Juni / Juli / August 2005

"Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen"
Apostelgeschichte 14, 22, Monatsspruch Juni

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

Nicht nur im Urlaub kann man immer wieder erleben, wie wunderbar die Natur ist, die wir als Gottes Schöpfung begreifen. Über einen Sonnen-aufgang oder das Abendrot kann man staunen. Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt ist beeindruckend und von den Biologen längst nicht umfassend beschrieben. Immer noch werden neue Tierarten entdeckt. Die Schöpfung sprengt unser Fassungsvermögen. Gute Naturwissen-schaft muss hier immer wieder ins Staunen geraten - so wie es der Beter des 104. Psalms beschreibt: "Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet."

In diesem Jahr wird Albert Einstein als großer Naturforscher gefeiert. Als Physiker beschrieb er Vorgänge, die damals als unfassbar galten und heute zum Allgemeingut geworden sind. So richtig verstehen die wenigsten, was er genau meinte. Aber das Wort Relativitätstheorie hört man heute fast schon im Kindergarten und in der Grundschule.

Wir kennen nicht mal alle Insektenarten, die es auf dieser Erde gibt. Mit den Sternen ist es noch schwieriger. So mancher träumt davon, in den Weltraum vorzudringen. Auf dem Mond waren schon Menschen. Aber ob es jemals möglich sein wird, die Sterne zu besuchen, die mit ihrem Licht nachts in unsere Fenster funkeln, bleibt mehr als fraglich.

Das erinnert mich an das alte lateinische Sprichwort Per aspera ad astra - Durch raue Dinge zu den Sternen.

Vorstellbar in die Nähe von Sternen zu gelangen, war es damals nicht. Wenn dieses Sprichwort in der Schule zitiert wurde, dann wurde gemeint, dass man durch Anstrengung eine Menge erreichen kann. Es blieb trotzdem das Symbol dafür, etwas ganz Wichtiges zu erreichen.

Aber was hätte man schon davon, nach den Sternen zu greifen. Denn was nützt es, wenn man zum Mond fliegen kann, aber am wirklichen Leben verzweifelt?

In der Bibel wird uns ein anderes Ideal vor Augen geführt. Jesus sagte seinen Freunden des Öfteren: Das Himmelreich ist mitten unter euch. Es gibt ein Leben nach dem Tod. Ja. Aber der Himmel beginnt, wo ich begreife, dass Gott sich in Jesus Christus mir zuwendet. Manchmal machen wir schlimme Dinge in unserem Leben durch. Aber all dies kann uns nicht davon abhalten, zu den Freunden Jesu zu gehören und damit am Himmelreich Anteil zu haben. Der Monatsspruch erinnert uns daran, dass es manchmal nicht leicht ist, diesen Weg zu gehen.

Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.
(Apostelgeschichte 14, 22)

Dieser Monatsspruch erinnert an Zeiten der Verfolgung aber auch daran, dass ich im christlichen Glauben etwas finde, das ich nie finden würde, wenn ich im Raumschiff zu den Sternen reisen würde.

Auf einem Plakat stand einmal der Spruch: "Es braucht nur Sekunden um den Inhalt der Bibel mit Satelliten einmal um die Erde zu funken - aber ein Mensch kann davon sein Leben lang leben."

In diesem Sinn wünscht Ihnen eine gesegnete Sommer- und Urlaubszeit

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Kinderkirchentag in Malchow

Einladung zum Kirchengeburtstagsfest lautete die Überschrift auf den Einladungszetteln für den diesjährigen Kinderkirchentag des Kirchenkreises Weißensee. Am 11. Mai trafen sich Christenlehrekinder und andere Interessierte zwischen fünf und zwölf Jahren zu einem gemeinsamen Nachmittag - dieses Mal in Malchow. Ingesamt etwa 75 Mädchen und Jungen aus dem gesamten Kirchenkreis waren der Einladung gefolgt und nach Malchow gekommen.

Trotz des eher unsommerlichen Wetters nachten wir das beste aus der gemeinsamen Zeit, und es hatten alle ihre Freude am gemeinsamen Tun, aber auch am Wiedersehen von bekannten Gesichtern.

Der Nachmittag begann mit einer thematischen Einführung zum Thema Pfingsten. Ein Anspiel verdeutlichte den Kindern, was damals in Jerusalem geschah. Und davon handelt auch das folgende Lied, das wir in Malchow gemeinsam sangen.

2. Zu Pfingsten in Jerusalem, da ist etwas geschehn.
Die Jünger reden ohne Angst, und jeder kannís verstehn.
Hört, hört ...

3. Zu jeder Zeit in jedem Land, kann plötzlich was geschehn.
Die Menschen hören, was Gott will, und können sich verstehn.
Hört, hort ...

Anschließend stellten sich die Katecheten aus Blumberg, Ahrensfelde, Hohenschönhausen, Lindenberg/Schwanebeck, Wartenberg, Weißensee und Heinersdorf vor, und die Kinder erhielten die Möglichkeit, zwischen Basteln, Singen, Tanzen, Spielen, einer Orgelführung und dem Ruheraum zu wählen. Jedes Kind konnte das ausprobieren, worauf es Lust hatte. Wie es bei einem Geburtstag so ist, durften natürlich auch beim Kirchengeburtstagsfest Kuchen und Getränke nicht fehlen.

Gegen 17 Uhr versammelten sich dann alle Kinder, Eltern und Katecheten zu einem Abschluss in der Kirche. Herr Hoffmann, der Pfarrer aus Malchow, gab uns Gottes Segen mit auf den Weg und auf die Rückreise in die einzelnen Gemeinden. Und am Ende sangen alle gemeinsam: "Kommí Herr, segne uns".

Wo wohl der nächste Kinderkirchentag stattfindet? Sie dürfen gespannt sein ...

Ihre Doreen Kohlstock

Jugendaustausch mit Bad Oeynhausen

Das Wetter hätte man sich nicht besser erträumen können. Die Stimmung war gut und voller Erwartung und Neugier auf neue Gesichter und Bekanntschaften. Beste Bedingungen also für die Jugendbegegnung zwischen Oeynhauser und Heinersdorfer Jugendlichen. Ein halbes Jahr, nachdem während des jährlichen Partnerschaftswochenendes die Idee für ein Revival der Jugendreffen geboren wurde, kamen vom 15. bis 17. April zehn Jugendliche und zwei Betreuer in unsere Gemeinde.

Nachdem die Gäste am Freitag um kurz vor acht in einem Kleinbus und einem PKW auf den Margaretenhof gerollt waren, gab's erstmal eine Stärkung - die Heinersdorfer Jugendlichen hatten das Abendbrot bereitet. Auch an ein paar Kennenlernspielen sollte es nicht fehlen. Nach einer kurzen Nacht und einem Frühstück im Freien ging's dann in die City: Fernsehturm, Reichstag und Brandenburger Tor standen ebenso auf dem Programm wie der Potsdamer Platz und der Ku'damm. Dass Berlin so anstrengend sein kann, hatten die meisten Jugendlichen wahrscheinlich nicht vermutet. Abends wurde gegrillt, gequizzt und gespielt. Und der sonntägliche Gottesdienst, den die Vikarin Karina Nippe hielt, wurde durch die Oeynhauser durch einen Text von Clemens Bittlinger bereichert.

Am Ende des Wochenendes war nicht nur eine gewisse Erschöpfung zu spüren. In die Abschiedsstimmung mischten sich das Gefühl, viele neue Menschen kennengelernt zu haben und die Vorfreude auf ein Wiedersehen. Denn die Einladung an die Jugendlichen aus Heinersdorf zu einem Gegenbesuch in unserer Partnergemeinde wurde schon ausgesprochen.

Gemeindeausflug zu Himmelfahrt

Am 5. Mai flogen 23 Gemeindeglieder zwischen vier und 91 Jahren per Auto oder Bahn nach Belzig in den Fläming aus. Um 10 Uhr ging es erstmal zum Gottesdienst in die Stadtkirche St. Marien. Anschließend wurden wir bei einer Tasse Kaffee vom dortigen Pfarrer begrüßt, der uns einige Informationen zum Belziger Gemeindeleben gab. Unser Stadtführer, der ehemalige Pfarrer Ullmann, ein quicklebendiger Sachse, stand dabei schon in den Startlöchern, um uns die Schönheiten von Belzig zu zeigen. Er wies uns darauf hin, dass Belzig schon sein 1000jähriges Jubiläum feierte, da es erstmalig 997 urkundlich erwähnt wurde: "Da war an Berlin noch gar nicht zu denken", wie sich Pfarrer Ullmann ausdrückte.

Erste Station unserer Stadtführung war St. Marien, eine spätromanische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Sandsteintaufe (um 1600) und die Papenius-Orgel aus dem Jahre 1747 gehören zu den Kostbarkeiten der Ausstattung. Letztere wurde erst 1974 auf Initiative das damaligen Superintendenten aus Horndorf nach Belzig gebracht.

Bei dem späteren Rundgang um die Kirche und durch die Stadt verstand es Herr Ullmann trefflich, uns mit Sachkenntnis aber auch Humor auf die Besonderheiten in Belzig aufmerksam zu machen. An der Stirnseite der Kirche wies uns eine kleine Gedenktafel darauf hin, dass hier einst auch Martin Luther einmal gepredigt hat. Neben der Kirche steht das Geburtshaus des Belziger Sohnes Carl Gottlieb Reißiger (1798-1859), der am Dresdener Hof Musikgeschichte geschrieben hat. Das Haus war im 18. Jahrhundert als Schul- und Kantorenhaus erbaut worden.

Dann ging es weiter durch die historische Altstadt, vorbei an vielen kleinen Bürgerhäusern. Eine Menge Details gab es da zu entdecken: So genannte Sitznischenportale aus Sandstein luden zum kurzen Verweilen ein, Wappen alter Belziger Familien, alte Fenster und Türen sowie altes Fachwerk.

Nach einem einstündigen Stadtspaziergang erreichten wir die ehrwürdige Burg Eisenhardt, die unsere jüngsten Ausflügler längst erklommen hatten und uns nun fröhlich von oben zuwinkten. Am Fuße der Burg zeugt eine kursächsische Postmeilensäule aus dem 18. Jahrhundert mit den Initialen von August dem Starken von der sächsischen Vergangenheit der Region. Das Mittagessen nahmen wir im Burghotel ein. Köstlicher Spargel aus der Region weckte unsere müden Glieder zu neuem Leben. Anschließend erkundeten wir mit Hilfe unseres Stadtführers das imposante Burggelände mit Ringmauer und Rundtürmen. Eine archäologische Fundstelle macht hier die Fragmente der historischen Burgkapelle sichtbar. Und auch der rekonstruierte Burgbrunnen blieb uns nicht verborgen.

Übrigens, hart gegen Eisen und somit auf ewig uneinnehmbar sollte die Burg sein, als sie im Jahre 1465 vom sächsischen Kurfürsten Ernst den Namen Eisenhardt erhielt. Dennoch wurde die Festung im Jahre 1636, während des Dreißigjährigen Krieges, weitgehend zerstört. Seit der Ritterzeit mussten die dicken Gemäuer für unterschiedlichste Zwecke herhalten: Gerichts- und Zollstätte, zeitweilig sogar Jagdschloss. Die Nazis quartierten hier eine Reichsschule der technische Nothilfe ein. Im 2. Weltkrieg war das frühere Salzmagazin auch Luftschutzbunker. In DDR-Zeiten folgten dann eine Jugendherberge und eine Berufsschule. Jetzt haben unter anderem das Heimatmuseum, die Stadtbibliothek und das Standesamt ihr Domizil auf dem Burgberg. Von der Burg aus wird man mit einem großartigen Blick über Stadt und Land belohnt.

In der mittelalterlichen Feldsteinkirche St. Briccius endete unsere Führung und damit auch so langsam unser Ausflug. Die Stunden vergingen wie im Fluge. Nach Kaffee und Kuchen traten wir die Heimreise nach Heinersdorf an. Die Erinnerungen an einen schönen und interessanten Tag im Städtchen Belzig werden bleiben.

Unser herzlicher dank gilt Herrn Pfarrer Kaehler und dem Ehepaar Grodotzky für die sehr gute Vorbereitung.

Ruth Quicker und Karina Nippe

Wo die Bibel entstanden ist: Eine Kinderrüstzeit

Wo die Bibel entstanden ist - unter diesem Thema stand die diesjährige Kinderrüstzeit, die vom 7. bis 10. April 26 Kinder aus den Gemeinden Blumberg, Ahrensfelde und Heinersdorf in die Freizeit- und Bildungsstätte in Waldsieversdorf führte. Die vier Tage in der Märkischen Schweiz waren dem gemeinsamen Kennenlernen der Bibel gewidmet.

Wie ist die Bibel eigentlich entstanden? Wie sah die erste Bibel aus? Was steht in dem Buch der Bücher? Stimmen die Geschichten in der Bibel überhaupt? Mit diesen und noch vielen weiteren Fragen wollten wir uns an das Thema annähern. Alle waren gespannt und freuten sich auf die gemeinsame Zeit.

Bereits am ersten Abend gab es einen Einstieg in das Thema. Die Katecheten spielten eine kleine Geschichte aus dem Alltag vor und führten damit in die Bedeutung der Bibel für einzelne Menschen ein. In den Andachten, die jeweils vor dem Frühstück stattfanden, hörten die Mädchen und Jungen Worte aus der Bibel. Diese Worte für unsere heutige Zeit zu verstehen, ist nicht immer einfach. Für Fragen waren die Erwachsenen jedoch immer da.

Am ersten Tag beschäftigten wir uns mit der Entstehungsgeschichte der Bibel. Wir fuhren mit einem bildhaften Fahrstuhl in der Zeitgeschichte zurück. Unser erster Halt war bei Johannes Gutenberg. Er hatte damals im Jahre 1455 die erste Bibel gedruckt - die heute so genannte Gutenberg-Bibel. Auch wir versuchten uns an der Kunst des Druckens, druckten allerdings keine Bibeln, dafür aber unsere Namen.

Anschließend fuhr unser Fahrstuhl weiter zurück: Wir kamen zu den Mönchen, die es sich vor vielen hundert Jahren zur Aufgabe gemacht hatten, in ihren Klöstern die Bibel abzuschreiben und damit für deren Erhalt und Verbreitung zu sorgen. Etwa anderthalb Jahre benötigte ein Mönch dafür, die Bibel einmal zu kopieren. Dabei durfte er natürlich keine Fehler machen - denn was würde sonst heute in unserer Bibel stehen? Auch wir konnten uns am genauen Abschreiben auf Pergament üben. Statt eines Füllers benutzte man damals noch Schreibfedern. Auch Martin Luther schrieb mit einem solchen Werkzeug. Wie das bei uns aussah, kann man auf dem Foto sehen.

Nun fuhren wir noch weiter zurück in die Vergangenheit. Wir kamen zu den Geheimschriften, die auf kleinen Tontäfelchen gemalt und geschrieben wurden. Wie sähe wohl unser Name in einer solchen Geheimschrift aus? Früher gab es keine Buchstaben und Wörter, wie wir sie heute kennen. Die Menschen malten ausgedachte Symbole auf - und auch wir konnten uns an ausgedachten Symbolen versuchen.

Nach dem Mittagessen und einer freien Zeit erfuhren wir, wie das erste Papier aussah, auf dem die Menschen schrieben und malten. Papier musste mit großem Arbeitsaufwand aus Papyrus, einer Pflanze hergestellt werden. Das schöne Wetter eignete sich wunderbar zum Papierschöpfen - so heißt das Herstellungsverfahren für Papier. Das Trocknen eines Papierstücks dauert fast einen ganzen Tag.

Nachdem wir uns so viel mit dem Herstellen und dem Schreiben der Bibel beschäftigt hatten, näherten wir uns am Sonnabend dem Inhalt der Heiligen Schrift an. Aus welchen Teilen besteht die Bibel? Wie viele Bücher enthält sie? Nachdem wir Erwachsenen den Kindern die Bibel anhand von Symbolen nahegebracht hatten, erfuhren wir, welche Geschichten und Personen bei den Kindern bereits bekannt waren - dazu zählten zum Beispiel der Auszug aus Ägypten und Jesus. Im Anschluss daran gab es aus den mitgebrachten Kinderbibeln eine kleine Bibelausstellung.

Nach getaner Arbeit und dem Spielen auf dem Spielplatz erkundeten wir Waldsieversdorf. Verbunden mit unserem Spaziergang war eine Schatzsuche, die uns unter anderem mit wasserfesten Bibeln bekannt machte. Diese eher ungewöhnliche Eigenschaft des Buchs der Bücher konnte dann auch gleich im nahe gelegenen See getestet werden.

Nach einem gemütlichen Kaffeetrinken - wann sitzt man schon mal mit so vielen Leuten beisammen? - stand die weitere Zeit zur freien Verfügung. Während die einen Musik hörten, spielten andere Fußball oder gingen auf den Spielplatz hinter dem Haus. Wenig später beschäftigte sich eine Kleingruppe von vier Jungen mit der Vorbereitung für die Nachtwanderung.

Der letzte Tag brach an, und wir fuhren nach dem Frühstück mit dem Bus zum Gottesdienst nach Buckow. Den Rückweg von etwa zwei Kilometern gingen wir zu Fuß. Nach dem Mittagessen wurden die Ahrensfelder, Blumberger und Heinersdorfer Kinder von den Eltern abgeholt oder fuhren mit den Katecheten nach Hause. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei den Eltern bedanken, die das Hinbringen und Abholen der Kinder möglich gemacht haben.

Die Zeit verging wie immer viel zu schnell, und viele hätten sich weitere Tage gewünscht - die wird es im nächsten Jahr bestimmt wieder geben! Auf eine schöne Zeit während der nächsten Kinderrüstzeit freut sich schon jetzt

Ihre Doreen Kohlstock

  Wann ist man eigentlich Christ?

Wann man Christ ist? Ganz klar, werden Sie vielleicht sagen, Christ ist man, wenn man getauft ist. Das stimmt natürlich - und dennoch heißt Christsein weit mehr ...

Zum ersten Mal taucht die Bezeichnung Christ in der Bibel auf, als jene, die der Lehre Jesu nachfolgten, als Christen bezeichnet werden (Apostelgeschichte 11,26). Christ bedeutet zu Christus gehörig, also Anhänger Christi. Zu Jesu Lebzeiten wurden alle, die ihm auf seinen Wanderungen folgten, um von ihm zu lernen - also seine Jünger ("Schüler") - Christen genannt. Seit seinem Tod und seiner Auferstehung bedeutet dies, dass wir als Christen einem für unsere Augen nicht sichtbaren Jesus folgen. Hierfür wurden uns zwei Hilfen gegeben: Zum einen die Bibel, aus der wir lernen, was zum Leben mit Jesus wichtig ist, und zum anderen der Heilige Geist, der Beistand, der uns lehrt und an das erinnert, was wir gelernt haben (Johannes 14,26). Wer also Jesus nachfolgt, ist immer gleichzeitig sein Schüler.

Ein Christ ist jemand, der erkennt, dass er sündig ist und sich in einem Gebet zu Gott auf Jesu Opfertod beruft, um von Gott freigesprochen zu werden.

Jesus starb am Kreuz als menschliches Opfer - als Sühneopfer. Deshalb kann sich bis heute jeder Mensch auf Jesu stellvertretenden Tod berufen, womit seine eigene Schuld vor Gott und vor anderen vollständig und ein für allemal beglichen ist. Allein durch sein Verhalten - auch durch noch so gute Taten wird der Mensch es nie dahin bringen, nach seinem Tod von Gott als gerecht angesehen zu werden (Römer 1, 17). Der Mensch darf auf Jesus Christus und die Gültigkeit seines Opfers vertrauen und sich dann darauf verlassen, vor Gottes Gericht frei gesprochen zu werden. Daher sagt Jesus: "Ich bin der Weg" (Johannes 14,6). Wer Christ ist, wird in der Bibel auch als "Kind Gottes" bezeichnet (Johannes 1,12): Gott rechnet ihm seine Schuld nicht an.

Gott möchte, dass sich ein Christ radikal dem Guten zuwendet (Römer 12,1). Der Zweck ist aber nicht, sich Gottes Gunst zu erwerben, sondern eine liebevolle Gemeinschaft zwischen den Christen zu ermöglichen und die Liebe Christi auch Nichtchristen spüren zu lassen. Hier geht es um einen echten Lebensstil der Nachfolge und Jüngerschaft Christi. Und die Bibel spart nun wirklich nicht mit überaus konkreten Anweisungen für das Leben als Christ. Mit diesen Anweisungen aber stehen wir nicht allein da, sondern dürfen auf Gottes Hilfe hoffen: "Er selbst bewirkt ja beides in euch: den guten Willen und die Kraft, ihn auch auszuführen." (Philipper 2,13)

Gott sei Dank ist es aber nicht an uns, über jemand anderen zu entscheiden, ob er nun Christ ist und zu Gott kommen wird oder nicht. Wir können und müssen uns damit begnügen, zu wissen, dass Gott diese andere Person ganz genau kennt und er sich nichts vormachen lässt: "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an." (1. Samuel 16,7)

Manja und Mathias Christiansen