Dezember 2007 / Janaur 2008
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

"Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden."
Jesaja 40, 31, Monatsspruch Dezember

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

in Zeiten hoher Benzinpreise, für die es eigentlich keine Rechtfertigung gibt, denkt man noch bewusster daran: Bevor ich mit dem Auto eine längere Fahrt unternehme, muss ich ausreichend tanken. Das Tanken muss vorher geschehen.

Diese zeitliche Reihenfolge ist wichtig. Bevor ich etwas unternehme, muss ich ausgeruht sein. Die Phase der Ruhe kann ich nicht einfach überspringen. So findet sich im Schöpfungsbericht am Anfang der Bibel die Redewendung: "Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag." Der Tag beginnt nach diesem Verständnis nicht mit dem Morgen und der Aufnahme der Arbeit. Sondern der Tag beginnt mit dem Abend und der Ruhe der Nacht. Wenn ich eine große Aufgabe angehen möchte, muss ich ausgeruht sein. Vor der Kraftanstrengung steht das Kraftschöpfen.

Der Monatsspruch für Dezember geht ebenfalls von dieser Erfahrung aus, und er zeigt zugleich die Lösung auf, wie ich Kraft schöpfen kann:

"Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden." (Jesaja 40, 31)

Es geht hier nicht um Benzin für das Auto, und es geht auch nicht um Muskelkraft. Jesaja verweist auf einen ganz anderen Kraftstoff: Auf eine Kraft, die man nur aus dem Glauben an Gott schöpfen kann. "Die auf den Herrn harren", das meint die, die auf Gott vertrauen, die auf Gott hoffen, die sich nicht so schnell unsicher machen lassen.

Diese Kraft kann man zum Beispiel schöpfen durch ein Gebet. Das können Worte und Gedanken sein, die man auf dem Herzen hat, oder ein Gebet wie das Vaterunser, welches Jesus seinen Jüngern beigebracht hat und das wir bis heute beten. Diese Kraft kann man schöpfen, wenn man sich Zeit nimmt, einen Abschnitt aus der Bibel zu lesen und darüber nachzudenken, oder einen Gottesdienst besucht.

Diese Kraft kann man schöpfen, wenn man sich von der Vorfreude der Adventszeit auf das Weihnachtsfest anstecken lässt. Diese Kraft kann man schöpfen, wenn man sich nicht von der Hektik der Vorweihnachtszeit den Atem rauben lässt, sondern sich Zeit nimmt, daran zu denken, dass Jesus als Mensch in unsere Welt gekommen ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2008.

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

GKR-Wahl: Die Ergebnisse

Am 4. November 2007 wurde ein Teil des Gemeindekirchenrates unserer Gemeinde neu gewählt. In der Zeit von 9 bis 14 Uhr waren die etwa 770 wahlberechtigten Gemeindeglieder aufgerufen, drei der insgesamt sieben Ältesten im Gemeindekirchenrat neu zu wählen. Sieben Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich zur Wahl gestellt. 129 Gemeindeglieder beteiligten sich an der Wahl - das entspricht einer Wahlbeteiligung von etwas weniger als 17% und damit ziemlich genau dem Wert der GKR-Wahl vor drei Jahren.

Stimmanteile bei der GKR-Wahl

Mathias Christiansen: 81 Stimmen
Gertraud Döhle: 58 Stimmen
Ingeborg Fleck: 41 Stimmen
Gisela Nowitzki: 84 Stimmen
Ruth Quicker: 33 Stimmen
Eva-Maria Schröter: 47 Stimmen
Regine Witkowski: 33 Stimmen

Als GKR-Mitglieder für die kommenden sechs Jahre wurden (in der Reihenfolge ihrer jeweiligen Stimmanteile) Gisela Nowitzki, Mathias Christiansen und Gertraud Döhle gewählt. Eva-Maria Schröter, Ingeborg Fleck, Ruth Quicker und Regine Witkowski sind für die nächsten drei Jahre stellvertretende Mitglieder. Als Älteste gehören dem GKR bis zum Ende ihrer Amtszeit im Herbst 2010 außerdem Sebastian Hein, Hermann Linsel, Gerd Müller und Ragnhild Pescheck an. Pfarrer Kaehler ist geborenes Mitglied im Gemeindekirchenrat.

Die bisherigen stellvertretenden GKR Mitglieder Barbara Bresch und Rita Grodotzky sowie Uwe Müller, der in den letzten sechs Jahren Vorsitzender des Gemeindekirchenrats war, stellten sich nicht wieder zur Wahl und gehören dem GKR somit nicht mehr an.

Die Einführung der neuen GKR-Mitglieder und deren Stellvertreter fand am 18. November im Rahmen des Gottesdienstes statt, in dem sie vor der Gemeinde das Ältestenversprechen ablegen mussten.

In seiner konstituierenden Sitzung am 19. November hat der Gemeindekirchenrat Pfarrer Andreas G. Kaehler zu seinem neuen Vorsitzenden und Gertraud Döhle zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Zur Kirchmeisterin für die finanziellen Angelegenheiten wurde erneut Gisela Nowitzki bestimmt. Hendrikje Katzorke, Mitarbeiterin im Kindergarten, wurde wie bereits 2004 als weiteres Mitglied für die nächsten drei Jahre in den GKR berufen.

Margaretensaal wieder eingeweiht

Mit dem Tanz im Herbst, zu dem Kara Huber gemeinsam mit ihrem Mann seit vielen Jahren an einen anderen Ort der Landeskirche einladen, wurde der restaurierte Margaretensaal am 6. Oktober feierlich eingeweiht. Weit mehr als 100 Tänzerinnen und Tänzer waren der Aufforderung des tanzbegeisterten Ehepaars gefolgt und probierten die Qualitäten des frisch gelegten und lackierten Parketts in dem altehrwürdigen Veranstaltungsort aus, der nach der Wende für einige Jahre als Verkaufsraum für Teppiche gedient hatte.

Für den richtigen Rhythmus sorgte den ganzen Abend über die Royal-Band unter der Leitung von Karl-Heinz Böhm. Zwischendurch gab's mitgebrachte Leckereien im Überfluss, die sich auf dem Kalten Buffet vor der Küche türmten. Und später präsentierte noch eine Jugendtanzgruppe aus Charlottenburg einige einstudierte Tänze.

Noch den ganzen 3. Oktober lang und bis kurz vor Beginn des Balls hatten die Arbeiten im Margaretensaal und rundherum angedauert - Türen und Panele mussten gestrichen, die elektrischen und die sanitären Anlagen vervollständigt, der Weg zum Haupteingang neu gepflastert, der Vorgarten gejätet und der ganze Saal nebst Fenstern, Küche und Bad geputzt werden. Auch der Abend selbst brachte für viele Gemeindeglieder noch einmal einen Großeinsatz mit sich - ob am Eingang, auf dem Parkplatz, an der Garderobe, in der Küche, am Getränkestand oder im Saal - die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer hatten sich Nacht- und Sonntagsruhe wohl verdient.


Tanzbegeistertes Paar: Kara und Wolfgang Huber

Am Ende bedankte sich Bischof Huber, der als EKD-Ratspräsident der höchste Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland ist, auch im Namen aller Gäste für die Gastfreundschaft. Als alle Verabschiedungen und Dankesworte gesprochen waren - unter anderem für die großzügige Spende, die Kara Huber für das Parkett organisiert hatte, legten die Hubers unter dem Applaus der begeisterten Menge noch einen Paso Doble aufs Parkett, der zumindest unter den Anwesenden seines gleichen wohl vergebens gesucht hätte.

Zu danken war natürlich vor allem all jenen, die in den vergangenen Monaten dazu beigetragen hatten, dass der Saal nun in nie da gewesener Pracht erstrahlt: Dazu luden Pfarrer und GKR am 10. November alle Mitwirkenden der Restaurierung und der Durchführung der Tanzveranstaltung zu einer besonderen Dankveranstaltung ein, zu der fast 50 Menschen kamen.

Der Margaretensaal kann nun auch wieder gemietet werden - für Familienfeiern und andere Anlässe. Informationen dazu gibt's bei Roland Formum (Tel. 477 18 97, E-Mail saal@gemeinde-heinersdorf.de).

Uwe Müller

Heinersdorfer Vortrag, diesmal ganz anders - 9. Oktober 2007

Jeder, der den Gemeindesaal betrat, war zunächst verblüfft und wähnte sich bei der falschen Veranstaltung: Ein feierlich-herbstlich gedeckter Tisch mit fremdländischem Obst und Gebäck, Wein und anderen Getränken, überdacht von dichtem Laubwerk: eine Laubhütte. Den Referentinnen, Studentinnen der Judaistik, Cornelia und Ulrike Lange aus der Heinersdorfer Gemeinde, auch das eine erfreuliche Besonderheit, war es gelungen, zu ihrem Thema Religiöse Tradition und Gebräuche in Israel zur Zeit des jüdischen Laubhüttenfestes die entsprechende entspannte Stimmung zu zaubern, von der jeder sofort eingenommen wurde. Der wachsend große Kreis um den Tisch hörte bei Speise und Trank über die drei Dankfeste im jüdischen Jahreszyklus: Pessah (entspricht jahreszeitlich unserem Osterfest), Schawuot, Fest der Erstreife im Sommer, und Sukkot, Laubhüttenfest (entspricht in etwa unserem Erntedankfest).

Vier Pflanzen spiegeln das Leben der Gesellschaft in Israel je nach Einstellung bzw. Verhalten des einzelnen wider:

  • Zitrone mit gut ausgebildetem Krönchen: Wohlriechend und schmeckend - Vollkommenheit in Glaube und Gesetzestreue, man kennt das Gesetz und verhält sich so.
  • Palme: Riecht nicht, Früchte wohlschmeckend - man kennt das Gesetz, aber verhält sich nicht entsprechend.
  • Myrthe: Wohlriechend, aber schmeckt nicht - man kennt das Gesetz nicht, verhält sich aber trotzdem gesetzestreu.
  • Weide: Weder riechend noch schmeckend - man kennt das Gesetz nicht und verhält sich auch nicht entsprechend.


Unter der Laubhütte: Vortrag über Sukkot im Gemeinderaum

Laubhüttenfest geht auf die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten und die behelfsmäßigen Unterkünfte in der Wüste zurück. Rund eine Woche feiern die Juden in aller Welt, essen, singen und danken. Der Vortrag ließ viel Zeit für die Diskussion, die dann auch sehr lebhaft und interessiert geführt wurde mit präzisen Auskünften zu allen Fragen durch die Referentinnen. Es war ein gelungener Anfang für eine geplante Vortragsreihe über Israel.

Regine Witkowski

Jana und der kleine Stern

Liebe Kinder,

diese kleine Geschichte von Werner Heiduczek handelt von einem kleinen Mädchen und einem Stern. Vielleicht könnt ihr sie sogar schon selbst lesen? Oder ihr lasst sie euch vorlesen. Viel Freude wünscht euch

Eure Doreen Kohlstock

Es war einmal ein kleines Mädchen, das hieß Jana. Und es war einmal ein kleiner Stern, der hatte keinen Namen. Jeden Abend, wenn das Mädchen schlafen ging, blickte er durch ihr Fenster. Und sie sagte: "Gute Nacht, kleiner Stern." Und er zwinkerte ihr mit den Augen zu. Einmal aber, als alles schlief, wurde Jana wach, und der kleine Stern saß auf ihrem Bett.

"Was machst du hier, kleiner Stern?" fragte sie. "Oh", sagte er, "ich habe mich zu weit aus meinem Fenster gelehnt, um dich sehen zu können, und da bin ich hinunter gefallen, geradewegs in dein Zimmer."

"Das ist fein", sagte das kleine Mädchen, "jetzt bleibst du immer bei mir." Und sie wollte ihn nehmen und unter ihre Bettdecke legen, denn er zitterte gar schrecklich.

"Nein, nein", reif da der kleine Stern, "heute nacht noch muss ich wieder hinauf, denn wenn der Tag kommt und ich bin noch hier, werde ich blind."

Es half nicht, dass das kleine Mädchen traurig wurde. Der kleine Stern setzte sich aufs Fensterbrett und sprang ein Stückchen in die Höh, denn er wollte zurück an den dunklen Himmel fallen. Aber sosehr er auch all seine Kräfte anstrengte, er fiel immer wieder auf das Fensterbrett zurück. Und schließlich war er so schwach und müde, dass er da kauern blieb und zu weinen begann. "Weine nicht, kleiner Stern", rief da Jana und sprang aus ihrem Bett. Sie nahm den kleinen Stern in beide Hände. "Ich werde dich jetzt hochwerden", sagte sie. "Pass auf."

Und sie warf ihn hoch, so hoch sie nur konnte. "Jetzt fliegst du", rief sie. "Fall nicht wieder herunter, kleiner Stern."

Aber schon saß er wieder auf dem Fensterbrett. "Noch einmal", sagte Jana. "Ja, noch einmal", sagte der kleine Stern. Und das kleine Mädchen versuchte es ein zweites Mal, und wieder und wieder, bis auch sie sich erschöpft auf das Bett setzte. So sehr weinte der kleine Stern, dass die Tränen ihn ganz blass machten.

"Lass uns nachdenken", sagte Jana. Und sie dachte nach.

"Ich hab's", rief sie. "Wir laufen zur Meise." Sie nahm den kleinen Stern unter ihren Arm und lief mit ihm zur Meise im Garten.

"Meise", rief sie. "Warum weckst du mich, Jana?" fragte die Meise. "Hier ist der kleine Stern", sagte Jana. "Er hat sich zu weit aus seinem Fenster gebeugt, um mich zu sehen, und da ist er zu mir herunter gefallen, geradewegs in mein Zimmer. Und nun muss er wieder hinauf, denn er wird blind, wenn der Tag kommt und er ist noch hier. Flieg mit ihm hinauf."

"Das kann ich nicht", sagte die Meise. "Ich bin zu schwach. Geh zur Lerche auf dem Feld." Und Jana nahm den kleinen Stern unter ihren Arm und lief mit ihm zur Lerche auf dem Feld.

"Lerche", rief sie. "Warum weckst du mich, Jana?" fragte die Lerche. "Hier ist der kleine Stern", sagte Jana. "Er hat sich zu weit aus seinem Fenster gebeugt, um mich zu sehen, und da ist er zu mir herunter gefallen, geradewegs in mein Zimmer. Und nun muss er wieder hinauf, denn er wird blind, wenn der Tag kommt und er ist noch hier. Flieg mit ihm hinauf."

"Das kann ich nicht", sagte die Lerche. "Ich bin zu schwach. Geh zum Adler auf dem Fels. Und Jana nahm den kleinen Stern unter ihren Arm und lief mit ihm zum Adler auf dem Fels.

"Adler", rief sie. "Warum weckst du mich, Jana?" fragte der Adler. "Hier ist der kleine Stern", sagte Jana. "Er hat sich zu weit aus seinem Fenster gebeugt, um mich zu sehen, und da ist er zu mir herunter gefallen, geradewegs in mein Zimmer. Und nun muss er wieder hinauf, denn er wird blind, wenn der Tag kommt und er ist noch hier. Flieg mit ihm hinauf."

"Das kann ich nicht", sagte der Adler. "Ich bin zu schwach. Geh zum Flieger vor der Stadt."

"Ich bin müde", sagte Jana zum kleinen Stern, "und die Füße tun mir weh. Lass uns ein wenig ausruhen. "Nein", bat der Stern, "lass uns eilen, der Tag wird gleich aus dem Wasser steigen; und wenn er kommt, werde ich blind."

Und Jana nahm den kleinen Stern wieder unter ihren Arm.

"Setzt euch auf meinen Rücken", sagte der Adler. "Ich werde euch zum Flieger vor der Stadt bringen." Jana und der kleine Stern taten, wie ihnen geheißen, und hielten sich an den Federn des Adlers fest, um während des Fluges nicht hinunter zu fallen. "Hier ist es", sagte der Adler und ließ sich auf der Erde nieder.

"Flieger", rief Jana. "Warum weckst du mich?" fragte der Flieger. "Hier ist der kleine Stern", sagte Jana. "Er hat sich zu weit aus seinem Fenster gebeugt, um mich zu sehen, und da ist er zu mir herunter gefallen, geradewegs in mein Zimmer. Und nun muss er wieder hinauf, denn er wird blind, wenn der Tag kommt und er ist noch hier. Flieg mit ihm hinauf."

"Das kann ich nicht", sagte der Flieger. "Aber mein Bruder, der Kosmonaut, der hinter der Stadt wohnt und hinterm Feld und hinterm Wald, er kann den kleinen Stern wieder an den dunklen Himmel bringen. Setzt euch in mein Flugzeug. Ich fliege mit euch zu meinem Bruder."

Jana nahm den kleinen Stern und setzte sich mit ihm neben den Flieger. "Hab Dank, Adler", rief sie. Und der Flieger flog mit Jana und dem kleinen Stern hinter die Stadt und hinter das Feld und hinter den Wald zu seinem Bruder, dem Kosmonauten.

"Hier ist es", sagte der Flieger und ließ das Flugzeug auf die Erde nieder.

"Kosmonaut", rief Jana. "Warum weckst du mich?" fragte der Kosmonaut. "Hier ist der kleine Stern", sagte Jana. "Er hat sich zu weit aus seinem Fenster gebeugt, um mich zu sehen, und da ist er zu mir herunter gefallen, geradewegs in mein Zimmer. Und nun muss er wieder hinauf, denn er wird blind, wenn der Tag kommt und er ist noch hier. Flieg mit ihm hinauf."

"Leg dich zu mir in die Rakete, kleiner Stern", sagte der Kosmonaut. "Ich werde dich zurück an den dunklen Himmel bringen." Und der kleine Stern legte sich neben den Kosmonauten in die Rakete. "Auf Wiedersehen, kleiner Stern", rief der Flieger. "Gib acht, dass du nicht wieder herunter fällst. Und die Rakete flog hoch an den dunklen Himmel.

Als der Tag schon lange aus dem Wasser gestiegen war und die Sonne Janas Bett wärmte, kam die Mutter ins Zimmer und sagte: "Du willst wohl heute gar nicht wach werden, Jana." "Lass mich noch ein wenig schlafen"; sagte Jana. "Der kleine Stern war heute nacht in meinem Zimmer, ich habe ihn zur Meise getragen und zur Lerche und zum Adler. Der Adler hat uns zum Flieger gebracht und der Flieger zu seinem Bruder, dem Kosmonauten. Denn der kleine Stern wird blind, wenn der Tag kommt und er ist noch hier."

Die Mutter lachte, nahm Jana auf ihre Arme und hob sie aus dem Bett. "Du hast geträumt", sagte sie. "Ich habe nicht geträumt", sagte Jana. "Warte, wenn der Abend kommt."

Und als der Abend kam und die Mutter sie zu Bett brachte, zeigte Jana hoch zum Himmel und sagte: "Siehst du den kleinen Stern?" Da ist er wieder. Der Kosmonaut hat ihn mit der Rakete zurück gebracht. - Gute Nacht, kleiner Stern", sagte sie.

Und der kleine Stern zwinkerte Jana mit den Augen zu.

   Warum ließ sich Jesus taufen?

Warum ließ sich Jesus taufen? Ist es nicht so, dass er als Gottes Sohn diese Taufe doch gar nicht nötig hatte? Er, der ohne Sünde war? Selbst Johannes der Täufer stellte diese Frage und war erstaunt, als Jesus zu ihm an den Jordan kam: "Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir?", sagt er in Matthäus 3,14.

Johannes zögerte und wollte Jesus nicht taufen, sondern er wollte von ihm getauft werden. Doch Jesus antwortete: "Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen" (Matthäus 3,15).

Aber warum? Warum wurde Jesus getauft?

Drei Gründe könnte man nennen:

Erstens: Jesus, der ohne Sünde war, wurde getauft, um an unserer schwachen menschlichen Art Teil zu haben. Es war so, als wenn er sagte: "Ich bin einer von euch Menschen. Eure Sorgen, Ängste und Nöte sind auch meine Sorgen, Ängste und Nöte. Ich bin bereit, mich völlig mit meinen Brüdern und Schwestern zu identifizieren."

"Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden", heißt es im 2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 21.

In der Taufe Jesu sehen wir seine unglaubliche Demut und Liebe.

Zweitens: Die Taufe von Jesus markierte den Anfang einer neuen Richtung in seinem Leben. Jetzt würde er nicht mehr der Zimmermann aus Galiläa sein; jetzt begann sein öffentliches Wirken! Jetzt würde er sich den Menschen in vollem Umfang zu erkennen geben.

Und Drittens: Er identifizierte sich. Johannes verkündete das Kommen des Messias, des Lammes Gottes. Durch die Taufe identifizierte Jesus sich als dieser Messias. Als das Lamm Gottes.

Die Taufe Jesu ist also ein wichtiges und bedeutendes Ereignis: Jesus tat stellvertretend für das Volk Buße. Jesus identifizierte sich mit dem bußbereiten Volk Gottes und bestätigte so die Bußtaufe des Johannes. Und schließlich markierte die Taufe Jesu den Beginn seines öffentlichen Wirkens.

Es ist schon faszinierend, dass diese Taufe Jesu an der tiefsten zugänglichen Stelle der Erdoberfläche geschah - da, wo der Jordan ins tote Meer mündet. Tiefer ist nur der Marianengraben im Pazifik, aber den kann kein Mensch ohne technische Hilfsmittel betreten! Eine nachdenkenswerte Sache allemal für diejenigen, welche die Inhalte der Evangelien für ungenau oder gar die ganze Sache mit Gott für eine Erfindung der Menschen halten. Der tiefste zugängliche Punkt der Erdoberfläche! Woher hätten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes in damaliger Zeit denn wissen sollen, dass die Stelle, wo Johannes der Täufer den Sohn Gottes taufte, wirklich die tiefste ist? Wir können davon ausgehen, dass sie es überhaupt nicht wussten. Woher auch? Globale Messungen gab es noch nicht, viele Teile der Erde waren noch nicht einmal entdeckt ... Die Evangelisten schrieben - inspiriert vom Geist Gottes - auf, was passierte. Ob sie wohl den vollen Umfang dessen begriffen haben, was sie da niederschrieben - was da passierte?

In Jesus wurde Gott Mensch. Er kam herab zu den Menschen. Und er kam herab bis zur tiefsten Stelle der Erde, um getauft zu werden. Er kam herunter zu der tiefsten Stelle, zu der ein Mensch überhaupt nur kommen kann. Ist es nicht oft so, dass wir Menschen Gott gerade dann suchen und finden, wenn auch wir wirklich "ganz unten" sind? Merken wir nicht dann erst wirklich das Netz, das uns auffängt? Ganz gleich, wie tief du auch gefallen bist, Jesus ist da und hält zu dir.

Gott schickte Jesus zu uns herab - bis ganz nach unten. Er geht mit uns und für uns ans sogar Kreuz. Welche Liebe steht dahinter! "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." (Johannes 3,16).

Denken wir daran, wenn wir am 6. Januar mit dem Epiphaniasfest die Taufe Jesu feiern: Gott sucht unsere Nähe. Er macht uns ein Angebot. Nehmen wir es an?!

Manja und Mathias Christiansen

Weihnachten im Schuhkarton

Auch in diesem Jahr hat sich unsere Kirchengemeinde wieder an der Aktion Weihnachten im Schuhkarton beteiligt und die Pakete konnten an die von Frau Bernhard betreute Sammelstelle in Blankenburg weitergeleitet werden. Wenn Sie diese Zeilen lesen, sind die Pakete schon längst auf dem Weg oder vielleicht sogar schon bei den Empfängern angekommen. Vielen Dank allen Spendern für die Unterstützung dieses Projekts.