April / Mai 2006

"Jesus Christus ist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt."
1. Johannes 11, 27, Monatsspruch April

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

es gibt viele Probleme auf dieser Welt: Probleme, direkt vor unserer Haustür und in weiter Ferne. Es laufen Dinge schief und es gibt Schuld - bei uns und bei anderen. Manchmal ganz offensichtlich, manchmal ganz verdeckt.

Was sollen wir zu dieser Feststellung sagen? Was kann die Antwort darauf sein? Die schönste Antwort darauf wäre, dass diese Probleme gelöst werden und die Schuld weggenommen wird.

Dazu möchte ich ein Beispiel aufzeigen, das zunächst verblüfft.

Am Ostersonntag ist es nach dem Familiengottesdienst in Heinersdorf ein besonderes Ereignis für die Kinder, Ostereier und andere Überraschungen auf dem Gelände um die Kirche herum zu suchen und auch zu finden. Die Kinder freuen sich, wenn sie etwas gefunden haben. Klar, wenn man etwas findet, ist die Freude groß. Aber irgendwie ist diese Tradition doch verblüffend. Denn um die Kirche herum ist der alte Heinersdorfer Friedhof, und Eier sind ein Symbol für Leben. Da, wo vor langer Zeit Tote bestattet wurden, suchen nun Kinder Ostereier. Wo einmal der Ort der Trauer war, ist nun Freude. Symbole des Lebens werden gesucht und gefunden.

Das ist ein Gegensatz, den wir auch darin entdecken können, dass nach der Passionszeit - wenn der Karsamstag vorbei ist - Ostern folgt.

Freude und Feststimmung nach einer nachdenklichen Zeit. Wir erinnern uns daran, dass Jesus einen schwierigen Leidensweg gegangen ist und schließlich am Karfreitag am Kreuz gestorben ist - für unsere Erlösung. Es war ein schwerer Weg. Auf diese Weise hat Gott das wahr gemacht und Wirklichkeit werden lassen, was in dem Monatsspruch für den April beschrieben wird: "Jesus Christus ist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt."  (1. Johannes 11, 27)

So ist das oben beschriebene Problem bereits gelöst. Die Versöhnung ist schon da. Jesus Christus hat für diese Versöhnung gesorgt. Dadurch, dass er am Kreuz starb und dann an Ostern auferstanden ist. Größer kann der Gegensatz nicht sein. Tod und Leben.

Dazu kommt ein Aspekt, der ganz modern klingt. Es ist ein globales Ereignis. Es betrifft die ganze Welt. Überall kann diese Lösung in Anspruch genommen werden. Da fällt ein Stein vom Herzen. Die alte Last drückt nicht mehr. So wird die Versöhnung ganz real. Sie hat einen Namen: Jesus Christus.

Wer dies entdeckt - und das ist manchmal ein langer Weg - der hat mehr entdeckt als das Ei des Kolumbus. Da kommt Freude auf. Und wir sind schließlich eingeladen, das Osterfest zu feiern.

In diesem Sinne wünscht Ihnen nach der Passionszeit ein gesegnetes Osterfest

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Moscheeneubau in Heinersdorf?

Kaum ein Ereignis der letzten Jahre vermochte die Gemüter in Heinersdorf so sehr zu erhitzen wie die gerade stattfindende Diskussion um den geplanten Neubau einer Moschee in der Heinersdorfer Tiniusstraße. Seit Bekanntwerden der Pläne der muslimischen Ahmadiyya-Bewegung, in der Nähe des Autobahnzubringers eine Moschee nebst Gemeindezentrum zu errichten, reichen die Reaktionen von Anwohnern und anderen Teilen der Heinersdorfer Bevölkerung von Erstaunen über Unverständnis bis hin zu wütender Ablehnung und leider auch fremdenfeindlich gefärbten Äußerungen.

Nachdem der Ausschuss für Stadtentwicklung/Bauen und Wohnen der Bezirksverordnetenversammlung Pankow am 9. März das Thema aus baurechtlicher Sicht beraten hat, wird es am 30. März in der Grundschule am Wasserturm eine Bürgerversammlung geben, in der über das Vorhaben informiert werden soll und die Möglichkeit zur Diskussion besteht.

Da das Thema auch innerhalb unserer Gemeinde kontrovers diskutiert wird und die Kirchengemeinde sich auch in der Mitverantwortung für den Ortsteil Heinersdorf und die Belange seiner Einwohner sieht, hat sich der Gemeindekirchenrat zu einer Sondersitzung getroffen, um die Problematik intensiv zu erörtern. Darin fasste er den folgenden Beschluss:

Seit den Veröffentlichungen in der Presse ab 06. März 2006 wird in Heinersdorf intensiv über die geplante Moschee der Ahmadiyya-Bewegung diskutiert. Hierbei werden verstärkt Fragen an die Kirchengemeinde gerichtet.

Der GKR fordert die Bezirksverordnetenversammlung und die in ihr vertretenen Parteien dazu auf, die Anliegen der Heinersdorfer Bürger ernst zu nehmen und ihnen Gelegenheit zu geben, sich am Gespräch und an der Entscheidungsfindung zu beteiligen.

Vor dem Hintergrund, dass der Ortsteil Heinersdorf planungsrechtlich bisher vernachlässigt wurde, fordert der GKR, dass die Entscheidung über den Antrag nicht nur im Rahmen des Baurechts, sondern auch in planungsrechtlichen Kategorien verhandelt wird.

Der GKR verurteilt jegliche fremdenfeindlichen Tendenzen und verwahrt sich insbesondere dagegen, dass rechtsradikale Gruppen und Parteien die Belange Heinersdorfer Bürger für ihre Ziele missbrauchen.

Der GKR bittet alle Seiten um eine sachliche und besonnene Diskussion.

Für Fragen, Anregungen und weitere Gespräche stehen die GKR-Mitglieder gern zur Verfügung.

Uwe Müller

Margaretensaal

Was machen eigentlich die Arbeiten im Margaretensaal?

Sicherlich erinnern Sie sich noch an die erste große Benefizauktion zu Gunsten des Margaretensaals, welche im Rahmen des Sommerfestes im letzten Jahr stattgefunden hat. Ca. 700 Euro waren damals zusammen gekommen, weitere Spenden folgten. Wie sieht es denn jetzt aus, mit den Arbeiten im Margaretensaal?

Die Arbeitsgruppe "Margaretensaal" und der Bauausschuss hatten sich im vergangenen Jahr schon sehr intensiv mit den Umbauarbeiten in der Küche des Saales befasst. Leider waren die Arbeiten nach dem Sommerfest erst einmal nicht weiter verfolgt worden.

Erst im Dezember konstituierte sich der Bauausschuss neu und nahm sich, auch nach Drängen des Gemeindekirchenrates, der Sache wieder an. In seiner letzten Sitzung hat der Bauausschuss seine Wünsche noch einmal formuliert und entsprechende Angebote von in Frage kommenden Firmen eingefordert. Mit dem ersten Angebot in der Hand wurde Anfang März die Küche noch einmal vor Ort besichtigt, und es wurden einige Änderungen an den Anbieter gegeben. In seiner nächsten Sitzung am 28. März wird der Bauausschuss die Fakten noch einmal prüfen, und dann soll auch schon die eigentliche Bauphase beginnen.

Für die Finanzierung der Küche stehen Gelder aus dem Gemeindehaushalt und Spenden zur Verfügung. Die noch fehlenden Finanzen wurden beim Kirchenkreis als Zuschuss beantragt.

Spenden benötigen wir aber auch weiterhin, denn nach der Küche sollen im nächsten Jahr die sanitären Einrichtungen erneuert werden. Weitere Informationen, auch zum aktuellen Geschehen, finden Sie im Internet unter der Adresse www.gemeinde-heinersdorf.de.

Sebastian Hein

   Warum lässt Gott Leid zu?

Die Frage, wie ein barmherziger Gott all das Leid auf der Erde zulassen kann, wird immer wieder gestellt. Es scheint schwer zu fallen, an Gott zu glauben, wenn man all das Negative auf der Welt betrachtet. Gott scheint dabei einfach nur zuzuschauen und nicht einzugreifen. Da kommt bei manchen Menschen die Frage auf: Gibt es Gott am Ende gar nicht? Oder ist er vielleicht ein liebloser Gott, dem die Menschen egal sind?!

Wenn man sich mit dieser Problematik beschäftigt, muss man zunächst die Frage stellen, woher das Leid eigentlich kommt. Dabei wird man schnell zu der Einsicht gelangen, dass das meiste Leid auf dieser Welt „hausgemacht“ ist - es kommt vom Menschen: Menschen erheben sich über andere, Menschen wollen Macht, Besitz, Geld und sind dafür bereit, mitunter im wahrsten Sinne des Wortes „über Leichen“ zu gehen. Aber es ist nicht Gott, der da handelt! Es ist nicht Gott, der das Messer zückt oder die Bombe wirft - es ist der Mensch! Die Menschen in dieser Welt haben sich von Gott abgewendet und tun nicht, was Gott sagt. Sie betrügen einander, bekämpfen einander und beuten andere aus. Das liegt also nicht an Gott, sondern an uns Menschen selbst.

Auch in der Einschätzung von Naturkatastrophen ist zu erkennen, dass die immensen Folgen, die die Betroffenen zu tragen haben, nicht selten vom Menschen (mit-)verschuldet sind, sei es durch die Veränderung natürlicher Flussläufe, die Bebauung erdbebengefährdeter Gebiete oder durch die Unterlassung der Einrichtung von Frühwarnsystemen wie bei der verheerenden Flutkatastrophe von Südostasien im Dezember 2004. In der Bibel steht immer wieder, dass die Welt, in der wir leben, eine kaputte Welt ist. Sie ist nicht mehr so, wie Gott sie sich ausgedacht hat. Vieles auf dieser Welt funktioniert gut und passt wundervoll zusammen. Aber vieles ist auch aus den Fugen geraten. Die Erde birgt nicht nur Lebensraum und Schönheit, sondern auch Tod und Gefahren.

Und würde Gott aber in alles eingreifen, was sich auf der Welt an Bösem ereignet - dann hätte er Marionetten und keine Menschen schaffen können. Er lässt uns indessen unseren freien Willen - auch, wenn wir mit dieser Gabe Böses tun. Gott will niemals, dass uns Böses widerfährt, aber das Böse ist in der Welt und reißt viele und vieles mit sich. Der ehemalige Bundespräsident Karl Carstens hat einmal gesagt: "Die Ursache allen Übels auf unserer Erde ist der Abfall des Menschen von Gott."

Man darf bei allem nämlich nicht vergessen, dass der Mensch es war, der seine Trennung von Gott selbst verschuldet hat. Und diese Welt, in der wir unser Leben leben müssen, ist eben nicht mehr dieselbe, die Gott uns ursprünglich zugedacht hatte.

Das Wissen aber, dass es einen Weg zurück gibt, einen Weg zu Gott und zu einem neuen Leben, in dem uns Gott alle Tränen abwischen wird von unseren Augen (Offenbarung 7,17), dieses Wissen ist Trost. Denn es gibt eben nicht nur das Leid - es gibt auch den Trost. Niemand kann tiefer fallen als in die Arme Gottes.

Oft werden wir erfahren müssen, dass Antworten auf unsere Fragen nach dem Grund für individuelles Leid nicht oder nur sehr schwer zu finden sind. Oft werden wir ratlos sein. Aber auch in dieser Ratlosigkeit, in dieser Trauer, lässt uns Gott nicht allein: "Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost." (Psalm 73,26).

Manchmal müssen wir schlimme Dinge durchleiden in unserem Leben. Aber all dies kann uns nicht davon abhalten, zu den Nachfolgern Jesu zu gehören und Anteil am Reich Gottes zu haben.

"Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen," heißt es in der Apostelgeschichte (Kapitel 14 Vers 22). Aber die Botschaft von Ostern ist unser Trost: Jesus ist auferstanden. Und so werden auch wir auferstehen zu einem neuen Leben an der Seite unseres Herrn. Einem Leben ohne Krankheiten, ohne Schmerzen, ohne Leid.

Manja und Mathias Christiansen