Juni / Juli / August 2004

"Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark! Alles was ihr tut, geschehe in der Liebe."
1. Korinther 16, 13-14, Monatsspruch Juni

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

Gute Ratschläge sind nicht immer leicht in die Praxis umzusetzen. So ist es, wenn jemand Angst vor Hunden hat, nicht unbedingt eine Hilfe, zu sagen: "Du darfst einfach keine Angst haben, denn ein Hund merkt das, wenn man seine Angst zeigt." Das ist leichter gesagt, als getan. Unter Sporttauchern wird dieses Beispiel sogar noch gesteigert. Denn es gibt Taucher, die meinen, bei Haien sei es genau so wie bei Hunden: "Wenn man einem Hai im Meer begegnet und dabei mutig ist und sich ganz normal verhält, dann passiert nichts." Ich bin da, ehrlich gesagt, etwas skeptischer. Denn so einfach ist es eben doch nicht.

Aber trotzdem ist es oft gut, etwas mutiger zu sein und sich nicht einschüchtern zu lassen. Denn es lohnt sich, sich für gute Dinge einzusetzen. Dieser negativen und resignativen Stimmung, die sich in unserer Gesellschaft breit macht, muss doch irgendwie etwas entgegengesetzt werden. Nach wie vor kann man schon im Kleinen sehr viel Gutes bewirken. Manchmal ist der Weg zum Ziel sehr weit und oft ist auch viel Geduld nötig. Etwa so wie in der Geschichte, in der ein Vogel am Ende des Winters beobachtet, wie eine Schnecke beginnt, an dem Stamm eines Kirschbaums hinauf zu kriechen. "Was willst Du da oben?" , fragt der Vogel. " Ich möchte von den leckeren Kirschen essen" , antwortet die Schnecke. "Du dumme Schnecke" , sagt der Vogel, "an dem Baum sind doch gar keine Früchte. Noch nicht einmal Blätter kann ich sehen." "Das macht nichts" , erwidert die Schnecke. "Wenn ich oben angekommen bin - im Sommer - dann wird der Baum voller Kirschen sein."

Die Schnecke hat eben doch Recht. Sie wird an ihr Ziel kommen. Ihr Mut wird sie nicht enttäuschen. Denn sie hat die Lage richtig eingeschätzt und Mut bewiesen.

So klingt der gute Ratschlag, den der Apostel Paulus uns in seinem ersten Korintherbrief gibt, plötzlich ganz anders: "Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark! Alles was ihr tut, geschehe in der Liebe." (1. Kor 16, 13 - 14).

Selbst genau hinzuschauen, ist nie verkehrt. Auch heute muss man nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Wer sich nicht von der momentanen Stimmung gefangen nehmen lässt, liegt oft richtiger. Und wer sich dabei von seinem Glauben an Gott und von seinem Vertrauen zu Jesus Christus leiten lässt, der wird in seinem Leben die wirklich wichtigen guten Früchte ernten. Der wird merken, welche Kraft und Stärke man aus dem Glauben schöpfen kann - selbst wenn man äußerlich schwach ist.

Paulus gibt uns hier einen wichtigen Ratschlag für unser Leben, der auch praktisch umsetzbar ist. Alles, was wir dann aus unserem Glauben heraus tun, soll in der Liebe geschehen. So soll es ein.

Der russische Dichter Dostojewski sagte einmal: "Ohne Liebe kann man vielleicht Holz hacken - aber nicht mit Menschen umgehen." Wobei man vielleicht nicht einmal ohne Liebe Holz hacken und andere praktische Arbeiten verrichten sollte. Denn die Liebe in den Dingen, die wir tun, spürt man. Denn ein Mensch merkt das. Deswegen: "Alles was ihr tut, geschehe in der Liebe." Und dies nicht nur in der Urlaubszeit.

In diesem Sinne wünscht Ihnen eine gute Sommerzeit und schöne Ferien

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Wiederbelebung des Margaretensaals

Aufruf zur Mitarbeit

Am 24. Mai traf sich bereits zum zweiten Mal eine kleine Arbeitsgruppe, die sich mit der Wiederbelebung des Margaretensaals und dessen zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten beschäftigt.

Nachdem der Margaretensaal in den letzten Jahren immer mal wieder als Veranstaltungsort für unsere Gemeinde genutzt wurde, hat sich gezeigt, dass der Saal als Raum für Konzerte, Ausstellungen und Adventsfeiern eigentlich gut geeignet ist, dass aber auch eine Menge getan werden muss, um ihn häufiger und unabhängig von anderen Gemeinderäumen nutzen zu können.

Geplant ist, den Saal als Ort für Gemeindefeiern, Theateraufführungen und viele andere Dinge regelmäßig zu nutzen.

Wichtigste Grundvoraussetzungen dafür ist der Einbau von sanitären Einrichtungen und die Sanierung der elektrischen Anlagen. Diese Umbaumaßnahmen sollen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr passieren. Deshalb wird nach qualifizierten Leuten gesucht, die sich vorstellen können, bei diesen Bauarbeiten mitzuwirken und den Margaretensaal wieder attraktiver zu machen. Auch wenn jemand Baumaterialien wie Fliesen, Handwaschbecken oder ähnliches übrig habt, wären solche Spenden jederzeit willkommen.

Wenn Sie sich bei der Gestaltung des Saals mit einbringen möchten, melden Sie sich bitte bei Pfarrer Kähler oder kommen Sie einfach zum nächsten Treffen der Arbeitsgruppe "Margaretensaal" am 21. Juni um 1930 Uhr in den Gemeinderaum.

Gerd F. Müller

Meine Zeit steht in deinen Händen

Familienrüstzeit im Feriendorf Groß Väter See

Am zweiten Maiwochenende fuhren mehrere Familien aus der Heinersdorfer Gemeinde ins Brandenburger Umland, um sich dort Zeit für die verschiedensten Dinge zu nehmen.

Am Freitagabend trafen wir uns zu einer kleinen Runde in der "Jägerstube". Eine kurze Vorstellung und eine erste Beschäftigung mit dem Thema Zeit begann, begleitet von Doreens Gitarre und Ideen von Hildegard Seifert und Pfarrer Kaehler. Schon bald begaben wir uns jedoch erschöpft von Arbeit, Schule oder Kita in unsere kleinen Wohnungen in den Schwedenhäusern, die wir bewohnten.

Nach dem Frühstück am Samstag brachten alle ihre Zeitmesser mit. Eieruhr, Armbanduhr, Stoppuhr, Sanduhr oder Kurzzeitwecker - alle hatten etwas mitgebracht. Besonders bestaunt wurde Pfarrer Kaehlers Rippe eines Wasserbüffels auf der ein traditioneller Kalender eingezeichnet war. In Gruppen vertieften wir uns in das Thema Zeit. Die kleinen Kinder bauten das Schloss nach, in dem einst Dornröschen 100 Jahre schlief. Auch die großen Kinder und die Erwachsenen beschäftigten sich mit der Zeit und stellten fest, dass wir uns manchmal sehr auf die Uhr verlassen und wir unser Leben sehr auf die Zeit ausgerichtet haben. Auch das Empfinden für die Zeit, die wir am Tag zur Verfügung haben, fiel sehr unterschiedlich aus. Bereits im 1. Mose lesen wir von der Zeit: "Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag." Der Mensch hat sich also schon immer mit der Zeit beschäftigt. Sie ist Grundlage für unser Leben. Wir leben mit und in der Zeit.

Am Nachmittag gab es eine Geburtstagsfeier für den kleinen Basti. Bei Kuchen, Topfschlagen und Flaschendrehen amüsierten sich alle, besonders die Kinder natürlich. Anschließend ging es zum Wasserspielplatz am See, wo die Kinder eifrig Wasser pumpten und Kanäle anlegten, die mit der Zeit immer wieder austrockneten, wenn nicht genügend Wasser nachgeliefert wurde.

Zum Abendbrot gab es gegrillte Würste und dann trafen wir uns noch zu einer kurzen Runde mit Abendandacht und Liedern, nach der die Kinder erschöpft ins Bett fielen.

Nach ersten Überlegungen, am Sonntag einen Gottesdienst in der näheren Umgebung zu besuchen, entschieden wir uns doch, einen kleinen Gottesdienst in der "Jägerstube" zu feiern. "Jegliches hat seine Zeit". Diese Zeile stammt nicht nur aus einem Lied der Puhdys, sondern ist so auch in der Bibel beim Prediger Salomo zu finden.

Den weiteren Vormittag verbrachten wir noch auf den Spielplätzen des Geländes, und wir fütterten die Ziegen im Streichelzoo. Ein paar ganz Mutige gingen sogar baden. Schon bald nach dem Mittagessen machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause.

Ein wirklich schönes Wochenende, bei dem wir Zeit für unsere Familien hatten, aber auch Zeit um die Natur zu geniessen und um Gedanken zum Thema "Zeit" nachzugehen. Ein herzlicher Dank gilt Pfarrer Kaehler, Hildegard Seifert und Doreen Kohlstock für die Vorbereitung und Organisation der Familienrüste.

Sebastian Schütz

Kinderkirchentag in Schwanebeck

Dieses Jahr fand der alljährliche Kinderkirchentag unseres Kirchenkreises am 5. Mai zum Thema "Ein Leib, viele Glieder" (1. Korinther 12, 12) in Schwanebeck statt. Kinder aus den Gemeinden Weißensee, Ahrensfelde, Blumberg, Mehrow, Schwanebeck, Wartenberg, Hohenschönhausen und Heinersdorf trafen sich in dem Dorf nahe Berlin, um einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen.

Damit sich die Christenlehrekinder wohl fühlen konnten, bereiteten die Katecheten und Ehrenamtlichen bzw. Helfer am Vormittag des Tages alles vor. Ab der Mittagszeit holte ein Bus die Kinder aus Blumberg, Ahrensfelde Wartenberg und Heinersdorf ab. Zusammen fuhren wir nach Schwanebeck, wo die anderen Kinder zum Teil schon eingetroffen waren.

Das Wetter machte uns keinen Strich durch die Rechnung: Bis auf ein paar dunkle Wolken und wenige Tropfen hatten wir einen hellen Himmel über uns!

Gegen 14 Uhr rief die Kirchglocke, und wir folgten dem Ruf und versammelten uns zum gemeinsamen Beginn in der Schwanebecker Dorfkirche. Anschließend zogen die etwa 70 Kinder wieder zum Gemeindehaus und in den dazugehörigen Garten.

Die Kinder mussten nun selbst entscheiden, womit sie sich beschäftigen wollten. Sie hatten die Wahl zwischen Malen, dem Beantworten von Quizfragen (u. a. zum Kirchenkreis und den unterschiedlichen Gemeinden) und Puzzeln, was im Gemeindehaus stattfand. Im Garten gab es ein Märchenzelt, Sport und Spiel sowie drei Bastelangebote. Nie war ein Stand unbesucht, einige Kinde kamen sogar öfter vorbei. Wer Lust zum Singen hatte, kam auch seine Kosten. Wer gerade mal keine Lust auf ein Angebot hatte, ging zu Kuchen und Getränken oder guckte sich auf dem Gelände um.

Wiedersehen von Bekannten, aber auch Kennenlernen von neuen Gesichtern - an diesem Nachmittag fand beides statt. An den Ständen lernte man Kinder und Katecheten im Gespräch näher kennen.

"Ein Leib, viele Glieder" - durch die verschiedenen Angebote wurden unterschiedliche Glieder der Kinder in Anspruch genommen. Ob Auge, Nase, Ohr, Hand oder Fuß - was wären wir ohne diese Teile von uns?

Am Nachmittag kamen Eltern dazu, die ihre Eltern besuchen oder abholen wollten. Um 17 Uhr rief die Glocke erneut zur Kirche. Alle Gäste des Kinderkichentages trafen sich noch einmal und wurden mit guten Wünschen und dem Segen verabschiedet. Und ein Lied durfte dabei natürlich nicht fehlen: "Gott, dein guter Segen"

Doreen Kohlstock

Gemeindeausflug zu Himmelfahrt

Der diesjährige Ausflug führte uns zum Johannesstift nach Spandau. "Getrennt marschieren, vereint schlagen!", das alte preußische Motto wurde auch in diesem Jahr praktiziert: Eine Wandergruppe erreichte das Ziel mit Bahn und Bus, die anderen setzten sich bequem in die ausreichend vorhandenen PKW. Vor der Kirche wurden wir von einem Mitarbeiter, Herrn Korb, begrüßt, der uns auch den ganzen Tag über sachkundig führte und betreute.

Der Gottesdienst war besonders zugeschnitten auf eine Taufe und ein Bruderschaftstreffen von Diakonen beiderlei Geschlechtes, die in den zurückliegenden Jahrzehnten hier ausgebildet worden sind. Zentrales Anliegen der Predigt war der Mut, der für alle Christen bedeutsam ist, hier aber in besonderer Weise dem Täufling und den Schwestern und Brüdern gewünscht und zugesprochen wurde.

Dem Gottesdienst schloss sich eine Orgelbesichtigung an. Der Organist, Herr Lindner, stellte sachkundig und mit musikalischen Demonstrationen das Instrument vor, das neben dem Gemeindedienst auch der kirchenmusikalischen Ausbildung dient und deshalb eigentlich überdimensioniert für den Kirchenraum ist.

Nach einem guten Mittagessen ging es dann "in medias res": Ein Filmvortrag über Geschichte, Aufgaben und Wirkungsbereiche des Johannesstiftes sowie Ergänzungen von Herrn Korb bereiteten die Führung durch das Gelände des Johannesstiftes vor, der noch eine fakultative Turmbesteigung mit Aussicht über das ganze Gelände voranging. Die Führung selbst konnte die einzelnen Funktionsbereiche nur &aupt;von außen" zeigen, da dem verständlichen Interesse der Heimbewohner auf den Schutz ihrer Privatsphäre Rechnung getragen wurde. Deshalb war die Vorbereitung durch den Vortrag besonders hilfreich - anderen Falles hätten wir nur "Häuser" und Funktionsgebäude gesehen.

Inzwischen war die Kaffeetafel schon eröffnet, und auch die Teilnehmer der Führung konnten nun den Besuch im Johannesstift bei Kaffee und Kuchen sowie Gesprächen über das Erlebte und Gehörte ausklingen lassen. Mit dem Choral "Großer Gott wir loben dich" und einer Spende verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern. Herrn Korb vom Johannesstift und Familie Grodotzky, die diesen Tag für uns trotz der immer wiederkehrenden Probleme mit kurzfristigen Ab- und Zusagen der Teilnehmer gut vorbereitet und "über die Bühne gebracht" hat, gilt unser besonderer Dank.

Gottfried W. Pescheck

Der Ausflugstipp:

Die zweite Sächsische Landesausstellung in Torgau

Nach der ersten Landesausstellung mit dem Titel "Zeit und Ewigkeit" im Jahr 1998 im Kloster St. Marienstern, aus deren Anlass das berühmte Kloster zum ersten Mal für die Öffentlichkeit geöffnet wurde und wunderbare Beispiele christlicher Kunst gezeigt wurden, wird es in diesem Jahr die zweite Sächsische Landesausstellung mit dem Titel "Glaube und Macht" geben. Diese Ausstellung war ursprünglich für 2003 geplant worden, musste dann aber wegen der Hochwasserkatastrophe verschoben werden. Sie erinnern sich vermutlich an die Bilder im Fernsehen nicht nur von der überfluteten Dresdener Innenstadt.

Nun ist es so weit: Die Schäden des Hochwassers und was der Zahn der Zeit vorher schon angenagt hatte, sind beseitigt. Die Stadt Torgau lädt nun zu dieser Ausstellung ein. Hauptorte sind das Schloss Hartenfels und die Schlosskapelle. Die Torgauer Schlosskapelle war übrigens die erste Kirche, die (um-)gebaut wurde, um als evangelische Kirche genutzt zu werden. Martin Luther hielt am 5. Oktober 1544 die Eröffungspredigt zur Einweihung. In Torgau kann man sich einen guten Überblick über die Geschichte der Reformation verschaffen. Die Gemälde von Lucas Cranach sind einer der vielen Höhepunkte dieser Ausstellung. Neben historischen Ereignissen, die auf diese Weise sichtbar werden, sind viele Exponate zu finden, die für mich immer wieder deutlich machen, welche grundlegende Bedeutung der christliche Glaube für uns evangelische Christen eigentlich hat und dass die Freiheit eines Christenmenschen ein kostbares Gut ist.

Am Sonnabend, dem 14. August wollen wir als Gemeindegruppe gemeinsam einen Ausflug nach Torgau machen. Aber auch wenn Sie zu diesem Zeitpunkt nicht können, lohnt es sich, die Landesausstellung zu besuchen. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Oktober 2004 täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Andreas Kaehler