Dezember 2009 / Januar 2010

Während wir uns hierzulande auf die Zeit im Jahr vorbereiten, in der trotz Krise besonders viel gegessen, getrunken, genascht und anderweitig konsumiert wird, hungern weltweit inzwischen mehr als eine Milliarde Menschen.

Seit 50 Jahren bemüht sich die Initiative Brot für die Welt darum, Hunger zu stillen und Not zu lindern. Am 1. Advent wird die diesjährige Sammelaktion offiziell eröffnet. Wir alle sind dabei aufgefordert, ein kleines Stück von unserem Reichtum abzugeben – auch hier bei uns in Heinersdorf.

Auch Sie können helfen und Brot für die Welt unterstützen – zum Beispiel mit Ihrer Kollekte am Heiligen Abend in der Kirche oder mit einer kleinen Spende.

Gott spricht: Ich möchte euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht, und stärkt eure Hände.
Sacharja 8, 13, Monatsspruch Dezember

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

Bücher, die sich mit dem Thema Glück befassen, sind oft sehr erfolgreich. Selbst dann, wenn sie von einem Humoristen oder Kabarettisten verfasst werden. Das wirkt auf den ersten Blick überraschend. Aber es spricht uns an. Denn viele spüren eine Sehnsucht und manchmal auch eine innere Unruhe. Ja, selbst der Wunsch nach Erlösung ist uns modernen Zeitgenossen gar nicht so fremd, wie es manchmal scheint. Nur es fällt oft schwer, das offen auszusprechen und sich einzugestehen.

Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine gute Gelegenheit, neu über solche Fragen nachzudenken. Denn wir merken doch, dass materielle Dinge nicht alles sind. Wir sind offener für unsere Fragen nach Gott und haben eine Ahnung davon, dass Gott nach uns fragt, so wie es der Monatsspruch für den Dezember andeutet: "Gott spricht: ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände." (Sacharja 8, 13)

Gott will uns erlösen. Aber plötzlich tauchen Fragen auf. "Sollte Gott gesagt haben, dass wir Menschen ihm wichtig sind?" Können wir etwas erwarten von Gott?

Sie erahnen, liebe Leser, was ich jetzt antworten werde. Ja, wir dürfen das erwarten.

Gott geht uns nach, selbst wenn wir uns abwenden. Das ist auch individuell erfahrbar.

Ein für allemal hat Gott gezeigt, wie ernst er es mit seiner Sorge für uns meint, in dem sein Sohn Jesus Christus als Mensch geboren wurde. Wir feiern das alle Jahre wieder an Weihnachten. Das ist ein großes Fest. Selbst wenn uns nicht danach zu Mute ist, sind wir ganz herzlich eingeladen, uns mitzufreuen und mitzufeiern. Jochen Klepper formulierte es in sensiblen Worten so: "Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein."

Hier geht es um Erlösung. Jesus Christus möchte uns befreien von dem, was uns bedrückt. Diese gute Erfahrung können wir machen und sollen dies aber nicht nur für uns selbst behalten, sondern ein Segen sein auch für andere.

Im Glauben dürfen wir mehr und mehr begreifen, wie gut Gott es mit uns meint, selbst wenn der Alltag nicht immer einfach ist. Hierin liegt eine Kraft, die immer gilt, selbst wenn nicht alle Tage Weihnachten ist: "Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände." (Sacharja 8, 13b).

"Fürchtet Euch nicht!". Wenn am Heiligen Abend im Krippenspiel oder in der Lesung diese Stelle aus der Weihnachtsgeschichte zitiert wird, dann empfinde ich persönlich einen Schauer über den Rücken laufen, der mir deutlich macht: " Da bist auch Du jetzt mit gemeint."

Ja, wir brauchen uns nicht zu fürchten. Warum sind wir manchmal so ängstlich? Gott kommt in unsere Welt, um uns zu erlösen. Sein Sohn Jesus Christus wird als Mensch geboren. Wir müssen uns spätestens seit dem nicht mehr einsam fühlen. Gott lässt uns nicht allein. Er will uns erlösen und gibt uns Kraft für unseren Alltag. Er möchte unsere Hände stärken, damit wir alle die Aufgaben angehen und bewältigen können, die vor uns liegen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2010.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Partnerschaftswochenende 2009 – Ein Rückblick

Seit nunmehr 20 Jahren – seit es also dank dem Fall der Mauer möglich ist – treffen sich Vertreter aus der Wicherngemeinde in Bad Oeynhausen und der Heinersdorfer Gemeinde im Herbst zu einem Partnerschaftswochenende.

Nachdem die Heinersdorfer 2008 Gäste im ostwestfälischen Kurort sein durften, waren sie vom 18. bis 20. September dieses Jahres wieder die Gastgeber einer Gruppe von insgesamt 17 Reisenden, die am Freitagabend am Berliner Hauptbahnhof ankam und wie alte Bekannte in Empfang genommen wurde.

Das 20. Jubiläum des Mauerfalls bestimmte denn auch das Thema des gemeinsamen Wochenendes. Am Samstag vormittag besuchten wir gemeinsam zunächst die Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße mit dem Dokumentationszentrum und dem Aussichtsturm, von wo ein Stück des ehemaligen Todesstreifens einsehbar ist.


Auf dem ehemaligen Mauerstreifen

Anschließend gings auf die andere Straßenseite zur Kapelle der Versöhnung. Diese war vor wenigen Jahren dort entstanden, wo – genau auf dem Mauerstreifen gelegen – einst die Versöhnungskirche stand, die seit dem Mauerbau nicht mehr benutzt werden konnte und noch 1985 durch die Behörden der DDR gesprengt worden war. Nach einer Führung durch die Kapelle und das umliegende Gelände nahmen wir noch an der Mittagsandacht in dem beeindruckenden Ovalbau teil.

Nach dem Mittagessen in den Rathauspassagen besichtigten wir noch die die Open-Air-Ausstellung zum Jubiläum der Friedlichen Revolution auf dem Alexanderplatz.

Während des abendlichen Beisammenseins im Margaretensaal berichtete Stephan Neuß, Mitglied der kirchlichen Oppositionsbewegung in der Vorwendezeit, in einem spannenden Vortrag über seine damaligen Erlebnisse.


Vortrag von Stephan Neuß im Margaretensaal

Auch in der vom Oeynhauser Pfarrer Lassen gehaltenen Predigt während des Gottesdienstes am Sonntag war der Mauerfall noch einmal Thema. Nach einer kurzen Verabschiedung fuhren die Gäste dann kurz nach dem Mittag wieder gen Heimat – mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck.

Uwe Müller