Juni / Juli / August 2003

"Wer dem Geringsten Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott."
Sprüche 14, 31
(Monatsspruch Juni)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

Wenn dieser Gemeindebrief erscheint, dann ist der Kirchentag in Berlin (fast) vorbei. Unterschiedliche Eindrücke haben wir mitgenommen. Wir hatten in Heinersdorf einen Ökumenischen Gottesdienst am Himmelfahrtstag mit der katholischen Gemeinde aus Bad Oeynhausen und Pfarrer Alfons Runte. So ist zu unserer Partnerschaft mit der Wicherngemeinde in Bad Oeynhausen eine neue ökumenische Dimension hinzugekommen. So haben drei Kirchengemeinden einen gemeinsamen Himmelfahrtsgottesdienst gefeiert.

Viele haben auch andere Angebote auf dem Ökumenischen Kirchentag besucht, sind in die große Menge von Menschen eingetaucht. Andere haben den Kirchentag eher aus der Ferne beobachtet und haben über die überfüllten U- und S-Bahnen gestaunt. Der Trubel ist vorbei. Aber vieles von den Eindrücken wird bleiben. Das Motto dieses Kirchentages ist uns auch für die Zukunft mit auf den Weg gegeben: Ihr sollt ein Segen ein. Dass wir für andere ein Segen sein sollen, hört mit dem Kirchentag nicht auf. Im Gegenteil. Neue Impulse wurden gegeben, aber es geht weiter. Es wird ein Wunsch ausgesprochen, der bestehen bleibt. Daran erinnert der Monatsspruch für den Monat Juni in seiner direkten und unmissverständlichen Sprache: "Wer dem Geringsten Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott".

In unserer Gesellschaft wird ja leider gefördert, dass der Stärkere sich gegen Schwächere durchsetzen soll. Eine Ellenbogengesellschaft wird so zementiert. Viel zu viele machen dabei mit und gehen scheinbar mit der Zeit. Obwohl man spürt, dass es der falsche Weg ist, fällt es oft schwer, auszuscheren. Nein! zu sagen, ist manchmal schwierig.

Den Mund aufmachen! Nicht nur, weil man sich selbst benachteiligt fühlt, sondern weil man sieht, dass andere benachteiligt werden. An andere zu denken und nicht nur Augen für die eigenen Belange zu haben, ist ein Segen. In einem solchen Augenblick wird ein Stück von dem erfahrbar, was das Kirchentagsmotto Ihr sollt ein Segen ein! meint.

Es ist eine alte Tradition aus dem Alten Testament, sich für Schwächere einzusetzen und Armen zu helfen. Nächstenliebe beginnt im kleinen und ist ganz konkret. Jesus hat diesen Gedanken immer wieder aufgegriffen und nicht nur in der Bergpredigt betont. Wir haben als Christen eine Aufgabe, die wir nicht nur an Diakonische Einrichtungen abgeben können. Wir können mehr tun als wir denken. Und dies beginnt schon in unseren Gedanken, mit unserer inneren Einstellung. Es beginnt im Herzen. Denn es bleibt weiterhin immer noch besser, ein Licht anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu beklagen.

Das ist ein kluger Spruch, der uns ermuntert. Aber es geht in unserem christlichen Glauben nicht nur um unser Tun. Wir sind in unseren Kräften begrenzt. Aber es ist in unserer Welt nicht nur dunkel. Mit Jesus Christus ist ein Licht in unsere Welt gekommen, das uns nicht im Dunkeln tappen lässt. An seinem Licht können wir - symbolisch gesprochen - alle die Kerzen und Lichter entfachen, die noch fehlen. Wenn wir auf diesen Jesus vertrauen und uns an ihn halten, dann wird das Kirchentagsmotto auch praktisch erfahrbar über den Ökumenischen Kirchentag hinaus: Ihr sollt ein Segen ein.

Ganz herzlich

Ihr Pfarrer Andreas G. Kaehler

Ökumenischer Kirchentag

Während des Ökumenischen Kirchentages hat unsere Heinersdorfer Kirchengemeinde das Gemeinschaftsquartier in der Grundschule am Wasserturm betreut. Mahr als 100 junge Besucherinnen und Besucher des Kirchentages ruhten sich dort nachts von den Strapazen des Kirchentages aus. Wir danken allen, die hier bei der Betreuung und der Frühstücksversorgung mitgeholfen haben. Wir danken ganz besonders, um nur einen von vielen Namen zu nennen, Roland Formum als Quartiermeister, der die Fäden der Organisation in seinen Händen hielt. Und wir bedanken uns bei Direktorin Frau Marina Vogel, dass sie uns das Schulgebäude zur Verfügung gestellt hat.

Bedanken wollen wir uns auch bei allen, die privat ein Quartier zur Verfügung gestellt haben. Ingesamt konnten wir mehr als 30 Betten an Gäste des Kirchentages vermitteln.

Auch die Junge Gemeinde Heinersdorf hat aktiv am Kirchentag und dessen Gelingen teilgehabt. Die Jugendlichen waren Teil einer Helfergruppe des Kirchenkreises Pankow, die rund um das Tempodrom - dem Kinder- und Jugendzentrum des Kirchentages - im Einsatz war. Auch bei ihnen möchten wir uns herzlich bedanken.

Ende Juni - noch rechtzeitig vor den großen Ferien also - wird es als Dankeschön für die Hilfe und Mitarbeit während des Kirchentages eine kleine "Danke-Party" in Heinersdorf geben, zu der wir noch einmal gesondert einladen werden.

Konfirmation zu Pfingsten

Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 findet am Pfingstsonntag (8. Juni) wieder eine Konfirmation in der Heinersdorfer Kirche statt. Konfirmiert werden insgesamt acht Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren:

Anabell Bode
Florian Ehrig
Susan Langner
Sören Peters
Max Röder
Nina Schönberger
Robert Schneider
Robert Wolff

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden! Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen euch, dass euch diese Entscheidung, die Ihr mit eurer Konfirmation zum Ausdruck bringt, ein Leben lang begleitet. Von nun an seid ihr eingeladen, jeden Mittwoch zur Jungen Gemeinde zu kommen - zunächst als einzelne Gruppe, später vielleicht gemeinsam mit den nun schon "alten Hasen". Am 13. Juni seid ihr herzlich zum Sommerfest der Evangelischen Jugend des Kirchenkreises Weißensee in den Heinersdorfer Pfarr- und Gemeindegarten eingeladen (siehe Seite 6), und vom 29. bis 31. August fahren wir gemeinsam auf eine JG-Rüstzeit.

Neue Mikrofonanlage für die Kirche

Es ist geschafft: Die Heinersdorfer Kirche hat eine neue Akustikanalge mit Verstärker, Lautsprechern und Funkmikrofonen. Damit gehören Verständnisprobleme akustischer Art und die in letzter Zeit gehäuft aufgetretenen Nebengeräusche hoffentlich der Vergangenheit an. Die Kosten für die Anlage, die speziell für unsere Kirche ausgelegt wurde, betragen etwa 7.000 €, die fast vollständig aus Spenden und Kollekten aufgebracht werden müssen. Spenden können auf das Konto der Gemeinde Heinersdorf (Kontonummer 18 27 02, BLZ 100 602 37, Evangelische Darlehnsgenossenschaft, Stichwort "Akustikanlage Heinersdorf") überwiesen oder direkt bei Pfarrer Kaehler abgegeben werden.