April / Mai 2008

Der Heilige Geist spielt die Hauptrolle beim Pfingstwunder, wie es uns in der Apostelgeschichte berichtet wird: Durch ein vom Himmel kommendes Brausen wurden die Jünger vom Heiligen Geist erfüllt. Und plötzlich brach es aus den sonst noch immer verzagten Begleitern Jesu heraus, der sie nun endgültig verlassen zu haben schien: Sie erzählten ihren verdutzten Mitmenschen die frohe Botschaft. Und sie wurden verstanden, obwohl ihre Zuhörer aus aller Herren Länder kamen. Das lag wohl vor allem daran: Die Jünger waren im wahrsten Sinne begeistert. Pfingsten wird auch gern als der Geburtstag der Kirche bezeichnet. Und es stimmt: Ohne das Wirken des Heiligen Geistes, ohne das begeisterte und ansteckend begeisternde Erzählen vom Glauben hätte sich das Evangelium wohl kaum über die ganze Erde verbreitet und wäre die Kirche heute nicht das, was sie ist. Eines der Symbole für den Heiligen Geist ist die Taube, in deren Gestalt er sich bei Jesu Taufe zeigte. Sie ist auch auf einem der Altarfenster von Carl Crodel in unserer Kirche abgebildet und dort nicht nur zum Pfingstfest zu bewundern ...

"Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt."
1. Petrus 3,15, Monatsspruch April

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

Wenn wir auf der Straße spazieren gehen und uns jemand anspricht und nach dem Weg fragt, dann sind wir in der Regel sofort bereit zu helfen. Es ist ja nichts weiter dabei, einem anderen genaue Auskunft über den Weg zu geben. Gelingen kann das natürlich nur, wenn man auch in der Lage ist, zu antworten und nicht sagen muss: "Ich weiß auch nicht, wie Sie da hinkommen."

Bei persönlichen Fragen sind wir aber schnell zurückhaltender. Was geht den anderen das denn an? Der Datenschutz zum Beispiel trägt dieser Empfindung Rechnung.

Es gibt viele Tabuthemen über die nicht gerne gesprochen wird.

So ist es auch mit Fragen des Glaubens. Das Motto Religion ist Privatsache wird dann nicht als Ausdruck der Freiheit verstanden, sondern so wörtlich genommen, dass man über seinen Glauben nicht reden darf. So empfehlen viele Ratgeber über Benehmen und Höflichkeit im Geschäftsleben, niemals religiöse Themen anzusprechen. Das führe nur zu Unannehmlichkeiten, jemand könnte sich beleidigt fühlen. Also lautete der Ratschlag dieser Ratgeber: "Darüber spricht man nicht." Petrus sieht das offenbar ganz anders. Der Glaube ist kein Tabuthema. Petrus rät deswegen: "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt." (1. Petrus 3,15)

Petrus sagt dies sogar in einer Situation, in der es wegen der Christenverfolgungen gefährlich wäre, über den Glauben zu reden. Selbst da soll der Glaube nicht verheimlicht werden. Wie viel mehr gilt das für uns, die wir, anders als an anderen Teilen der Erde, keine Verfolgungen befürchten müssen. Traut Euch, über Euren Glauben zu sprechen! Es soll kein Geheimnis bleiben, was man glaubt. Wer Jesus Christus ist, soll weitergesagt werden. Denn, wenn es eine gute Erfahrung ist, dann ist es doch gut, wenn das anderen nicht verheimlicht wird. Denn jeder kann die gute Erfahrung selbst machen, dass der Glaube trägt. Einen wirklich guten Tipp behält man nicht für sich. Auch andere sollen etwas davon haben.

So laden wir ganz herzlich in unsere Kirchengemeinde ein. Denn die gute Erfahrung, die wir in unserem Glauben und mit Jesus Christus gemacht haben, wollen wir nicht für uns behalten, sondern teilen.

So laden wir ganz herzlich in unsere Kirchengemeinde ein. Denn die gute Erfahrung, die wir in unserem Glauben und mit Jesus Christus gemacht haben, wollen wir nicht für uns behalten, sondern teilen.

Ganz herzlich

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Weltgebetstag im Rückblick

Wie in jedem Jahr fand auch 2008 wieder am ersten Freitag im März der Weltgebetstag statt, dessen Ordnung in diesem Jahr von Frauen aus Guyana vorbereitet wurde. Und auch in Heinersdorf wurde aus diesem Anlass wieder ein Gottesdienst gefeiert, der mit seiner besonderen Atmosphäre immer mehr Gäste anzieht: Der Stuhlkreis im Gemeinderaum, der um den liebevoll dekorierten Altar aufgestellt worden war, war an diesem 7. März bis auf den letzten Platz besetzt.

Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung lagen in den bewährten Händen von Gisela Nowitzki. In den Texten, die abwechselnd von Frauen aus der Gemeinde gelesen wurden, ging es viel um die Situation der Frauen in dem südamerikanischen Land, um ihre Schwierigkeiten und Probleme, um ihre Hoffnungen und ihren Glauben.

Im Mittelpunkt der Liturgie stand das Thema Weisheit. Der Vers aus dem Buch Hiob "Die Furcht vor dem Herrn, das ist Weisheit, das Meiden des Bösen ist Einsicht." lag auch in großen Buchstaben in der Mitte des Raumes. Um diesen alttestamentarischen Text und um die Begegnung Jesu mit Maria und Martha, von der im Lukasevangelium berichtet wird, ging es auch in der Predigt, die in diesem Jahr von Barbara Bresch gehalten wurde. Für die musikalische Begleitung der ungewohnten und rhythmisch anspruchsvollen Lieder sorgte Gerd Müller.

Uwe Müller

  Vom Glauben erzählen

Wenn wir zum letzten Kapitel des Matthäusevangeliums in der Bibel blättern, finden wir darin den so genannten Missionsbefehl: "Geht hinaus in die ganze Welt", sagt Jesus zu seinen Jüngern. "Geht hinaus in die ganze Welt, und ruft alle Menschen dazu auf, mir nachzufolgen!" (Matthäus 28,19). Auch der Evangelist Markus berichtet davon (Markus 16,15). Und dieser Auftrag richtet sich nicht nur an die ersten Jünger, sondern an alle Christen zu allen Zeiten.

Missionsbefehl - das klingt gewaltig. Aber was heißt das eigentlich genau - Mission? Heutzutage spricht man ja sogar schon in der Wirtschaft davon, dass jede Firma eine Vision und eine Mission bräuchte, um erfolgreich zu sein ...

Ursprünglich stammt das Wort Mission von dem Lateinischen mittere ab, was so viel heißt wie entsenden, schicken, gehen lassen. In christlichem Sinne und im Hinblick auf die Worte von Jesus heißt Mission, sich von Gott senden zu lassen und Menschen zu einem persönlichen Glauben an Jesus Christus einzuladen.

Vom Glauben, von unserer Hoffnung in Christus zu erzählen, ist eine ebenso bereichernde wie dankbare Aufgabe. Es ist aber auch eine besondere Verantwortung und ein wichtiger Auftrag. Denn wenn wir den Menschen nicht sagen, dass sie ohne Christus verloren gehen in Zeit und Ewigkeit, dann haben wir zu kurz gedacht! Manche mögen in der heutigen Zeit vielleicht meinen, dass es unnötig sei, diese Verlorenheit ohne Christus zu betonen, denn Gott wäre ja gnädig und barmherzig. Und so würden irgendwie schon alle gerettet werden. Doch dies ist letztlich ein trügerischer Gedankengang. Denn wären wir Menschen ohne Christus nicht verloren, dann hätte der Sohn Gottes nicht am Kreuz von Golgatha für uns sterben müssen. Dann wäre sein Leidensweg unnötig und sinnlos gewesen ... Gott ist eben nicht nur gnädig und barmherzig, sondern auch vollkommen gerecht und zuverlässig. Er steht zu seinem Wort. Und so wird die wichtigste Botschaft aller Zeiten auch bezeugt durch das Wort des lebendigen Gottes: Ohne den Glauben an Jesus Christus, ohne das persönliche Vertrauen auf ihn, können wir nicht zu Gott kommen (Johannes 3,16.18; 14,6; 2. Thessalonicher 2,10). Aber wir müssen uns nicht fürchten, denn wir haben ja die gute Nachricht von Ostern: Jesus starb für uns, an unserer Stelle. Damit wir den ewigen Tod nicht mehr schmecken müssen (Johannes 8,52). Und er ist lebendig und wahrhaftig auferstanden, damit alle, die an ihn als den Erlöser und Herrn glauben, das ewige Leben haben! "Ich lebe und ihr sollt auch leben!" (Johannes 14,19), so sagt es Jesus uns und so lautet ja auch die Jahreslosung für 2008.

Aber nicht nur allein der Blick auf die Ewigkeit ist von Bedeutung. Es ist auch wichtig, den Menschen zu sagen, was ich im Hier und Heute gewinne, wenn ich zu Christus gehöre: Ich bekomme wahren Frieden, Gelassenheit und echte Freiheit. Freiheit nämlich von dem Streben nach Besitz, nach Geld und Anerkennung. Freiheit vielleicht auch von falschen Abhängigkeiten und Zwängen.

Und wie sieht dieses Gehet hin! nun praktisch aus? Gehet hin!, dass heißt nicht: Wir haben dann und dann Sprechstunde, wir haben Gottesdienst am Sonntag um zehn und ansonsten sind wir nicht erreichbar. Gehet hin!, dass heißt vielmehr: Seid jederzeit bereit, Zeugnis zu geben über euren Glauben (1. Petrus 3,15b). Es bedeutet, Zeugnis zu geben und aus der Kraft dieses Glaubens heraus dem Nächsten zu helfen (2. Petrus 1,5-7). Schon die Apostel haben die Menschen da abgeholt, wo sie waren. Und sie ersparten ihnen dabei auch manch unangenehme Wahrheiten nicht. Sie verkündigten vielmehr Gott als den, der Leben hat und Leben spendet.

Und die Resonanz ihrer Hörer war ganz unterschiedlich aber im Grunde genau so, wie wir es auch heute noch erleben: Manche nahmen das Wort mit Freuden auf und manche lehnten das Wort vom lebendigen Gott ab. Sie meinten, Jesus nicht zu brauchen (lies z. B. Apostelgeschichte 17). Aber immer wurden eben auch Menschen zu einem lebendigen Glauben an den auferstandenen Christus eingeladen und vertrauten diesem Herrn ihr Leben an.

Gehet hin!, das kann auch heißen: Schreibt Leserbriefe, wenn der christliche Glaube in den Medien belächelt, verspottet oder falsch dargestellt wird. Und dankt auch für gute Berichte!

Gehet hin!, das kann auch heißen: Gehet hin zu den Briefkästen, indem ihr christliche Schriften verteilt.

Und Gehet hin!, dass heißt schließlich auch: Gehet hin zu den Mächtigen: Betet für die Verantwortlichen im Land (1. Timotheus 2,2) und schreibt oder sprecht sie auch an.

Jesus macht es ganz deutlich: "Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die rettende Botschaft" (Markus 16,15; Matthäus 28,19). Zögern wir nicht. Wir haben die beste Nachricht aller Zeiten.

Manja und Mathias Christiansen

Jugendrüstzeit in Zeestow

Vom 15. bis 17. Februar fuhr die Heinersdorfer Junge Gemeinde wieder gemeinsam auf eine Wochenendrüstzeit nach Zeestow bei Berlin. Unter den 15 Teilnehmern waren auch fast alle Konfirmanden, die am Pfingstsonntag dieses Jahres eingesegnet werden sollen. Das Wochenende stand unter dem Thema Grenzenlos!?. Persönliche Grenzen, deren Ursachen, Überwindung bzw. Einhaltung spielten dabei ebenso eine Rolle wie rechtliche, politische und ethische Grenzziehungen.

Jesus Christus als Überwinder der vormals doch recht hohen Grenze zwischen Himmel und Erde - zwischen Gott und den Menschen also - hat in seinem Leben wiederum viele Grenzen neu gesetzt oder ganz aufgehoben. In einem Gottesdienst, in dem ein gemeinsames Agapemahl gefeiert wurde, ging es um die Liebe als das ewig Bleibende und um die Begrenztheit unserer hiesigen Erkenntnis (1. Korinther 13). Am Samstagabend sorgte das Spiel ohne Grenzen für Unterhaltung und einen sportlich-kreativen Vergleich in den unterschiedlichsten Disziplinen. Für die kulinarische Versorgung am Wochenende sorgten die Jugendlichen wie immer selbst: Vom Einkauf am Tag der Abreise bis zum gemeinsamen Kochen und Zubereiten der Mahlzeiten legten sie selbst Hand an und machten das Wochenende somit wieder zu einem rundum gemeinschaftlichen Gruppenerlebnis.

Uwe Müller