Februar / März 2009

Wo ist euer Glaube?
Lukas 8, 25, Monatsspruch Februar

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

Aus meiner eigenen Zeit in der Jungen Gemeinde ist mir noch der flotte Spruch in Erinnerung: "Glaube nicht alles! Aber glaube an Gott." Das hatte damals jemand auf seinen Gitarrenkoffer geschrieben.

Was war wohl damals damit gemeint? In dem letzten halben Jahr fiel mir dieser Spruch des öfteren ein. Eine gewisse Skepsis ist oft angebracht. Nicht nur im Bereich der Werbung. Was wird da nicht alles versprochen. Und es wird viel versprochen. Schon Kinder lassen sich durch Werbefernsehen und Plakate beeindrucken. Ein großes benzinsparendes Auto, die neuesten Artikel der Elektroindustrie, schrille Mode und vieles mehr. Und schließlich werden Tricks angeboten, wie man reich werden könne und ganz toll Steuern sparen kann.

Spätestens seit der Bankenkrise ist auch uns Laien klar geworden, dass es so einfach nicht ist. Höhere Zinsen haben den Preis des höheren Risikos. Und sie kurbeln eine Spirale an, die irgendwann zerbricht oder im Nichts endet. Aber es bewahrheitet sich oft das alte Sprichwort: "Wo ein Gewinn lockt, da leidet der Verstand." Aber selbst Leute, die nicht viel Geld haben, kaufen ein paar Aktien oder Lotterielose, weil sie auf Gewinn hoffen. Und wenn dann das eintritt, was nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung zu erwarten ist, dann ist die Enttäuschung groß. Aber hat man das nicht schon vorher wissen können?

Auch die hohe Erwartung, dass eine Firma immer mehr Gewinne abwerfen muss, damit die Manager gelobt werden, ist ein Problem. Eine Rendite von 20% zu fordern, ist unvernünftig und maßlos. Das führt irgendwann zum Verlust und schon vorher trifft es die sozial Schwächeren. Es bringt fleißige Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz und nimmt Arbeitsuchenden die Chance einer Einstellung.

Mir ist es egal, ob ein Manager drei oder fünf Autos hat. Denn Neid ist noch niemals ein guter Ratgeber gewesen. Das finden wir schon in den 10 Geboten: "Du sollst nicht begehren, deines Nächsten Haus." (9. Gebot) / "Du sollst nicht begehren, deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist." (10. Gebot)

Aber dass bei der Bewertung einer Firma oder eines Wirtschaftsunternehmens nur auf den Umsatz und die Gewinne geschaut wird und niemals darauf, dass möglichst viele Menschen zu einem gerechten Lohn dort beschäftigt sind, das ärgert mich zutiefst.

Trotzdem wird weiterhin in der Wirtschaft mit maximalen Gewinnen geworben und bei uns Verbrauchern mit dem absoluten Tiefstpreis. Manches ist völlig überteuert und anderes ist wiederum so billig, dass es zu diesem Preis gar nicht – ohne auf Kosten der Beschäftigten und der Umwelt zu gehen – hergestellt werden kann. Da könnte man im Blick auf die Wirtschaft und das Bankenwesen und manchmal auch auf unser eigenes Verhalten hin fragen: "Wo ist Euer Verstand?"

Der Monatsspruch für den Februar stellt eine andere Frage: "Wo ist euer Glaube?" (Lukas 8,25)

Vom Glauben her wissen wir ja bereits, dass Geld nicht alles ist. Man sucht nach einem verlässlichen Halt im Leben. Aber manchmal kommen Zweifel. Und man lässt sich in seinem Glauben an Gott und seinem Vertrauen zu Jesus Christus verunsichern.

Das kann passieren, wenn man in Gefahr ist oder Angst hat, aber auch im ganz normalen Alltag. Jesus selbst stellte diese Frage. "Wo ist euer Glaube?" Er richtet sie an seine Jünger und Freunde. Er war mit ihnen in ein Boot gestiegen, um an das andere Ufer des Sees zu fahren. Alles war ganz ruhig. Gemütlich wie bei einem Ausflug an einem sonnigen Tag. Doch plötzlich kam ein Sturm auf. Die Jünger bekamen es mit der Angst zu tun. Sie gerieten in Panik. Sie saßen mit Jesus im selben Boot und waren doch verunsichert.

Jesus zeigt Verständnis für seine Freunde, aber wundert sich doch über ihre Panik. Mit etwas mehr Gelassenheit und Vertrauen auf Jesus wäre die Aufregung gar nicht nötig gewesen. Jesus bringt in die stürmische Situation Ruhe hinein. Der Sturm hört auf. Da wird den Jüngern und Freunden Jesu plötzlich klar, was auch wir wissen dürfen. Wenn Jesus mit im Boot sitzt, brauchen wir keine Angst zu haben. Gott lädt uns jedenfalls ein, diese Erfahrung zu machen und will bei uns sein. Im Alltag und auch dann, wenn mal ein Sturm aufkommen sollte.

In diesem Sinn, seien Sie wohl behütet.

Ganz herzlich

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Weihnachtsaktion der JG Heinersdorf

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Zu Weihnachten wollten wir, einige Mitglieder der Jungen Gemeinde Heinersdorf, am Anfang einer neuen Tradition stehen oder zumindest eine altbekannte wieder aufleben lassen. So sind wir mit weihnachtlichsüßen Geschenken losgezogen und haben den (traditionellen) Verlauf des Heiligen Abends gekippt, um Leute, die arbeiten mussten, zu beschenken: Von BVG-Fahrern über Krankenhausangestellte, Hotelpersonal, den Pförtner der Stephanus-Stiftung bis hin zur Polizei. Auch die Trainer des örtlichen Fitnessstudios wurden bedacht – wer, wenn nicht sie, kann sich ein paar Kalorien extra leisten!


Sichtlich erfreut: Ein beschenkter Straßenbahnfahrer in Heinersdorf

Die Reaktionen der Beschenkten schwankten zwischen freudiger Überraschung und zurückhaltendem Stutzen. Neugegründete Traditionen haben es auch nicht immer leicht. In unserem Fall jedoch finden sich hoffentlich ein paar Anhänger oder Nachahmer. Und wir werden ihr sicherlich auch in diesem Jahr wieder folgen.

In diesem Sinne,
die JG Heinersdorf

Volksbegehren Pro Reli

Nun ist es also geschafft. Die nötige Stimmenzahl, die für ein Gelingen des Volksbegehrens notwendig waren, wurde weit überschritten.

Allen, die zu dem Gelingen beigetragen haben, und für die vielen Unterschriften sei ganz herzlich gedankt.

Nun wird es also eine Volksabstimmung geben. Es ist wichtig, dass möglichst jeder, der unterschrieben hat, zu der Abstimmung geht und möglichst noch zwei oder drei weitere mitbringt, dann wird auch diese erfolgreich sein.

Wir werden zu dem Thema voraussichtlich im April noch eine Informationsveranstaltung oder Podiumsdiskussion im Margaretensaal anbieten.

Herzlichen Dank für die Unterstützung

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Weltgebetstag 2009 – Papua-Neuguinea

Am Freitag, dem 6. März 2009, feiern wir im Heinersdorfer Gemeindesaal um 19.30 Uhr den Weltgebetstag.

Frauen aus Papua-Neuguinea haben in diesem Jahr die Gottesdienstordnung erarbeitet und unter das Motto "Viele sind wir, doch eins in Christi gestellt.

Diese biblische Zusage ist besonders wichtig für Papua-Neuguinea. Das bevölkerungs- und ressourcenreiche Land im Südpazifik verfügt nicht nur über vielfältige Landschaftsformen wie Küstenregionen, fruchtbare Schwemmebenen, zerklüftete Gebirgslandschaften mit vielen Tälern, Grasflächen und Regenwäldern, sondern auch über 800 gesprochene Sprachen und fast ebenso viele Ethnien bei einer Bevölkerung von 6,3 Millionen Menschen.

Angesichts dieser Aufsplitterung und der wachsenden sozialen Spannungen ist es überlebenswichtig "ein Leib zu sein – und das gilt nicht nur für Papua-Neuguinea, sondern überall auf der Welt.

Am Donnerstag, dem 26. Februar, um 19.30 Uhr werden wir beim Gespräch beim Tee Dias aus Papua-Neuguinea sehen und viel über das Land erfahren.

Zu beiden Veranstaltungen laden wir herzlich ein.

Gisela Nowitzki