Februar / März 2006

"Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht."
Josua 1, 5, Jahreslosung 2006

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde,

ein Mut machendes Wort wirkt manchmal Wunder. In der Bibel finden sich unzählige Worte, die uns einfach Kraft geben.

Im Alltag begegnen uns dagegen häufig Äußerungen, die alles andere als ermutigend sind. Die moderne Literatur nimmt solche Zitate gerne auf. Beispiele dafür finden sich bei dem Literaturnobelpreisträger des vergangen Jahres Harold Pinter. Im Theaterstück Die Geburtstagsfeier, seinem ersten abendfüllenden Stück von 1958, lässt Harold Pinter einen Schauspieler sagen: "Wir alle wandern mutterseelenallein durch diese Welt." Dies drückt eine negative Erfahrung aus, der wir oft in dieser Welt begegnen: Einsamkeit, Orientierungslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit.

Die Erfahrung, der wir in der Bibel begegnen, ist eine ganz andere. Ein Beispiel dafür ist die Jahreslosung für 2006. Eine tiefe Zuversicht drückt sich hier aus. Hier erhält jemand die Zusage, gerade nicht allein gelassen durch die Welt wandern zu müssen

Es ist eine Zusage Gottes auch an uns. Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Zuerst einmal galt diese Zusage dem Josua. Josua übernahm, von Gott getragen, eine schwierige Aufgabe. Josua erlebte, wie bei dem Klang von Posaunen die Mauern von Jericho einstürzten.

Auch damals wird es kritische und pessimistische Stimmen gegeben haben. Aber Josua schaute zuversichtlich in die Zukunft. Ironische Äußerungen wie jene, die dem vor zehn Jahren verstorbenen Schriftsteller Heiner Müller in den Mund gelegten Worte hätten Josua nicht verunsichert: Optimismus sei nur ein Mangel an Information.

Josua war gut informiert. Er wusste um die auf ihn zukommenden Schwierigkeiten. Und trotzdem wusste er sich von Gott getragen.

Wir sind heute in einer anderen Situation als Josua damals. Aber eines gilt ganz gewiss auch für uns: Wir dürfen uns getragen fühlen. Bei den Aufgaben, die nun vor uns stehen, dürfen wir zuversichtlich sein. Wenn wir Gott vertrauen, werden wir diese Erfahrung machen. Selbst in einer schwierigen Situation schöpfen wir dann wieder neue Hoffnung.

So wünsche ich Ihnen für das neue Jahr alles Gute und dass Gott mit Ihnen ist.

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Gemeindekirchgeld 2006

Auch im laufenden Jahr ist die Gemeinde auf die finanzielle Unterstützung ihrer Gemeindeglieder angewiesen. Zurückgehende Einnahmen aus Kirchensteuern und steigende Personal- und Unterhaltungskosten bringen den Gemeindehaushalt zusehends in eine angespannte Situation.

Von denjenigen, die keine Kirchensteuern zahlen, aber trotzdem über ein Einkommen verfügen (z. B. Rentner und Selbstständige) erbitten wir auch 2006 wieder das so genannte Gemeindekirchgeld.

Einnahmen aus dem Kirchgeld werden unter anderem für die regelmäßige Herstellung der Gemeindeblätter, die Durchführung von Gemeindefesten und für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien (z. B. Rüstzeiten) verwendet.

Als Richtwert für die Höhe des jährlichen Kirchgelds werden 5 bis 10% eines Monatseinkommens vorgeschlagen. Bei einer monatlichen Rente von 1.000 wären das beispielsweise 50 bis 100 im Jahr. Bitte geben Sie das Kirchgeld im Pfarramt oder bei einer oder einem Ältesten ab oder überweisen Sie es auf unser Konto bei der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft Berlin (Kontonummer 18 27 02, BLZ 100 602 37, Stichwort "Kirchgeld";).

Auch wenn Sie Kirchensteuern bezahlen, können Sie der Gemeinde natürlich Kirchgeld oder Spenden zukommen lassen und damit gezielt Projekte in Heinersdorf fördern - z. B. die geplante Instandsetzung des Margaretensaals oder die Seniorenarbeit. Unabhängig von der Zuwendungsform, die Sie wählen, können Sie eine Spendenbescheinigung erhalten, die Sie bei Ihrer Steuererklärung geltend machen können.

Wir bedanken uns bei allen, die die Arbeit der Heinersdorfer Gemeinde unterstützen und in der Vergangenheit unterstützt haben.

Was machen Sie am 9. Juni um 18 Uhr?

Jetzt schon an das Weihnachtsfest 2006 zu denken, wäre etwas früh. Aber der 9. Juni kommt schon etwas eher. Am 9. Juni ist um 18 Uhr das Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft. Was hat dieses Ereignis mit Heinersdorf zu tun? Es handelt sich ja nicht um ein kirchliches Fest. Und trotzdem wird die Zeit vom 9. Juni bis 9. Juli dieses Jahres auch für viele Christen interessant sein. Auch wer sich nicht für Fußball interessiert, sollte sich die Termine merken.

Die Fußball-WM in Deutschland ist ein Ereignis, das so schnell nicht wieder kommen wird. Das Motto lautet "Zu Gast bei Freunden". In der normalen Werbung ist das noch ungewöhnlich. Aber Gastfreundschaft ist doch für uns eigentlich etwas Selbstverständliches. Der Apostel Paulus ermunterte im Römerbrief die Gemeinde mit der Aufforderung (Römer 12, 13b) Seid gastfreundlich!<(i>

Die Fußballweltmeisterschaft im Sommer ist eine gute Gelegenheit, gastfreundlich zu sein und in unsere Gemeinde einzuladen. Der Evangelischen Kirche in Deutschland ist von der FIFA das Recht eingeräumt worden, die &Uuuml;bertragung der Spiele in den einzelnen Gemeinden öffentlich zu zeigen. Auch auf Großbildleinwände dürfen wir kostenlos übertragen.

So wollen wir einzelne Spiele im Margaretensaal zeigen. Und weil Fußball eine - wenn auch schöne - Nebensache ist, soll es dazu ein Begleitprogramm geben, das wir gemeinsam gestalten. Mit anderen zusammen ein spannendes Spiel zu erleben, ist das eine. Zugleich laden wir aber auch ein, unsere Heinersdorfer Gemeinde kennenzulernen und über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen.

Dazu suchen wir Leute, die mithelfen, dass die &Uuuml;bertragung gelingt, und dass im Sommer viele in den Margaretensaal kommen und gelungene Nachmittage und Abende erleben können.

Für die Vorbereitung wollen wir ein Team bilden. Es wäre schön, wenn möglichst viele dabei mitmachen - Frauen und Männer, Jüngere und Ältere, Fußballinteressierte und Fußballmuffel.

Auf eine spannende Fußball-WM im Margaretensaal freut sich

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

  Sünde - was ist das überhaupt?

Wenn heutzutage das Wort Sünde fällt, so denken viele sofort an Flensburg und die dortige Verkehrssünderkartei. Oder an das letzte Stück Sahnetorte, mit dem wir im Hinblick auf unsere Figur "mal wieder gesündigt haben", wie wir schmunzelnd bekennen. Oder uns kommt die alte Schnulze "Kann denn Liebe Sünde sein?" in den Sinn.

Was aber meint der Begriff Sünde tatsächlich?

Das Wort Sünde kommt von Sund, was so viel wie tiefer Graben bedeutet (in der Ostsee gibt es beispielsweise den Öresund). Ein solch tiefer Graben ist die Trennung des Menschen von Gott. Der Mensch, der um sich selbst mehr Angst hat, als Gott zu vertrauen, war es, der sich von Gott lossagte - er wollte selbst sein wie Gott.

Sünde hat auch mit unserem Verhalten anderen Menschen gegenüber zu tun, in erster Linie aber mit unserer Einstellung zu Gott. Grundsätzlich ist es Sünde, wenn wir so leben, als würde Gott nicht existieren - und für viele ist dieser Gedanke auch ganz angenehm. Wer sich für sein Leben und für seine Taten nicht zu verantworten braucht, kann alles tun: Sein Leben "in die eigene Hand" nehmen, Gott verneinen und völlig ausklammern - nichts und niemandem etwas schuldig und nur sich selbst der Nächste sein... Daher kann man Sünde auch mit Zielverfehlung übersetzen - wir entfernen uns von unserem eigentlichen Ziel: In Gemeinschaft mit Gott zu leben.

Als Jesus gefragt wurde, "Was ist das wichtigste Gebot?", antwortete er, "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Und deinen Nächsten wie dich selbst" (Matthäus 22,37.39).

Böse Gedanken, böse Worte, böse Taten - auf den ersten Blick richten sich all diese Dinge gegen Menschen; in Wahrheit aber richten sie sich eben auch gegen Gott und seinen Willen. Da sind unbedacht ausgesprochene Worte, Streit, Betrug oder "nur" Gleichgültigkeit im Umgang miteinander. Wo wir Gott und unseren Nächsten lieben sollen, lieben wir in erster Linie uns selbst. Wir Menschen sind von Geburt an nicht nur gut, sondern eben auch böse. Wir haben unseren Kindern nie gezeigt, wie man lügt, was Ungehorsam oder Neid ist. Trotzdem haben diese unschuldig wirkenden Kleinen dann zum ersten Mal gelogen. Neid, Eifersucht und Egoismus wurden auch ohne unser Zutun sichtbar ...

Gott hasst die Sünde. Und Gott ist ein gerechter Gott: Er kann die Sünde nicht tolerieren. Wie ein unbestechlicher Staatsanwalt muss er eine gerechte Bestrafung für jede Sünde fordern. Aber Gott ist auch ein liebender Gott, der unsere Rettung möchte. Wie aber kann Gott seine Gerechtigkeit und seine Liebe miteinander in Einklang bringen? Wie kann er den Sündern Gnade anbieten, ohne seine Gerechtigkeit zu verletzen? Gott hat dafür eine Lösung gefunden: Jemand anderes musste stellvertretend die Schuld der Menschen auf sich nehmen. Und dieser Jemand ist Jesus Christus.

Wir alle sind Sünder, ausnahmslos (Römer 3,10), und nicht ein einziger von uns Sündern wird die Ewigkeit in Gottes wundervoller Nähe verbringen können - es sei denn wir nehmen Gottes Gnade an und bekennen, dass sein Sohn Jesus Christus stellvertretend für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Dann - und nur dann - wird unsere Sünde ein für alle mal vollständig und unwiederbringlich getilgt.

Zu erkennen, Sünder zu sein, zu verstehen, warum die Sünde uns vom wirklichen Glück, von Gott trennt und aus dieser Erkenntnis heraus das Angebot Gottes anzunehmen, nämlich seinen Sohn als unseren Herren anzuerkennen - dies allein öffnet uns die Tür zum Himmel. Und deshalb sagt Jesus auch "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden." (Johannes 10,9)

Manja und Mathias Christiansen