Dezember 2005 / Januar 2006

"Jesus Christus spricht: Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben."
Johannes 3, 36, Monatsspruch Januar

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

Die meisten von uns empfinden, dass die Zeit schnell vergeht. Der Schriftsteller Erich Kästner sagte einmal: "Die Zeit rennt nicht, sie fährt Auto." Heute sind wir geneigt, das Auto durch schnellere Verkehrsmittel zu ersetzen. Viele Dinge gehen heute schneller - von der Waschmaschine bis zum Computer. Insgesamt haben wir aber nicht mehr Zeit als früher. Im Gegenteil: Immer weniger Zeit scheint zur Verfügung zu stehen. So fühlen sich viele gehetzt. In den letzten beiden Monaten des Jahres denken wir dann: Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Wo bleibt nur die Zeit?

Wir sehnen uns nach Besinnlichkeit. Nach einer Verschnaufpause bevor wieder ein neues Jahr beginnt.

Eigentlich wäre die Adventszeit eine gute Gelegenheit, einmal innezuhalten. Aber gerade vor Weihnachten ist es besonders hektisch. Doch was wir an Weihnachten feiern, will uns gerade in unserem Stress und auch in unseren Sorgen zur Ruhe kommen lassen. Der Stall mit der Krippe ist das Symbol dafür. Gott kommt zu uns. Jesus kommt in unsere Welt.

Der Stall mit dem menschgewordenen Jesus Christus als neugeborenes Kind stand mitten in der hektischen Welt. Er stand mitten in einer Welt, in der es oft böse und ungerecht zugeht. Dieser Stall war ein Ort der Zuflucht. Hier darf man wieder neu lernen, Gott zu vertrauen. Oder auch zum ersten Mal Vertrauen zu Gott fassen. Auch in hektischen und unsicheren Zeiten kann ich im Glauben an Gott und an seinen Sohn Jesus Christus Ruhe und Geborgenheit finden. Da kann man, wie der Berliner Volksmund sagt, wirklich "die Seele baumeln lassen". Und mehr noch - man findet in Jesus Christus das Leben. All unser Lebenshunger fände hier eine gute Antwort.

Der Monatsspruch für den Januar spricht dies offen aus: "Jesus Christus spricht: Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben" (Johannes 3, 36).

Gemeint sind wir. Unser Leben erfährt hier mehr als nur eine Bereicherung. Es kommt an sein Ziel. Wir dürfen anhalten, tief durchatmen. Für uns ist Platz in der Herberge. Gott selbst lädt uns ein. Jesus ist in unsere Welt gekommen und schenkt uns ewiges Leben.

Daran dürfen wir uns immer wieder erinnern, wenn es vor Weihnachten hektisch wird - und auch dann, wenn wir von schrecklichen Ereignissen in den Nachrichten hören oder persönliche Probleme auftreten. Allem Lebensfeindlichen in dieser real existierenden Welt zum Trotz wird uns hier ein Angebot gemacht. Wer an Jesus Christus glaubt, hat das ewige Leben. Das dürfen wir wissen, wenn wir für das neue Jahr Kraft sammeln. Darauf dürfen wir vertrauen, gerade angesichts von Dingen, die bedrohlich sind und uns Angst machen können.

Vieles wird in dem neuen Jahr auf uns zukommen - Ereignisse, aber auch Jubiläen. 2006 gedenken wir des 100. Geburtstags Dietrich Bonhoeffers, der 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Bonhoeffer hat Gott vertraut, und sein Glauben hat ihn in einer entsetzlichen Zeit getragen.

Das Ende des II. Weltkrieges liegt nun über 60 Jahre zurück. Wir leben heute in Frieden und Freiheit. Trotzdem schauen manche von uns skeptisch in die Zukunft. Gefahren für Demokratie und soziale Sicherheit sind erkennbar. Aber es liegt auch uns, mit daran zu arbeiten, dass es gerechter zugeht in unserer Welt. Die Aktion Brot für die Welt ist dafür eine von vielen Möglichkeiten.

Bevor ein neues Jahr beginnt, dürfen wir uns über das Geschenk freuen, dass Jesus Christus in unsere Welt gekommen ist und uns ewiges Leben schenken möchte. Das berühmte Gedicht Bonhoeffers zum Jahreswechsel 1944/45 endet mit den Worten

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr 2006

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Gott und die Welt

Kommen ungetauft verstorbene Kinder trotzdem zu Gott? Was gibt es zum Thema Sterbehilfe zu sagen? Wie verhält es sich mit den anderen Religionen? Über diese und weitere interessante Fragen ging es am Dienstag, dem 25. Oktober 2005 in der Auftaktveranstaltung zur neuen Reihe Gott und die Welt.

Bei einem Imbiss und verschiedenen Getränken kamen diejenigen, die der Einladung gefolgt waren, in anregenden Gesprächen zusammen und nutzen die Gelegenheit, sich über wichtige Fragen aus verschiedenen Bereichen unseres Lebens auszutauschen.

Nach dem viel zu schnell vergangenen Abend waren sich alle einig: Wir freuen uns schon auf den 12. Januar 2006, wenn es wieder heißt: Gott und die Welt in Heinersdorf.

Adventskranz und Kerzenfest

Heute stand etwas Besonderes auf dem Zettelchen des Adventskalenders. Die Kinder dürfen - gemeinsam mit den Eltern - einen Adventskranz binden.

"Gemein, heute ist der ganze Schnee schon wieder weggetaut!", mault Fabian. "Aber wenigstens haben wir unsere Zweige noch aus dem verschneiten Wald holen können!" , tröstet Frau Neumann.

Die Kinder stehen mit einigen Eltern um den großen Basteltisch herum. - "Das geht ja wie geschmiert!", ruft Sebastian. Er kann beobachten, wie schnell der große Tannenzweighaufen kleiner wird. Die Kinder reichen den Eltern die Tannenzweige zu. Sebastians Vater hat den großen Strohkranz vorbereitet. Nun wickelt er geschickt die Zweige herum und macht sie mit dem Draht zurecht. Anne und Luise schauen begeistert zu und reichen ihm die schönen roten Bänder. Die Kinder bringen immer noch mehr Zapfen und Kienäpfel. Sie haben auch schöne Strohsterne gebastelt.

"Am schönsten sind unsere selbst verzierten Kerzen! Sie sind richtig bunt geworden mit all den schönen Mustern" , schwärmt Lea. "Heute können wir ja schon mal ein kleines Kerzenfest feiern" , schlägt Kristina vor. "Wo es doch draußen den ganzen Tag so dunkel ist."

Die Kinder und Eltern setzen sich in den Stuhlkreis. Michaels Mutter stellt den Adventskranz in die Mitte. Sie legt noch einige schöne Zweige herum und stellt die Kerzenständer dazwischen.

Thomas knipst das Licht aus. Nun ist es richtig schön schummrig und adventlich. Frau Neumann zündet die erste Kerze an, und alle singen nach der Melodie von "Lasst und froh und munter sein" das Lied" Zündet nun die Kerze an".

2. Nun beginnt die schöne Zeit,
Weihnachten ist nicht mehr weit.
Wenn wir hier beisammen sind,
dann freut sich ein jedes Kind,
dann freut sich ein jedes Kind.

3. Und es brennen immer mehr,
Licht an Licht, so schaut doch her.
Tragen wir das Licht hinaus,
bringen Freude in jedes Haus,
bringen Freude in jedes Haus.

4. Und wir folgen froh dem Stern,
der uns strahlt aus weiter Fern.
Seht, wie Stern und Kerze brennt,
nun beginnt für uns Advent,
nun beginnt für uns Advent.

Nachher sitzen alle Kinder wieder ganz still im Kreis zusammen. "Kerzenlicht, das ist schön" , meint Fabian leise. - "Ich mag es, wenn nicht alle so durcheinanderreden!"

"Vielleicht sehen wir dann auch mal einen kleinen Engel draußen vorbei fliegen" , flüstert Anna. "Oder wir hören, wie er ganz leise sein Engellied singt!"

Bunte Weihnachtskerzen zum Selberbasteln

Material: Weiße Haushaltskerzen, kleine bunte Bienenwachsplatten.

So wird's gemacht: Kleine Stücke vom bunten Wachs abbrechen und kneten. Einfache kleine Blüten, Vögel, Mond und Sterne daraus formen und ringsherum auf die Kerze drücken. Mit einer erwärmten Stricknadel können noch zusätzlich Muster eingeritzt werden. Mit kleinen Plätzchenformen können klitzekleine Sternchen, Tannenbäume, Fische, Vögel ausgestochen und damit die Kerzen geschmückt werden. Ein schönes Weihnachtsgeschenk!

Verabschiedung von Margit Pfaffenberger

Nach mehr als 35jähriger Dienstzeit geht Margit Pfaffenberger am Ende dieses Jahres in den Ruhestand. Sie wird am Freitag, dem 6. Januar aus dem Kindergarten verabschiedet. Als sie im Jahre 1970 ihre Tochter im Heinersdorfer Kindergarten anmelden wollte, bot sich die gelernte Näherin aufgrund der angespannten Personalsituation an, vorübergehend als Erzieherin auszuhelfen. Aus dem "Aushilfsjob" wurde ein ganzes Berufsleben, in dem Frau Pfaffenberger den Kindergarten für zwei Generationen geprägt hat. Auf diese Zeit wollen wir dankbar zurückblicken und mit ihr am Epiphaniastag ab 16.30 Uhr das Ende ihrer Tätigkeit begehen. Dazu laden wir Kinder, Eltern, Gemeindeglieder und andere Wegbegleiter herzlich ein.

  Weihnachten - Ein einzigartiges Geschenk

In der Bibel, genauer gesagt im Lukasevangelium (Kapitel 2) können wir sie nachlesen - die Weihnachtsgeschichte. Die Worte, mit denen der Evangelist Lukas die Geburt von Jesus beschreibt (vor-)zu lesen und weiterzusagen ist für viele Christen eine der schönsten Aufgaben am Weihnachtsabend.

Der Name Weihnachten bedeutet so viel wie geweihte oder auch heilige Nächte und entstammt dem Mittelhochdeutschen.

Seit dem 4. Jahrhundert wird die Geburt Christi am 25. Dezember gefeiert. Da es für den Geburtstermin Jesu - anders als für den Tag seiner Kreuzigung - keine ganz exakte Datierung gab, begannen christliche Gelehrte im 4. Jahrhundert durch genaues Studium der biblischen Texte den Termin so genau wie möglich zu erschließen. Im ersten Kapitel des Lukasevangeliums können wir lesen, dass Jesus 6 Monate nach Johannes dem Täufer geboren wurde (Lukas 1,26). Im Evangelium des Johannes heißt es über die Worte Johannes des Täufers: "Ihr selbst gebt mir Zeugnis, dass ich sagte: Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt. Er muss wachsen, ich aber abnehmen." (Johannes 3,28.30). Diese Aussage wurde auf die Sonne bezogen. Nach der Geburt des Täufers nimmt die Sonne ab, nach dem Fest der Geburt Christi nimmt die Sonne zu. Danach liegt das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer auf dem Tag der (antiken) Sommersonnenwende (Johannistag - 24. Juni) und der Geburtstag Jesu auf dem der Wintersonnenwende.

Die Geburt geschah in der knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten Stadt Bethlehem, was "Haus des Brotes" heißt. Und Jesus selbst sprach in seinem späteren Wirken von sich selbst ja auch als das "Brot des Lebens" (Johannes 6,35).

Den Hirten auf dem Feld wird die Geburt Jesu durch einen Engel so angekündigt: "Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr" (Lukas 2,11).

Und wirklich, so war es: Als die Hirten zum Stall kommen, finden sie das Jesuskind in einer Krippe. Ein zutiefst berührender Moment muss es gewesen sein, damals in dieser Nacht.

Frieden und Hoffnung stehen über der Krippe. Doch in der Verfolgung durch König Herodes und im Kindermord von Bethlehem deutet sich schon sehr bald an: Dieses Kind wird keinen einfachen Weg gehen.

Wenn wir von Weihnachten als dem Fest der Liebe sprechen, so ist es die Liebe Gottes, die wir meinen. Dadurch, dass Gott in Jesus Christus ganz Mensch wurde, versteht er uns und unsere Schwächen und Ängste. Deutlich wird das nicht nur in der Geburt von Jesus im Stall von Bethlehem, sondern auch im Augenblick seines Todes am Kreuz von Golgatha. "Mein Gott, warum hast du mich verlassen", schreit Jesus und ist uns Menschen und unserer Verzweiflung, die wir manchmal erleben, damit in jenem Moment so nah, wie er es nur sein kann. Gott hat in seinem Sohn Jesus Christus auch das Gefühl der völligen Verlassenheit erlebt ...

Im Stall von Bethlehem verwirklichte Gott seinen Plan zur Erlösung der Menschen - Gott wurde in Jesus Christus Mensch. Über die unüberwindliche Kluft zwischen Gott und den Menschen, die sich selbst aus seiner Gemeinschaft ausgeschlossen haben, wird eine Brücke geschlagen. Wir sind nicht mehr alleine und verloren, sondern wir bekommen das beste und schönste Geschenk, dass wir uns vorstellen können: Gott schenkt uns seinen Sohn zu unserer Rettung! Das ist die Botschaft von Weihnachten. Nehmen wir dieses Geschenk dankbar an und gehen wir über die Brücke, die Gott für uns gebaut hat.

Manja und Mathias Christiansen