Juni / Juli / August 2008

Als ein Haus Gottes wird eine Kirche oft bezeichnet, als ein Ort, an dem Gott wohnt – oder doch zumindest residiert und wo wir Menschen ihn besuchen können. Dass Gottes Gegenwart indes nicht an Kirchengebäude geknüpft ist, leuchtet ein. Andernfalls hätte er wohl nur zu wenigen von uns regelmäßigen Kontakt und wäre überdies die meiste Zeit der Woche ziemlich allein. Auch wenn Kirchen zur Ehre Gottes errichtet werden – um zu uns zu kommen, braucht Gott diese Häuser nicht.

Aber uns Menschen können diese besonderen Räume helfen, zu uns selbst zu finden – und zu Gott. Das kann sonntags ab zehn im Gottesdienst sein – gemeinsam mit anderen Menschen und mit viel Musik, Gebeten und Bibeltexten. Das kann aber auch mitten in der Woche sein – ganz allein in der Stille und nur mit einer kleinen Kerze. Vielleicht haben Sie im Sommer die Gelegenheit, sich einmal Zeit für einen solchen Moment der Einkehr zu nehmen – sei es irgendwo in der Ferne an Ihrem Urlaubsort oder in unserer Heinersdorfer Kirche ...

"Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden."
2. Mose 15,2, Monatsspruch Juni

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

Wir leben in einer Zeit, in der wir ständig von Musik umgeben sind. Das klingt dann oft so, als wenn jemand singt. Im Radio, im Fernsehen oder selbst beim Einkauf in der Kaufhalle oder im Supermarkt. Ständig werden wir berieselt von Musik. Das empfinden wir manchmal sogar als störend.

Trotzdem berührt es uns, wenn jemand mit schöner Stimme singt. Aber es ist seltener geworden, dass jemand im Alltag – etwa während der Arbeit – ein Lied singt. Doch hat wahrscheinlich jeder von uns Mal eine bekannte Melodie gesungen oder mitgesummt.

Vielleicht haben auch Sie, liebe Leser, eine Lieblingsmelodie, die sie begleitet?

Auch berühmte Personen in der Bibel haben offenbar gesungen. Sie haben die gute Erfahrung, die sie mit Gott gemacht haben, in Liedern ausgedrückt. Die Psalmen sind ein berühmtes Beispiel dafür.

Aber auch Mose hat gesungen. Er dankte Gott für die vielen Situationen, in denen er bewahrt wurde. Der lange Weg durch die Wüste war ja kein leichter und unbeschwerlicher Weg.

So wurde der Vers, der nun als Monatsspruch für den Juni ausgewählt wurde, zu so etwas wie einem Lebensmotto: "Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden." (2. Mose 15, 2)

So kann ein Lebenslied klingen. Wäre es nicht schön, wenn wir das auch von uns sagen könnten? Gott ist meine Stärke. Davon möchte ich gerne reden – und manchmal auch singen.

Auch die guten Erfahrungen möchte ich nicht verschweigen. Situationen, wo ich gemerkt habe, dass Gott mir hilft. Wo ich konkret erlebe, dass Gott rettet. Wo mir wieder deutlich wird, das Jesus unser Erlöser ist.

So ein Lied ist dann ein ganz neuer Klang. Es gehört dann zu den fröhlichen Tönen unseres Lebens. Es macht Mut. Und es bereichert unser Leben – nicht nur im Sommer.

In diesem Sinne wünscht eine gesegnete Sommer- und Ferienzeit

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Partnerschaftswochenende in Bad Oeynhausen

Vom 19. bis zum 21. September findet das diesjährige Partnerschaftswochenende statt. Nachdem uns unserer Partnergemeinde im Spätsommer 2007 in Heinersdorf besuchte, sind wir diesmal wieder zu Gast bei der Wicherngemeinde in dem ostwestfälsichen Kurort. Auf dem Programm des gemeinsamen Wochenendes stehen unter anderem die Besichtigung der Hochschule für Kirchenmusik in Herford und der anschließende Besuch in der St. Marien-Kirche Stift-Berg. Zwischendurch und während des gemeinsamen Abends wird Gelegenheit sein, mit Gemeindegliedern der Wicherngemeinde ins Gespräch zu kommen, mit der uns die Gemeindepartnerschaft bereits seit 47 Jahren verbindet.

Wir fahren gemeinsam mit dem Zug nach Bad Oeynhausen (Kosten ca. 60 € pro Person) und werden in Gastfamilien wohnen. Wenn Sie mitkommen möchten, können Sie sich schon jetzt in eine der ausliegenden Listen eintragen. Oder melden Sie sich unter 474 62 63 oder mueller@gemeinde-heinersdorf.de.

Uwe Müller

Offene Kirche in Heinersdorf


Stimmungsvolle Beleuchtung im Inneren der Kirche


Von außen angestrahlt: Die Kirche zu Pfingsten bei Nacht

Mit einem Besucherrekord ging die diesjährige Nacht der offenen Kirchen in Heinersdorf zu Ende. Während der fünf Stunden, in denen die Heinersdorfer Kirche in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag geöffnet war, kamen insgesamt mehr als einhundert Menschen in die von innen und außen angestrahlte und mit Kerzen beleuchtete Kirche.

Die meisten Besucher kamen nicht nur, um sich das Gotteshaus einmal von innen anzusehen, sondern nahmen auch an einer oder mehreren der stündlich stattfindenden besonderen Angebote teil, die diesmal das gemeinsame Motto "... dann hör' ich ein Rufen vom Himmel" miteinander verband. Auf dem Programm standen unter anderem eine Glockenführung auf dem Kirchturm, ein kleines Kammerkonzert, die Vorführung der Orgel mit Choralimprovisationen und eine Taizndacht. Zwischendurch gab's bei Erfrischungen und kleinen Snacks die Möglichkeit für Gespräche und stille Meditation.

Die Nacht der offenen Kirchen fand in Berlin und Brandenburg bereits zum achten Mal statt. Die Gemeinde Heinersdorf beteiligte sich zum vierten Mal an der Initiative, die im ersten Jahr mit einer Hand voll Besucher begann und dank des immer neuen Engagements der Initiatioren inzwischen zu einer guten Tradition am Pfingstsonntag geworden ist.

Uwe Müller

Moritzburg – oder wie Gott eine neue Tür öffnet

Moritzburg, das kleine schmucke Städtchen bei Dresden beherbergt nicht nur das Schloss mit dem See rundherum, empfehlenswerte Caf und Restaurants, sondern auch eine große moderne Fachhochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie.

Diese Ausbildung besitzt eine lange Tradition. Schon zu DDR-Zeiten wurden Diakone ausgebildet, später auch Diakoninnen. Diese arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen der Kirche. Sie können sich in einer Kirchengemeinde bewerben und als Gemeindepädagoge tätig sein, andere leiten eine Einrichtung wie zum Beispiel ein Seniorenheim, eine Rehabilitationseinrichtung, andere geben Religionsunterricht oder arbeiten in der Kinder- und Jugendhilfe, andere sind in der Verwaltung tätig und vieles mehr. Wer diese Ausbildung absolviert hat, kann sich einer Gemeinschaft anschließen, die sich regelmäßig in Regionalkonventen trifft und miteinander Kontakt hält.

Mein Mann, der aus dem Erzgebirge stammt, kennt die Gemeinschaft der Moritzburger Diakone aus seiner beruflichen Laufbahn gut. Als der Wunsch stärker wurde, dieser Gemeinschaft angehören zu wollen, stellten wir den Antrag auf Aufnahme. Mit meinen Ausbildungen besitze ich die Voraussetzungen, musste aber noch einige Bedingungen erfüllen. Gleichzeitig ist mir der Einsegnung auch das Prädikantenamt verbunden, also die Befugnis zu predigen. Am 22. Februar legte ich erfolgreich das Diakoninnenexamen in Moritzburg ab. Am 27. April fand der Prüfungsgottesdienst in unserer kleinen Dorfkirche in Heinersdorf statt. Am 16. Mai wurde ich mit 17 jungen Schwestern und Brüdern in der Moritzburger Kirche zur Diakonin eingesegnet.

Es ist für mich eine erstaunliche, spannende und beglückende Erfahrung. Inmitten meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit öffnet mir Gott eine Tür, die ich selbst nicht wahrgenommen hätte. Mein "neuer" Weg bedeutet nicht, dass ich mich vom Kindergarten verabschiede; ich bleibe weiterhin wie gewohnt als Leiterin tätig, aber ich möchte nun natürlich auch weitere "Schritte" in Richtung Gottesdienstgestaltung wagen. Der Gemeindekirchenrat gibt mir sozusagen die Kanzel "frei".

Hildegard Seifert

  Frauen in der Bibel

Frauen spielen eine starke Rolle in der Bibel! Da lesen wir zum Beispiel von Elisabeth – der Mutter von Johannes dem Täufer – die im hohen Alter noch ein Kind bekommt. Oder von Maria aus Betanien, die damals als Einzige verstanden hatte, dass Jesus in den Tod gehen würde und ihn daher salbte (Johannes 12,1-8).

Jesus selbst hat keine Unterschiede gemacht zwischen Mann und Frau. Er tat vielmehr etwas in der damaligen Zeit Undenkbares: Er unterhielt sich öffentlich mit Frauen. Er ergriff Partei für sie. Er stellte sie gleich. (Johannes 8). Und es waren auch gerade nicht die Jünger, die als erste von der Auferstehung Jesu erfuhren, sondern Frauen! (Markus 16, 1-8) Schon im Alten Testament stellt Gott die Frau unter einen besonderen Schutz. So sind beispielsweise im 4. Buch Mose, Kapitel 30, eine Reihe von Rechtsvorschriften geregelt, nach denen der Ehemann die Verantwortung für die Versprechen und Gelübde seiner Frau zu tragen hat.

Wer die Bibel aufmerksam liest, wird schnell merken, dass nicht stimmt, was manchmal behauptet wird: Dass die Frauen darin schlecht wegkommen würden. Über die gesamte Geschichte Gottes mit den Menschen, die wir in der Heiligen Schrift finden, erstreckt sich immer wieder die besondere Anerkennung und der besondere Schutz der Frauen. Was aber ist z. B. mit dem Epheserbrief? Darin stehen im 5. Kapitel in den Versen 21 und 22 die Sätze: "Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. "Ordnet euch euren Männern unter! Haben Frauen also doch eine geringere Stellung als Männer? Meint Paulus hier, dass die Männer das Sagen und die Frauen alles hinzunehmen haben? Nein, das bedeutet es keineswegs! Paulus sagt eben nicht: Ihr Männer, macht euch eure Frauen untertan, so wie es von manchen bewusst oder unbewusst missverstanden wurde, sondern Paulus sagt: Tretet in den Schutz eurer Männer! Es geht hierbei ganz und gar nicht um Zwang, sondern um eine Art freiwillige Unterordnung.

Paulus meint, dass die Frau ihren Mann als Haupt von Ehe und Familie anerkennen solle. Und das eben mit der Konsequenz, dass der Mann auch die letzte Verantwortung vor Gott für alle wichtigen Entscheidungen trägt! Eva war es, die auf die listige Schlange hörte und die Frucht vom Baum pflückte, obwohl Gott es ihr verboten hatte. Trotzdem wurde vor allem Adam dafür zur Verantwortung gezogen! Er wird "der erste Sünder" genannt (Römer 5,12). Aber warum er? Warum er und nicht Eva? Weil er seine Aufgabe vernachlässigt hatte. Weil er nicht der Beschützer seiner Frau gewesen war. Weil letztlich er die Verantwortung trug! Nun mag es Frauen geben, die einwenden, sie könnten sich ganz gut selbst helfen und benötigten keinen Beschützer – und dies mag vielleicht auch so sein. Aber kann es sein, dass dies so ganz allgemein gesehen, doch dem natürlichen Wesen der Frau entgegenläuft? Gott hat die Frau so geschaffen, dass sie beim Mann Schutz und Geborgenheit sucht. Diese Eigenschaft steckt in jeder Frau, damals genauso wie heute. Selbst sehr emanzipierte Frauen wissen das und müssen es nüchtern betrachtet zugeben. So, wie es die Frau ist, die die Kinder bekommt, so sind auch alle damit zusammenhängenden Wesensmerkmale bei ihr besonders ausgeprägt: Güte, Sorge um das Wohl des Kindes, der sogenannte Mutterinstinkt. Und das alles ist eben nicht anerzogen, sondern es steckt in jeder Frau von Geburt an, auch wenn man das in Zeiten des so genannten Gender Mainstreaming nicht wahrhaben möchte. Mädchen waren und sind es, die wohl eher fragen, ob sie das Baby der Nachbarin spazieren fahren dürfen, als Jungen ...

"Ordnet euch einander unter ..." Jesus war dem Vater untertan. Ist er aber deshalb minderwertig? Keineswegs, denn der Vater liebt den Sohn und der Sohn ist freiwillig untertn. Und dass Paulus eben gerade keine Machtausübung des Mannes gegenüber der Frau will, wird in Vers 25 der oben genannten Textstelle des Epheserbriefes ganz deutlich: "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben." Christus hat die Gemeinde so sehr geliebt, dass er sein Leben für die Gemeinde hingab. Für jeden von uns. Mehr konnte er nicht geben. Mehr ging nicht. Und in genau solch hohem Maße sollen die Männer ihre Frauen lieben. Bereit sein, alles für sie zu hinzugeben.

Das Bild der Frau in der Bibel ist alles andere als so, wie es in den modernen Medien mehr oder weniger oft hingestellt wird, ganz im Gegenteil: Das Hohelied Salomos im Alten Testament zum Beispiel ist eine unvergleichliche Hymne an die Frau. Wer die Bibel aufmerksam liest, der wird herausfinden, dass der Frau eine genauso wichtige Rolle zukommt wie dem Mann. Frauenfeindlichkeit hat es immer gegeben, wie es auch Männerfeindlichkeit durch Frauen gegeben hat und gibt. Dies aber hat nichts mit dem Frauenbild der Bibel zu tun.

Wenn Frauen in biblischen Zeiten und auch später zum Teil sehr massiv an den Rand des gesellschaftlichen Lebens gedrängt wurden und ihre Aussagen zum Beispiel vor Gericht nichts galten, so hat Gott ihnen doch immer wieder besondere Beachtung und Bedeutung geschenkt. Die Frauen, von denen in der Bibel berichtet wird, sind ein gutes Beispiel dafür.

Manja und Mathias Christiansen