Dezember 2008 / Januar 2009

Das ewig Licht geht da herein, / gibt der Welt ein' neuen Schein; / es leucht' wohl mitten in der Nacht / und uns des Lichtes Kinder macht. / Kyrieleis.

So wird es auch in diesem Jahr wieder zu Beginn der Christvesper am Heiligen Abend erklingen. Wie schon ungezählte Kurrendesängerinnen und -sänger vieler Kinderchor-Generationen vor ihnen eröffnen sie, in feierliche Gewänder gehüllt, mit dem Einzug in die dunkle Kirche traditionell die Heilige Nacht. Mit brennenden Kerzen in den Händen laufen sie andächtig zum Altar, wo sie noch zwei Strophen aus dem Quempas singen.

In Heinersdorf gehört das Kurrendesingen zum Heiligen Abend dazu wie die hölzerne Krippe unter der Kanzel, die zwölf Altarkerzen und das am Schluss des Gottesdienstes gesungene O du fröhliche.

Kinder sind es, die das Licht staunend in die Welt tragen; so wie es einst die Hirten vom Feld waren, die von dem neuen Licht in der Welt als erste erfahren und darüber staunen durften ...

Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn.
Galater 4,4, Spruch aus den Losungen für den 24. Dezember 2008

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

Jeder Mensch wartet auf etwas. Aber auf was? Das kann sehr unterschiedlich sein. So wie Wünsche und Bedürfnisse, die wir haben, sehr unterschiedlich sind.

Es gibt Wünsche, die wir als positiv empfinden und solche, die wir eher als negativ bewerten. Es gibt Ideen, die uns weiterbringen, und es gibt Gedanken, die uns auf Abwege führen. Es ist wichtig, beides voneinander zu unterscheiden. Christliche Wertvorstellungen bieten hier eine gute Orientierung. Die Frage nach Gut oder Böse, nach dem was erlaubt ist oder verboten, ist eine unentbehrliche Hilfe für die praktischen Dinge des Alltags. Die Zehn Gebote sind eines von vielen Beispielen aus der Bibel.

Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit – danach, dass sich nicht die durchsetzen, die am lautesten schreien oder unlautere Mittel einsetzen. Manchmal erleben wir im Alltag tiefe Enttäuschungen, empfinden, dass gute Vorschläge nicht gehört und umgesetzt werden. Wir erleben Streit. Wir hören von Gewalt, sehen die Bilder von Kriegen und Anschlägen im Fernsehen. Oder wir leiden unter der wirtschaftlichen Situation. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren oder befürchten, dass dies geschieht. Weitere Beispiele könnte ich anführen.

Worauf warten wir? Viele Kinder würden in der vorweihnachtlichen Zeit antworten: Wir warten auf Weihnachten." Am Adventskranz öffnet man an jedem Tag ein weiteres Türchen, bis endlich der Heilige Abend da ist. Worauf wartet ein Kind, das so antwortet? Erwachsene könnten kritisch bemerken, dass es doch nur um die Geschenke geht, um einzelne Stichworte auf den Wunschzetteln. Aber es geht um mehr.

Weihnachten ist schon etwas Besonderes. Die Weihnachtstage sind keine ganz normalen Tage, auch wenn uns das häufig eingeredet wird.

Irgendetwas ist anders. Da liegt etwas in der Luft. Der Bibelvers, der in diesem Jahr im Losungsheft für den 24. Dezember abgedruckt ist, gibt einen Hinweis darauf. Er erinnert uns an den Grund für das Weihnachtsfest: "Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn." (Galater 4,4).

Als es endlich so weit war, hat Gott seinen Sohn Jesus Christus in unsere Welt geschickt. Als das Warten ein Ende hatte, ist Jesus als kleines Kind geboren. Über 2000 Jahre ist es schon her, dass Jesus im Stall von Bethlehem zur Welt kam.

Aber es ist immer noch eine Nachricht wert. Denn Gott hat uns mit unseren Sorgen und Problemen nicht alleine gelassen. Jesus ist in unsere Welt gekommen. Das ist (fast) unglaublich, aber wahr. Das ist das Geheimnis, das man an Weihnachten – und nicht nur zur Weihnachtszeit – entdecken und erleben kann – selbst wenn man nicht bewusst darauf gewartet hat. Gott hat seinen Sohn in unsere Welt gesandt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr 2009

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

ADVENT – Warten auf das Christkind?

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind ... stimmt denn das so?

Vor ca. 2000 Jahren kam Jesus Christus, Gottes Sohn, als Baby, als kleines Menschenkind, auf unsere Erde, um wie alle anderen Menschen größer und älter zu werden. So hatte Gott, der Vater, es geplant: dass sein Sohn den Menschen in allen Dingen gleich werden sollte, um sie zu verstehen und ihnen zu sagen und zu zeigen, wie man nach Gottes Willen lebt.

Der Heilige Geist wohnte in ihm und leitete ihn, so dass Jesus das tat, was dem Willen Gottes entsprach: er sündigte nicht.

Als dann der von Gott bestimmte Zeitpunkt kam, ging er für unsere Sünden ans Kreuz, um unsere Schuld stellvertretend auf sich zu nehmen und uns Menschen mit Gott zu versöhnen.

Es scheint so, dass Jesus Christus, als er auf der Erde lebte, arm und schwach war.

Er hatte keinen Besitz – und sein Reich, das er aufrichtete, war und ist bis zum heutigen Tage unsichtbar. Nur der Geist Gottes kann uns Menschen die Augen des Herzens öffnen, so dass wir Gottes Herrschaft erkennen und anerkennen können. Nun ist Jesus Christus wieder bei seinem Vater im Himmel; von dort kommt er zwar nicht jedes Jahr zu Weihnachten als Christkind" wieder auf die Erde, aber er hat versprochen:

Ich komme wieder!

Das zweitemal wird der Sohn Gottes nicht in Schwachheit erscheinen, sondern in seiner himmlischen Herrlichkeit, und alle werden es sehen!

Jesus Christus wird dann sein Reich aufrichten und Gericht halten und uns, die wir an ihn glauben, wird er das Heil bringen. Deshalb dürfen wir uns auf diesen Tag freuen, weil er unsere Erlösung offenbar machen wird.

Wenn wir uns jedes Jahr in der Adventszeit (Advent = Ankunft) ganz neu daran erinnern, darüber freuen und Gott danken, dass damals in Bethlehem Jesus Christus als Retter – auch für jeden von uns heute – geboren ist, dann dürfen sich unsere Gedanken gleichzeitig auch nach vorn richten, denn: ADVENT bedeutet auch:

Warten auf die Wiederkunft des verheißenen Messias Jesus Christus!

Darum wollen wir in froher Erwartung mit den Augen unseres Herzens Ausschau nach ihm halten und in die Worte der Bibel einstimmen:

Der Geist und die Braut (die Gemeinde Christi) sprechen: Komm!
Und wer es hört, der spreche: Komm!
Es spricht, der solches bezeugt (Jesus): Ja, ich komme bald.
Amen, ja komm, Herr Jesus!"

(Offenbarung 22,17+20)

Dass wir alle diese Worte aus ganzem Herzen mitsprechen können, wünscht Ihnen

Ihre Barbara Bresch

Partnerschaftswochenende in Bad Oeynhausen

Pünktlich um 20.20 Uhr kam eine kleine Delegation der Heinersdorfer Gemeinde im Kurort Bad Oeynhausen an, wo sie bereits freudig erwartet wurde: Die Gastgeber der Wicherngemeinde hatten sich auf dem Bahnsteig versammelt, um die Heinersdorfer zu begrüßen. Vom 19. bis 21. September kamen beide Gemeinden wieder zu ihrem traditionellen Partnerschaftswochenende zusammen. Ein gemeinsamer Ausflug führte am Samstag ins benachbarte Herford – in "dat hillige Herwede", wie es wegen seiner vielen Kirchen und Kapellen auch heißt. Bei herrlichem Spätsommerwetter gabs sachkundige Führungen unter anderem durch die St. Marien-Kirche Stift-Berg, eine westfälische Hallenkirche, und durch MARTa, ein Museum für zeitgenössische Kunst.


Führung durch die St. Marien-Kirche Stift-Berg

Abends wurde Wissenswertes über die Geschichte Oeynhausens berichtet. Nach einem leckeren Abendessen im Gemeinderaum erzählte Hermann Ovesiek, ehemals Pfarrer im benachbarten Babbenhausen-Oberbecksen, wie es zur Gründung, Entwicklung und Namensgebung des Ortes kam. Fazit: "Ohne Berlin gäbe es kein Oeynhausen!" Mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche und dem anschließenden Mittagessen endete das Partnerschaftswochenende. Im kommenden Jahr – vom 18. bis 20. September – werden die Oeynhauser dann wieder zu Gast in Heinersdorf sein.

Uwe Müller

Patenschaft für einen jungen Bolivianer

Die Plakate hängen überall in der Stadt auf großen Werbetafeln – auch bei uns in Heinersdorf: "Weltverbesserer", "Friedensstifter", "Lebensretter" ist darauf in großen Lettern zu lesen. Sie werben für die Übernahme von Patenschaften für Kinder in Entwicklungsländern, die die Hilfsorganisation Kindernothilfe vermittelt. Eine solche Patenschaft kostet zurzeit 31 Euro im Monat und schafft einem Kind in Afrika, Südamerika oder Asien eine Lebensperspektive, indem es eine Schule besuchen kann, in einem Wohnprojekt untergebracht wird oder eine anderweitige Betreuung erhält.

In diesem Frühjahr entschloss sich die Junge Gemeinde Heinersdorf, eine solche Patenschaft zu übernehmen und wandte sich mit dem Anliegen an die Kindernothilfe. Kurz vor den Sommerferien war es dann soweit: Seit Juli ist der 10 Jahre alte Ronald Yapuri Hurtado aus Bolivien das Patenkind der JG. Er wohnt in einem kleinen Ort namens Montero nahe der Provinzhauptstadt Santa Cruz. Das monatliche Einkommen der vierköpfigen Familie beträgt 700 Boliviano, etwa 70 Euro.

Ronald besucht täglich das Kinderzentrum "Villa Virginia", das von der Methodistischen Kirche verantwortet wird und etwa 100 Kinder aus der Umgebung betreut, deren Familien auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen hierher gezogen sind.


Ronald Yapuri Hurtado, Patenkind der Jungen Gemeinde in Bolivien

Die Patenschaft erschöpft sich nicht darin, regelmäßig den Monatsbetrag zu sammeln. Es gibt Briefe hin und her, und auch das südamerikanische Land Bolivien ist nun in das Interesse der Jungen Gemeinde gerückt.

Zur Gemeindefeier am 1. Advent betreut die JG einen Informationsstand über die Kindernothilfe. Dort können Sie mehr über Ronald erfahren und sich über die Möglichkeiten informieren, eine Patenschaft zu übernehmen und damit selbst zum Lebensretter und Friedensstifter zu werden ...

Uwe Müller

Volksbegehren Pro Reli

Aus der Presse und Informationen aus der Kirchengemeinde haben Sie sicher schon erfahren, dass zurzeit Unterschriften für das Volksbegehren Pro Reli gesammelt werden.

Es ist eine Initiative, die von Eltern gegründet wurde und auch von der Evangelischen Kirche, der Katholischen Kirche und ihren Kirchengemeinden unterstützt wird. Wir möchten mithelfen, dass diese Aktion erfolgreich ist. Worum geht es? Die vom Senat von Berlin beschlossene Einfrung des Ethikunterrichtes an den Berliner Oberschulen als zusätzliches Pflichtfach frt zu einer Benachteiligung des Evangelischen und Katholischen Religionsunterrichtes. Dies empfinden wir als ungerecht und möchten, dass die Schüler und die Eltern wählen können, ob lieber der Religionsunterricht oder der Ethikunterricht besucht wird.

Es geht also um die Wahlfreiheit zwischen diesen beiden Fächern. Warum soll den Betroffenen nicht die Möglichkeit gegeben werden, selbst zu entscheiden?

Jetzt müssen 170.000 Unterschriften bis zum 21. Januar 2009 gesammelt werden, damit dann zeitgleich zur Europawahl alle, die in Berlin wahlberechtigt sind, in einem Volksentscheid über diese Frage abstimmen können.

Deswegen liegt diesem Gemeindebrief eine Unterschriftenliste bei. Wir bitten Sie, wenn Sie Ihren 1. Wohnsitz in Berlin haben und mindestens 18 Jahre alt sind, diese Initiative mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen, sofern Sie dies nicht bereits getan haben.

Auch vor den Gottesdiensten am Heiligen Abend werden Unterschriftenlisten ausliegen.

Senden Sie den Bogen bitte an uns zurück oder werfen sie ihn in den Briefkasten am Pfarrhaus oder geben ihn im Pfarramt oder in der Kita ab.

Die Unterschriften können auch direkt gesandt werden an

Pro Reli e.V.
Tölzer Straße 25
14199 Berlin

Sechs Wahlberechtigte können auf dem Bogen unterschreiben. Wir freuen uns aber auch, wenn Sie den Unterschriftenbogen mit nur einer Unterschrift an uns zurücksenden.

Herzlichen Dank für die Unterstützung

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler