff, Frau Ragnhild Pescheck, Frau Eva-Maria Schröter und Frau Dr. Regine Witkowski als GKR-Mitglieder für die kommenden sechs Jahre gewählt. Frau Ruth Quicker ist für die nächsten drei Jahre stellvertretendes Mitglied. Als Älteste gehören dem GKR bis zum Ende ihrer Amtszeit im Herbst 2013 außerdem Frau Gisela Nowitzki, Frau Gertraud Döhle und Frau Dr. Ingeborg Fleck an. Herr Pfarrer Andreas Kaehler ist geborenes Mitglied im Gemeindekirchenrat. Frau Hildegard Seifert wird als berufenes Mitglied im GKR für die Kindertagesstäte Heinersdorf im GKR mitarbeiten.

Der Gemeindekirchenrat bildet die Leitung der Gemeinde und ist für alle wichtigen Entscheidungen verantwortlich. Wir danken allen GKR-Mitgliedern für ihre Arbeit. Insbesondere danken wir den vier gewählten Mitgliedern des Gemeindekirchenrates, die während einer noch laufenden Amtsperiode von sechs Jahren ausgeschieden beziehungsweise zurückgetreten sind, ohne dass sich die Gesamtzahl der aktiven GKR-Mitglieder (von insgesamt neun Personen) verändert hat: Herrn Dr. Hermann Linsel und Herrn Mathias Christiansen, Herrn Gerd Müller und Herrn Sebastian Hein. Wir danken Frau Hendrikje Roszka für Ihre Arbeit als berufenes GKR-Mitglied für die Kindertagestätte Heinersdorf in der letzten Legislaturperiode. Herr Dr. Hermann Linsel war nach GKR-Beschluss im November 2008 zum Ehrenmitglied des Gemeindekirchenrates Heinersdorf ernannt worden.

Zu Gast bei Freunden in Oeynhausen

Vom 12. bis 14. November fand das diesjährige Partnerschaftswochenende der Wicherngemeinde in Bad Oeynhausen und der Heinersdorfer Gemeinde statt. Nachdem die Heinersdorfer im September 2009 Gastgeber waren, folgte diesmal wieder eine kleine Gruppe der Einladung in den ostwestfälischen Kurort kurz hinter der Porta Westfalica.

In gewohnt herzlicher Gastfreundschaft begrüßt und aufgenommen, waren die Gäste wieder in Privatquartieren untergebracht. Der Sonnabend war einem umfangreichen Programm gewidmet, das nicht nur brillant zusammengestellt, sondern auch überaus informativ und abwechslunsgreich war. Zunächst ging's ins Herz- und Dialysezentrum, für das das ehemalige preußische Staatsbad heute vor allem bekannt ist: Neben der liebevoll eingerichteten Kinderstation standen die aktuellsten Geräte für die bildgebende Diagnostik – vor allem PET und MRT – nebst umfangreichen Erläuterungen sowie eine Besichtigung des Andachtsraums auf dem Programm.

Vor der Kirche in Exter

Nach kurzer Verschnaufpause wurde am Nachmittag zu einer Engeltour geladen – in die jeweils mit einem so genannten Taufengel ausgestatten und unlängst vollkommen umgestalteten Dorfkirchen in Exter und Valdorf, die von den ortsansässigen Pfarrern engagiert vorgestellt wurden. Die Exterer Kirche ist außerdem die erste der inzwischen mehr als 30 Autobahnkirchen in Deutschland. Thematisch abgerundet wurde der Tag durch einen Vortrag des Kulturbeauftragten des Kirchenkreises Vlotho, Hartmut Birkelbach, im Wichernhaus. Er stellte das einwöchige Engelsprojekt vor, dass tags darauf gestartet wurde und unter anderem die morgendliche und abendliche Projektion unterschiedlicher Engelsdarstellungen an mehreren Orten in der Stadt beinhaltet.

Im gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag sang der Chor der Gemeinde unter der Leitung von Barbara Mengel. Pfarrer Kaehler hielt die Predigt. Nach dem anschließenden Mittagessen wurde bereits die Einladung für das kommende Jahr ausgesprochen: Vom 23. bis 25. September 2011 findet das nächste gemeinsame Wochenende wieder in Heinersdorf statt – dann als 50. Jubiläum der Partnerschaft, die ursprünglich im Jahr des Mauerbaus als grenzüberwindender Kontakt begonnen hatte.

Uwe Müller

Aus dem Gemeindeleben

In loser Abfolge werden im Gemeindeblatt einzelne Veranstaltungen bzw. Kreise der Gemeinde vorgestellt. Damit soll nicht nur über das Gemeindeleben informiert, sondern gleichzeitig auch eingeladen werden. Schauen Sie doch mal vorbei!

Heinersdorfer Kantorei: Chor

Jeden Mittwoch ab 19.45 Uhr trifft sich im kleinen Gemeindesaal der Chor der Heinersdorfer Kantorei. Dessen Leitung hat seit nunmehr fast 50 Jahren Kantor Wolfgang Hensel. Zwischen 20 und 30 Sängerinnen und Sänger proben hier wöchentlich für die großen und kleinen Aufführungen, die zumeist in abendlichen Konzerten, aber auch im Rahmen von Gottesdiensten zu hören sind. Zuletzt standen mit der Messe in g-Moll am 30. Oktober und den adventlichen Kantaten 36 (Schwingt freudig euch empor) und 132 (Bereitet die Wege) am 4. Dezember gleich mehrere neu einstudierte Werke von Bach auf dem Programm. Als nächstes wird die Kantorei wieder zur traditionellen Musik in der Christnacht (24. Dezember, 23 Uhr) und zur Bachschen Johannes-Passion (9. April, 18 Uhr) zu hören sein. Wer mitsingen möchte, ist herzlich willkommen!

Was die Kantorei seit jeher so besonders macht, trifft auch heute noch zu: Sie strahlt weit über die Gemeinde hinaus. Und das gilt nicht fürs Publikum – auch der größte Teil der Chormitglieder gehört nicht zur Kirchengemeinde und wohnt auch nicht in Heinersdorf. Dreimal im Jahr fährt der Chor nebst familiärem Anhang zu Probenwochenenden nach Himmelpfort.

Das große Jubiläum der Kantorei, das gleichzeitig das 50jährige Dienstjubiläum von Wolfgang Hensel ist, ist übrigens schon fest geplant. Es soll am Sonntag Kantate, dem 22. Mai 2011 gefeiert werden – mit Gottesdienst, Festkonzert und anschließender Feier.

Uwe Müller