Juni / Juli / August 2007

"Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen , die sich an ihnen freuen."
Psalm 111, 2, Monatsspruch Juni

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

in diesem Jahr wird der 400. Geburtstag von Paul Gerhardt gefeiert. Unzählige Lieder hat er in seinem Werk hinterlassen. Das aktuelle Evangelische Gesangbuch enthält noch immer 26 seiner Liedtexte. Das ergibt zusammen 269 Liedstrophen. Ursprünglich hatte er noch sehr viel mehr geschrieben. Für fast alle Gelegenheiten im Kirchenjahr findet sich ein Lied von Paul Gerhardt. Das bekannteste Lied für den Sommer beginnt so: “Geh aus, mein Herz, und suche Freud´ in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben”.

Gottes Schöpfung ist nicht nur im Sommer bewundernswert. Trotzdem ermuntert uns Paul Gerhardt, die Schönheiten in der Natur gerade im Sommer zu entdecken. Wir halten es für selbstverständlich, dass die Sonne scheint und dass alles grünt und blüht. Aber so selbstverständlich ist dies nicht. Spätestens wenn wieder einmal ein Unwetter tobt oder Trockenheit ein Problem ist, bemerken wir dies. Auch in der Diskussion um Klimaschwankungen wird das deutlich.

Dass diese Erde so wunderbare Möglichkeiten bietet, ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Wir sollten verantwortungsvoll mit diesem Geschenk umgehen. Dazu gehört es, dass wir den Wert und die Schönheit dieses Geschenkes begreifen und nicht vergessen, wem wir dieses Geschenk eigentlich verdanken.

Damit dies gelingt, brauchen wir offene Augen. Vielleicht so, wie man es bei einem Kind beobachten kann, wenn es sich über die Schönheit einer Blume, eines Schmetterlings oder einen Kieselsteins freut. Zu dieser Freude lädt auch uns Erwachsene der Dichter des 111. Psalms ein: “Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen”.

Durch unsere Freude darüber werden die Bestandteile der Schöpfung für uns wertvoll. Da gibt es viel zu entdecken. Das ist keine wirre Bewegung von Neutronen, sondern Gott hat es weise geordnet. Gott hat Himmel und Erde gemacht. Ihm verdanken wir das Leben auf dieser bewohnten Erde.

Sich darüber zu freuen, ist sicher nicht nur eine Sache für die Sommerzeit. Aber im Sommer und gerade in der Urlaubszeit gibt es noch mehr Gelegenheit, die Schönheiten der Schöpfung zu entdecken. Etwa wenn wir einen Sonnenaufgang bewundern oder das Plätschern des Regens bestaunen. Es liegt an uns, unsere Augen für alle diese Schönheiten öffnen zu lassen.

In diesem Sinne wünscht eine gesegnete Sommer- und Urlaubszeit

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Musik aus vollem Herzen

Am 11. Juni wird Wolfgang Hensel 80 Jahre

Er gehört zum Inventar der Heinersdorfer Gemeinde. Und selbst das ist noch eine Untertreibung: Seit mehr als 46 Jahren ist Wolfgang Hensel als Kantor in Heinersdorf tätig – und das auch viele Jahre nach Beginn seines offiziellen Ruhestands noch immer aus vollem Herzen und mit unverminderter Schaffenskraft.

Was Wolfgang Hensel für die Gemeinde getan und bewirkt hat, seit er durch den damaligen Pfarrer Eberhard Krätschell 1961 nach Heinersdorf geholt wurde, lässt sich mit Worten und Zahlen kaum ermessen. Die ungezählten großen und kleinen Konzerte, ein vielfaches an Chor- und Orchesterproben, Chorfahrten, Einzelunterricht, der tausendfältige sonntägliche Orgeldienst – all das gibt nur einen vagen Einblick in das, was zu Recht ein Lebenswerk genannt wird.

Wer Wolfgang Hensel kennt, weiß um seine Ausstrahlung und seine Fähigkeit, Menschen zu begeistern – für die Musik und die darin enthaltenen Botschaften. Über die Konzerte, aber auch über die zumeist eher gemeindefernen Mitwirkenden erzielt die Kantorei mit ihrem fast durchweg geistlichen Repertoire eine beachtliche Außenwirkung. Damit begann Wolfgang Hensel lange, bevor man sich in Kirchenkreisen wieder mit dem Thema Mission befasste, das größte missionarische Projekt der Gemeinde, das bis heute andauert und seinesgleichen sucht. Dabei hat er den engen Gemeindebezug nie verloren: Die musikalische Ausgestaltung von Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen und die beiden Kinderchöre, die er leitet, nehmen einen wesentlichen Anteil der Kantoreiarbeit ein.

Als Gemeinde können wir uns glücklich schätzen, Wolfgang Hensel als Kantor unter uns zu wissen. Wir können staunen und dankbar sein, mit welchem Elan er in Heinersdorf wirkt. Anlässlich seines 80. Geburtstages laden wir am 11. Juni um 18 Uhr zu einer Andacht mit anschließender Feierstunde und Empfang in die Kirche. Dazu sind alle Gemeindeglieder und Weggefährten herzlich eingeladen!

Uwe Müller

Neues Parkett für den Margaretensaal

Baucontainer auf dem Margaretenhof künden seit einigen Wochen von den Baumaßnahmen im Margaretensaal. Mit einem ersten Arbeitseinsatz Ende April hatten die Bauarbeiten ganz offiziell begonnen.

Was genau passiert denn nun derzeit im Saal?

Geplant ist der Einbau eines neuen Parketts, welches uns aus kirchlichen Kreisen finanziert wird. Hierzu wird derzeit der alte Estrichboden abgetragen und erneuert. Mit dem Parketteinbau sind auch gleich weitere Baumaßnahmen verbunden: neue Verlegung von Heizungsrohren und Elektroleitungen, Fliesung des Sanitärbereichs und Malerarbeiten im Margaretensaal. Begleitet werden die Arbeiten durch den Bauausschuss der Gemeinde.

Derzeit geht es jedoch nur in kleinen Schritten vorwärts, denn helfende Hände sind noch eher rar. Wenn Sie Interesse haben mitzuhelfen, den Saal zu erneuern, die Arbeiten im Margaretensaal also ganz praktisch unterstützen wollen (z. B. bei den Malerarbeiten), wenden Sie sich bitte an Pfarrer Kaehler.

Sebastian Hein

   Für wen ist das Paradies?

„Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin ...“ Unter diesem Titel ist vor einigen Jahren ein Buch erschienen, das man in fast jeder Buchhandlung finden konnte. Es greift im ersten Teil des Titels eine weit verbreitete Vorstellung auf: Gute Menschen kommen in den Himmel (... und böse in die Hölle ...) Aber: Was sagt die Bibel dazu? Stimmt es, dass der Himmel für die „Guten“ und die Hölle für die „Bösen“ gemacht ist?

Viele Leute haben ihre eigene Idee von der Gnade Gottes. Sie leben in der Annahme, man erlange das Heil, das ewige Leben, „den Himmel“ durch Werke und gute Taten, die Gott mit etwas Gnade ergänzt. Sie stellen sich das Paradies als einen Ort vor mit lauter rechtschaffenen Menschen – mit Menschen, die das Mindestmaß erreicht haben, das der „gute Gott“ verlangt. Die Hölle hingegen ist augenscheinlich für die offenkundigen Sünder bestimmt ...

Doch Gott sei Dank ist eine solche Vorstellung reine Fantasie. Denn wenn der Himmel nur für „gute“ Menschen wäre, dann würden wir wohl alle draußen bleiben. Sicher: In den Augen Unseresgleichen schneiden wir vielleicht ganz gut ab, aber was nützt uns das, sobald wir uns in der Gegenwart Gottes wiederfinden, der „die Herzen erforscht“?

Pastor Wilhelm Busch schreibt in seinem Buch „Jesus unser Schicksal“ den Satz: „In der Hölle wird es von Leuten wimmeln, die von sich sagen: Ich tue Recht und scheue niemand ...“

Als der Prophet Jesaja, der bis zu diesem Augenblick wohl noch eine ganz gute Meinung von sich hatte, sich dem heiligen Gott gegenüber sah, war er gezwungen auszurufen: „Wehe mir! Denn ich bin verloren“ (Jesaja 6,1–5).

Aber gerade für solche, die ihre völlige Unzulänglichkeit einsehen, ist die volle Gnade Gottes bereit. Jesus selbst hat erklärt, dass er nicht gekommen sei, um Menschen zu rufen, die sich für gerecht halten, sondern um Sünder zur Umkehr zu rufen (Lukas 5,32).

Der verlorene Sohn, von dem uns die Bibel berichtet (Lukas 15,11–32) hat sein altes Leben hinter sich gelassen. Er ist umgekehrt – weil er begriffen hatte, dass er auf dem falschen Wege war. Er war ganz gewiss nicht gerecht und gut gewesen, aber er hat erkannt, dass er in der falschen Richtung unterwegs war. Und was passierte, als er nach Hause kam? Wurde er abgewiesen oder verstoßen? Nein! Sein Vater nahm ihn mit Freuden auf. „So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen“ (Lukas 15,7).

Welche Gerechtigkeit hätte der Räuber geltend machen können, der mit Jesus gekreuzigt wurde und dem Jesus das Paradies noch für denselben Tag versprach? Offensichtlich gar keine! Aber die Bibel versichert uns: „Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe“ (1. Petrus 3,18).

Auch Martin Luther war auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage: Für wen ist das Paradies? Auch er hatte zunächst in der Vorstellung gelebt, durch Werke, gute Taten und ähnliches einmal in der Ewigkeit zu Gott zu gelangen. Doch dann erkannte er, wie falsch er damit lag: „Die Botschaft von Jesus Christus zeigt uns, wie Gott uns in seinen Augen gerecht spricht. Dies geschieht einzig und allein durch Glauben. Denn es heißt schon in der Schrift: Durch den Glauben hat ein Gerechter Leben“ (Römer 1,17). Diese Stelle im Römerbrief war es, die Martin Luther die Augen öffnete.

Also: Die Vorstellung, in den Himmel kämen nur die „guten Menschen“ ist völlig falsch. Im Himmel sind nicht „die Guten“, sondern diejenigen, die ihre Sünden und Bosheiten erkannt haben und daraufhin umgekehrt sind zu Jesus Christus – diejenigen, die ihn um Vergebung gebeten haben. Denn: Jesus Christus ist gekommen in die Welt, die Sünder selig zu machen (1. Timotheus 1,15).

Manja und Mathias Christiansen